Simon Heimann, Betriebsleiter im Fricker Freibad
Je höher die Temperaturen, desto voller die Freibäder in der Region. In Frick gab es in diesem Sommer bereits mehrere Tage mit über 2000 Gästen – fürs Betriebspersonal jeweils eine grosse Herausforderung.
Simone Rufli
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Simon Heimann, Betriebsleiter im Fricker Freibad
Je höher die Temperaturen, desto voller die Freibäder in der Region. In Frick gab es in diesem Sommer bereits mehrere Tage mit über 2000 Gästen – fürs Betriebspersonal jeweils eine grosse Herausforderung.
Simone Rufli
NFZ: Gibt es mehr Ansturm auf die Badi als in anderen Jahren?
Simon Heimann: Im Vergleich mit den letzten Jahren zählen wir mehr Gäste, allerdings waren die Monate Mai und Juni in den letzten Jahren auch von den Temperaturen her schwächer.
Gab es schon Tage mit Besucherrekord? Liegen Zahlen vor?
Es gab bereits Tage mit über 2000 Gästen. Der Höchstwert lag dieses Jahr bei 2400 (letztes Jahr 2500).
Braucht es in diesen Wochen mehr Personal am Beckenrand als sonst?
Wir gehen bei der Planung stets von Vollbetrieb aus, sodass wir im Regelfall 3 Badmeister/innen vor Ort haben. Insbesondere Hitzetage bringen das Personal jedoch an die Belastungsgrenzen.
Wie ist die Stimmung in der Fricker Badi – nimmt man gegenseitig Rücksicht (Jugendliche, kleine Kinder, ältere Menschen)?
Die Stimmung ist positiv, meist klappt es auch mit der Rücksichtnahme. Allerdings gehört es zu den Hauptaufgaben der Badangestellten, Gäste auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen und Regeln durchzusetzen, das wird nicht in allen Fällen geschätzt.
Wir hören, vorwiegend aus Städten, von Badis mit Problemen mit bestimmten Gruppen von Jugendlichen – gibt es solche Probleme in Frick auch?
Insbesondere Gruppen von jungen Männern testen gerne, wie weit sie die Regeln ausreizen können.
Diskutiert werden auch Einlassbeschränkungen, damit der Dichtestress nicht zu gross wird – sind das Überlegungen, die man sich in Frick auch macht?
Ja, auch wir machen uns hierzu Gedanken. Insbesondere kurzfristige Personalausfälle könnten zu Einlassbeschränkungen führen. Es ist aber eine situative Entscheidung des anwesenden Personals, ab wann der Zutritt beschränkt werden muss, um die Sicherheit noch gewährleisten zu können.
Wie kommt ihr in dieser Saison bisher mit der alten Technik zurecht?
Grösstenteils läuft die Anlage noch gut. Es gab jedoch bereits Zwischenfälle, die zu Einschränkungen führten. So musste am 3. Mai der Badebetrieb spontan im Hallenbad stattfinden, da die Wasserwerte keinen Badebetrieb im Freibad zuliessen.
Wie verhält sich das Wasser bzw. die Wasserqualität bei diesen hohen Temperaturen?
Dank häufiger Filterspülungen und einer kontinuierlichen Zugabe von Frischwasser können wir die Wasserqualität oben halten.
Sind zusätzliche Massnahmen nötig, damit das Wasser nicht «kippt»?
Ja, wir ergänzen unser Filtermaterial mit Aktivkohle, um eine Verbesserung der Wasserqualität zu erreichen.
Hat es genug beschattete Flächen im Areal oder lässt sich da noch etwas machen im Bereich Hitzeschutz?
Wir haben viele Bäume, unter denen unsere Gäste Schatten finden. Bei mehr als 2000 Gästen müssen aber alle ein wenig zusammenrücken.
Wer draussen arbeitet, ist in diesem Sommer nicht zu beneiden. Wie geht das Personal mit den Hitzewellen um?
Auch das Betriebspersonal muss die heissen Temperaturen aushalten und dabei noch konzentriert bleiben. Wir appellieren daher an alle Besucher von Freizeiteinrichtungen – nicht nur von Schwimmbädern – sich an die vor Ort geltenden Regeln zu halten, denn jede Regel hat ihre Geschichte. Schliesslich möchten alle einen schönen Tag haben und abends wieder wohlbehalten zuhause ankommen, auch das Betriebspersonal!