Das Abriss- und Baugesuch für die Münchwiler Liegenschaft liegt erneut auf. Grund für die Neuauflage bis 26. November ist nicht das geplante Gebäude, sondern der eingedolte Bach davor: Der Kanton verlangt eine weitergehende Öffnung als ursprünglich vorgesehen.
Susanne Hörth
...
Das Abriss- und Baugesuch für die Münchwiler Liegenschaft liegt erneut auf. Grund für die Neuauflage bis 26. November ist nicht das geplante Gebäude, sondern der eingedolte Bach davor: Der Kanton verlangt eine weitergehende Öffnung als ursprünglich vorgesehen.
Susanne Hörth
Seit Mitte dieses Jahres ist das Restaurant Pöstli in Münchwilen geschlossen. Die aktuelle Ruhe ist jedoch nur äusserlich. Im Hintergrund laufen die Planungen für die Zukunft der Liegenschaft mit Restaurantbetrieb und Wohnungen seit geraumer Zeit auf Hochtouren. Eigentlich hatte die Ortsbürgerstiftung Münchwilen als Eigentümerin gehofft, dass zu diesem Zeitpunkt bereits die Baumaschinen für den Abriss und den anschliessenden Neubau im Einsatz stehen würden. Geplant sind ein modernes Restaurant im Erdgeschoss sowie vier Wohnungen in den Obergeschossen. Der Kanton hat diese Pläne jedoch ausgebremst, weil er eine grössere Öffnung des eingedolten Bachs fordert als ursprünglich vorgesehen. Der Bach soll nicht nur auf den beiden vom Bauprojekt betroffenen Parzellen, sondern auch auf der angrenzenden Parzelle 571 freigelegt werden. Auch diese gehört der Ortsbürgerstiftung. Weil die Vorgabe des Kantons zusätzliche Kosten verursacht und den Verlust von vier Parkplätzen bedeutet, stellte die Ortsbürgerstiftung ein Wiedererwägungsgesuch beim Kanton.
Dass dieses nicht auf offene Ohren stiess, zeigt das nun auf liegende, überarbeitete Baugesuch. Am Gebäude selbst wurde nichts geändert. Im Zentrum steht die vom Kanton verlangte weitergehende Bachöffnung. Die neuen Pläne zeigen den revitalisierten Dorfbach über alle drei Parzellen hinweg.
«Es fehlt ein Treffpunkt»
Gemeindeammann Bruno Tüscher hofft, dass Münchwilen bald wieder über ein Restaurant und damit über einen Dorftreffpunkt verfügt. «Das ist sehr wichtig. Wir haben keinen Laden, keine Post und aktuell auch kein Restaurant, welches ein solcher Ort sein kann.» Er ist sich bewusst, dass es gerade in Dorfzonen mit älteren Gebäuden manchmal zu Interessenkonflikten bei der Bauordnung kommen kann. Früher wurden Gebäude bewusst nahe an Bäche gebaut. Innere Verdichtung war damals noch kein Begriff.
Den Wegfall von vier Parkplätzen durch die naturnahe Gestaltung mit Bachöffnung empfindet Tüscher zwar als nicht optimal. Gleichzeitig verweist er auf weitere öffentliche Parkplätze in der Nähe. Er geht nicht davon aus, dass es beim überarbeiteten Baugesuch Einsprachen geben wird.
Sollte er Recht behalten, könnten die Arbeiten für den Rück- und Neubau der «Pöstli»-Liegenschaft mit rund halbjähriger Verspätung noch in diesem Jahr beginnen.