Asiatische Hornisse breitet sich weiter aus
31.07.2025 RheinfeldenGrosse Sorge bei den Rheinfelder Imkern – jetzt werden Helfer gesucht
Gerade in Rheinfelden, ohnehin ein Hotspot im Aargau, haben Sichtungen der Asiatischen Hornisse nochmals zugenommen. Die invasive Art lässt einheimische Bienen noch stärker unter Druck geraten. Für die Bekämpfung werden Freiwillige gesucht.
Ronny Wittenwiler
«Täglich kommen neue Sichtungen hinzu», sagt Anna Tina Heuss. Die Imkerin ist besorgt über die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse und was in der Vergangenheit schon beobachtet werden konnte – dass Rheinfelden ein veritabler Hotspot im Kanton und somit im Fricktal ist – spitzt sich weiter zu. Heuss ist Vorstandsmitglied im Imkerverein Rheinfelden und dort auch tätig für Ratsuchende bei der Bekämpfung der Asiatischen Hornisse. Kürzlich hat sie sich in einem Appell über die sozialen Medien an die Bevölkerung gewandt, denn die Häufung gesichteter Asiatischer Hornissen hat mittlerweile eine Dimension erreicht, welche die Möglichkeiten für eine Bekämpfung allein aus Imkerkreisen übersteigt. «Freiwillige gesucht», hielt Heuss fest, denn: «Die Asiatische Hornisse breitet sich bei uns leider rasant aus – und das hat massive Folgen für unsere heimischen Bienen und das ökologische Gleichgewicht.»
Wenn sich das Netz immer weiter zuzieht
Konkret auf der Suche sind die Imker nach Personen, die bei der sogenannten Triangulation unterstützen. Das Prozedere ist keine Hexerei: «Wir suchen Personen, die bei einer Sichtung der Asiatischen Hornissen beobachten, in welche Richtung sie davonf liegen und das schriftlich festhalten.» Und hier kommt dann das Triangulieren ins Spiel: Je mehr Sichtungen festgehalten werden, desto enger zieht sich das Netz auf der Suche nach den Nestern zusammen, welche die Tiere jeweils anfliegen. «Dort wo sich die verschiedenen Fluglinien kreuzen, suchen wir dann nach den Nestern», sagt Heuss. In der Vergangenheit hat das gut funktioniert. Bereits mehrere Nester konnten so im vergangenen Jahr lokalisiert und eliminiert werden (die NFZ berichtete). «Uns geht die Arbeit allerdings nicht aus», sagt Heuss. «Wir sind mindestens bis Spätherbst gefordert.»
Warum gerade jetzt?
Dass gerade nun dringend Freiwillige beim Kampf gegen die Asiatische Hornisse gesucht werden, hat nebst der grundsätzlichen Häufung einen weiteren, entscheidenden Grund. In sogenannten Primärnestern im Frühling wächst der Nachwuchs der invasiven Art heran. Einmal lokalisiert, seien diese Nester relativ gut greif bar, so etwa in Büschen, Unterständen und Schopfbauten. Doch verlagern die Hornissen ihren Bau in sogenannte Sekundärnester, befinden sich diese meist in deutlich höhere Lagen. «Das können Bäume sein, zwanzig, dreissig Meter hoch, in denen sich hoch oben zwischen den Blättern die Nester befinden. Sie sind kaum zu sehen.» Je mehr Primärnester jetzt noch rechtzeitig lokalisiert und entfernt werden, desto weniger besteht die Gefahr einer weiteren Verbreitung in den Sekundärnestern.
Miteinander zum Ziel
Immerhin, die Besorgnis der Imker im Land hat die Bevölkerung längst erreicht, zumal die Asiatische Hornisse als Bedrohung der einheimischen Bienen und damit auch für die Biodiversität nicht erst seit ein paar Wochen durch die Presse fliegt. Und der Aufruf von Anna Tina Heuss hat in Rheinfelden erste Früchte getragen, sagt sie doch wenige Tage nach ihrem «Hilferuf» zur NFZ: «Es haben sich bereits elf Personen gemeldet, die uns unterstützen wollen. Das ist toll. Doch wir können gar nicht genug Helfer haben. Je enger wir sichten, desto schneller kommen wir alle miteinander ans Ziel.» Weitere Freiwillige sind nach wie vor gesucht im Kampf gegen die Asiatische Hornisse – und für die Bienen.
Alles für die Biene: So helfen Sie mit
Was es dazu braucht: einfaches Glas mit Köder aufstellen. Sichtungen notieren und per Triangulation helfen, die Nester zu lokalisieren. Am kommenden Samstag, 2. August, um 14 Uhr, an der Lindenstrasse 10c, erhalten Freiwillige in Rheinfelden eine Schulung. Dazu sei kein Vorwissen nötig, bloss Interesse und Zeit. Interessierte können sich melden bei Anna Tina Heuss, 079 333 56 23. (rw)


