Gebaut wird die Leitung ab FlexBase erst, wenn Planungssicherheit besteht
Bis die Wärme des Technologiezentrums für den Laufenburger Wärmeverbund fliessen kann, dauert es länger als geplant. Die Terminpläne von FlexBase seien in dieser Hinsicht zu optimistisch ...
Gebaut wird die Leitung ab FlexBase erst, wenn Planungssicherheit besteht
Bis die Wärme des Technologiezentrums für den Laufenburger Wärmeverbund fliessen kann, dauert es länger als geplant. Die Terminpläne von FlexBase seien in dieser Hinsicht zu optimistisch gewesen, so der Stadtrat.
Susanne Hörth
Wenn von Laufenburg und seinen Bauprojekten die Rede ist, fällt oft auch der Name FlexBase. Die riesige Baugrube auf dem ehemaligen Swissgrid-Areal, bei der mittlerweile die Bodenplatten betoniert werden, lässt die Dimensionen des geplanten Technologiezentrums erahnen. Die Arbeiten schreiten zügig voran. Vergangene Woche hiess die Stadt die Erhöhung des Gebäudes von ursprünglich 20 auf 30 Meter gut. Dafür war vorgängig eine entsprechende Anpassung der Bauordnung notwendig. Dass das FlexBase-Vorhaben in verschiedener Hinsicht eine Herausforderung für alle Beteiligten darstellt, verhehlte Stadtammann René Leuenberger am Donnerstagabend, im Rahmen der Infoveranstaltung «100+ Stadtrat Laufenburg», vor einer grossen Zuhörerschaft nicht.
Als zu optimistisch bezeichnete René Leuenberger die Terminplanung hinsichtlich der verfügbaren Abwärme des Datacenters. Vor werde keine grössere Menge dieser Wärme für den städtischen Wärmeverbund zur Verfügung stehen. An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung im März 2025 war entschieden worden, dass diese Abwärme für den Wärmeverbund genutzt werden soll. Damit sie überhaupt ins Netz eingespeist werden kann, braucht es eine rund einen Kilometer lange Zubringerleitung – diese war ebenfalls Teil des bewilligten Kredits, wie Stadtrat Christian Winter am Donnerstagabend erklärte. Und: «Der Bau der Zubringerleitung von FlexBase (Werkstrasse – Kaisterstrasse – Bahnübergang West) wurde nun gestoppt.» Als Grund nannte er die fehlende Planungssicherheit. «Der Wärmeliefervertrag mit FlexBase liegt nicht vor.» Winter betonte, dass die Leitung erst dann gebaut werde, wenn Klarheit über den Zeitpunkt der möglichen Wärmelieferung bestehe. «Es wäre nicht vertretbar, in die millionenteure Leitung zu investieren, solange diese Ungewissheit andauert.» Wie schon Leuenberger zuvor, sagte auch er, dass aufgrund dieser Verzögerung nicht mehr mit der ursprünglich geplanten Lieferung der Abwärme zur Heizperiode 2027/2028 gerechnet werden könne.
Untätig bleibt der Stadtrat bis dahin jedoch nicht. Vielmehr hat er eine Untersuchung gestartet, um die Zeit bis zur Wärmelieferung durch das Datacenter zu überbrücken. Verschiedene Möglichkeiten sollen dabei geprüft werden. «Dabei stehen Wirtschaftlichkeit und die zeitnahe Anbindung potenzieller Grosskunden – etwa des Binkert-Areals, des XL-Zentrums und der Hinteren Bahnhofstrasse – im Vordergrund.» Unter 10 000 Franken, beantwortete Christian Winter die Frage nach den Kosten dieser Untersuchung.
René Leuenberger bestätigte auf Nachfrage aus der Versammlung, dass nach wie vor kein Vertrag für die Abwärme vorliege – eine Absichtserklärung hingegen schon. «Es liegt nicht an der Stadt, sondern an FlexBase. Sie sind einfach noch nicht so weit.» Christian Winter zeigte sich überzeugt, dass die Abwärme aus dem Datacenter eine interessante und ökologische Option ist und auch bleiben wird.