Bunt und laut war der grenzüberschreitende Umzug, der mit seinen Elementen aus der schwäbisch-alemannischen und Basler Fasnacht eine besondere Atmosphäre hat.
Boris Burkhardt
Schön waren die Bilder der freundschaftlichen Beziehungen auch unter den ...
Bunt und laut war der grenzüberschreitende Umzug, der mit seinen Elementen aus der schwäbisch-alemannischen und Basler Fasnacht eine besondere Atmosphäre hat.
Boris Burkhardt
Schön waren die Bilder der freundschaftlichen Beziehungen auch unter den Fasnächtlern, als die Obernarren beider Rheinfelden, der Narrenzunft auf badischer und der Fasnachtsgesellschaft auf Schweizer Seite, den grossen grenzüberschreitenden Umzug vom Schweizer ins badische Rheinfelden gemeinsam im Schunkeltakt der folgenden Guggenmusik Grüttgrabe-Geischter anführten.
Auch dieses Jahr war es wieder ein bunter Umzug mit 86 Gruppierungen und rund 2000 Teilnehmern. Ebenso bunt waren die Tausenden Zuschauer: Die Mehrheit war kreativ verkleidet, etwa ein weibliches Duo als orange-weisse Verkehrshütchen, das damit auf die vielen Baustellen in Badisch-Rheinfelden anspielte, eine Damen-Clique von pink-weissen Cowgirl-Enten oder Geschwisterkinder als Gnome mit spitzen Ohren. Auch wenn die Cliquen aus Badisch-Rheinfelden wie immer den Hauptteil der Narren ausmachen, hat der grenz-überschreitende Umzug eine einmalige Atmosphäre, weil er schwäbisch-alemannische Figuren mit der typischen Basler Wagen- und Guggen-Fasnacht verschmilzt. So hatte die Fasnachtsgesellschaft Rheinfelden (FGR) auf Schweizer Seite wieder zahlreiche Guggenmusiken aus der nahen und fernen Schweiz auf der Gästeliste stehen. Musik satt gab es nicht nur von den insgesamt 27 Guggen und Cliquenmusiken im Umzug. Schön ist auch, dass traditionell alle Musikvereine der Ortsteile von Badisch-Rheinfelden die Fasnacht bereichern. Besonders sei hier der Musikverein Nollingen hervorgehoben, der mit einem grossen Transparent auf sein diesjähriges 200-Jahr-Jubiläum hinwies – er ist damit der älteste existierende Verein in Badisch-Rheinfelden.
Aus dem Schweizer Rheinfelden waren zwei Wagencliquen dabei: Die Querschläger spielten als Zöllner in historischen Uniformen die Trump’schen Zoll-Drohungen gegen die Schweiz aus; die Burg-Stei-Grafe nahmen sich die neue Rheinfelder Stadtpräsidentin Claudia Rohrer zum Sujet.
Die Fasnacht im Schweizer Rheinfelden fand dieses Jahr unter dem Sujet «S isch ä Kunscht!» statt. Sie klingt seit einigen Jahren bereits am Sonntagabend aus: Um 18.11 Uhr wurde an der «Usbrüelete» Frau Fasnacht in einem Trauermarsch zur Schiff lände getragen und auf dem Rhein verbrannt. Die Fasnacht in Badisch-Rheinfelden geht noch bis Aschermittwoch weiter mit Kinderumzügen und -bällen und der Fasnachtsverbrennung am Dienstag.