Mieterin musste Wohnung vorübergehend verlassen
In Rheinfelden haben sich Asiatische Hornissen im Zwischenboden einer Mietwohnung eingenistet. Die Bewohnerin, die mehrfach gestochen wurde, musste vorübergehend ausquartiert werden.
Valentin Zumsteg
«So etwas habe ich ...
Mieterin musste Wohnung vorübergehend verlassen
In Rheinfelden haben sich Asiatische Hornissen im Zwischenboden einer Mietwohnung eingenistet. Die Bewohnerin, die mehrfach gestochen wurde, musste vorübergehend ausquartiert werden.
Valentin Zumsteg
«So etwas habe ich noch nie erlebt», erklärt Schädlingsbekämpfer Gregor Buser aus Ueken. Vergangene Woche hatte er den Auftrag, bei einem Haus auf dem Rheinfelder Kapuzinerberg ein Nest der Asiatischen Hornisse zu entfernen. Das Gebilde war von aussen gut zu erkennen, fast so gross wie ein 60-Liter-Abfallsack. Als er zur Tat schritt, stellt sich aber heraus, dass es sich nur um die leere Hülle mit Gängen in die Wand handelte. «Die eigentlichen Wabenteller sassen gut versteckt in einem Hohlraum zwischen Dach und Mauerwerk», erzählt Buser.
Mussten Decke öffnen
Einzelne Tiere waren in den vergangenen Wochen immer wieder in eine Mietwohnung eingedrungen und hatten die Bewohnerin mehrfach gestochen. Aus Sicherheitsgründen wurde sie deshalb zwei Nächte ausquartiert. «Als ich draussen am Nest manipuliert habe, drangen nochmals rund 200 Hornissen in die Wohnung ein. Sie füllten nachher mehrere Staubsäcke meines grossen Staubsaugers», so Buser. Er hatte das erwartet und deshalb eine Helferin in der Wohnung postiert.
Die Entfernung des Nestes gestaltete sich dann sehr mühsam. «Wir mussten in der Wohnung vom Zwischenboden die Decke öffnen und das Nest herauskratzen», so Buser. Dass Asiatische Hornissen ihre Waben in einem Hohlraum erstellen, hat auch den erfahrenen Nestentferner überrascht: «Man erlebt immer wieder Neues.»
184 Nester im ganzen Kanton
Im Kanton Aargau sind bis letzte Woche insgesamt 184 Nester der Asiatischen Hornisse entdeckt worden, davon allein 18 in Rheinfelden, 9 in Möhlin und 6 in Magden. Aber auch in vielen weiteren Fricktaler Dörfern hat sich die invasive Art, welche die einheimischen Bienen und weitere Insekten bedroht, ausgebreitet.
«Es gibt noch Nester, die nicht entdeckt worden sind», erklärt Anna Tina Heuss. Sie ist Vorstandsmitglied des Imkervereins Rheinfelden und dort zuständig für das Thema Asiatische Hornisse. Wer ein Nest oder auffällig viele Hornissen bemerkt, soll sie fotografieren und über die nationale Plattform asiatischehornisse.ch melden. «Im Frühling ist besondere Aufmerksamkeit gefragt: Dann bauen die überwinterten Königinnen kleine Primärnester, oft geschützt unter Dachvorsprüngen oder Veloständern», so Heuss. Wenn sie in dieser frühen Phase entfernt werden, entstehen gar nicht erst grosse Völker, die mit viel Aufwand entfernt werden müssen.
www.asiatischehornisse.ch