Feierlicher Auftakt mit Musik
Mit einem Gottesdienst und der anschliessenden Vernissage wurde vergangenen Sonntag die Ausstellung «indigo» des Rheinfelder Kunstmalers Viktor Hottinger im reformierten Kirchgemeindehaus Kaiseraugst eröffnet.
Den Besucherinnen und ...
Feierlicher Auftakt mit Musik
Mit einem Gottesdienst und der anschliessenden Vernissage wurde vergangenen Sonntag die Ausstellung «indigo» des Rheinfelder Kunstmalers Viktor Hottinger im reformierten Kirchgemeindehaus Kaiseraugst eröffnet.
Den Besucherinnen und Besuchern des Gottesdienstes an diesem Morgen präsentierte sich ein überraschendes Bild. Statt des vertrauten Quilts mit seinen leuchtend hellen blauen, roten, gelben Farben hing vorn an der Wand des Kirchgemeindehauses ein Triptychon von Viktor Hottinger. Es illustriert drei Strophen des berühmten «Abendlieds» von Matthias Claudius. Die Pianistin Assel Abilseitova eröffnete den Gottesdienst, passend dazu, mit einem «Nocturne», einem Nachtstück von Frédéric Chopin. Als Predigttext wurde ebenfalls antizyklisch nicht etwa eine Ostergeschichte, sondern der Abschnitt aus dem Lukasevangelium vorgetragen, wo der Engel Gabriel Maria die Geburt des Jesuskindes ankündigt. In der Predigt versuchte Pfarrer Andreas Fischer, die Gegensätze zusammenzudenken: Weihnacht und Ostern, Nacht und Tag, Sonne und Mond, sagte er, kommen zusammen in dem, was man in der christlichen Mystik als «Coincidentia Oppositorum» bezeichnet, als Zusammenfallen der Gegensätze.
In dich gehen
Direkt im Anschluss an den Gottesdienst fand die Vernissage der Ausstellung mit Bildern von Hottinger statt. Hottinger, sonst bekannt für seine grünen, gelben und insgesamt hellen Landschaftsmalereien, präsentiert diesmal Bilder, die in nächtlich-dunklen Farben gehalten sind. Mit dem Triptychon, erzählte er in seiner Einführung, habe er den Tod seiner Frau vor zehn Jahren zu verarbeiten versucht. Ausserdem habe er für seine diesjährigen Kalenderblätter einen Zyklus mit Mondbildern gemalt. Im Kirchgemeindehaus hängen nun die Originale. Bei näherem Hinsehen zeigen sich darin Hottingers Schalk und Sprachwitz, etwa, wenn am Himmel eine Sichel – eben: eine Mond-Sichel – hängt. Und auch seine Erläuterungen zum Thema der Ausstellung, «indigo», zeugen von tiefsinnigem Humor: Das Schweizerdeutsche Wort «in di go» bedeute, sagte er, «in dich Gehen» – und das passe doch zu einer Ausstellung in der Kirche. Assel Abilseitova begleitete auch die Vernissage mit passender Musik. (mgt)
Die Ausstellung wird von verschiedenen Anlässen begleitet, u.a. einem Konzert von Viktor Hottingers kultigen
«N’AWLINS SIX» am Sonntag, 3. Mai, abends zur «blauen Stunde» um 17.15 Uhr.