«Angst vor Wasserknappheit bewusst geschürt»
21.04.2026 FricktalAEW zum geplanten Bau eines Windrades im Karstgebiet von Oberhof
Eine Gefährdung von Quellwasserfassungen könne praktisch ausgeschlossen werden, hält die AEW Energie AG fest. Sie nimmt Stellung zu Befürchtungen des Gemeindeverbands Wasserversorgung ...
AEW zum geplanten Bau eines Windrades im Karstgebiet von Oberhof
Eine Gefährdung von Quellwasserfassungen könne praktisch ausgeschlossen werden, hält die AEW Energie AG fest. Sie nimmt Stellung zu Befürchtungen des Gemeindeverbands Wasserversorgung Oberhof-Wölflinswil.
Simone Rufli
Ende März lud der Verein Pro Burg – er bekämpft den Bau einer Windenergieanlage auf der Burgmatte in Oberhof – zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung nach Wölflinswil ein (die NFZ berichtete). Der Bau eines Windrades im Karstgebiet sei mit ernsthaften Gefahren für die Wasserversorgung verbunden, erklärten Vereinspräsident Werner Habermacher, Geologe David Jäggi und Wölf linswils Gemeindeammann Giuliano Sabato. Im schlimmsten Fall könnten Verschiebungen im fragilen Karstgestein zu Wassermangel im Tal führen.
Im Jahr 2021 reichte der Gemeindeverband Wasserversorgung Oberhof-Wölflinswil eine Einsprache ein. Im Rahmen der kürzlich erfolgten Einigungsverhandlung konnte keine Einigung erzielt werden.
Untersuchungen bereits 2013
«Wir nehmen die Sorgen der Bevölkerung sehr ernst und begegnen ihnen mit transparenter Kommunikation auf Basis wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse», erklärt Robin Koch, als Leiter Stromproduktion bei der AEW Energie AG für die Planung des Windparks Burg verantwortlich, auf Anfrage der NFZ. «Von Projektseite kam dem Thema Karst von Anfang an grosse Bedeutung zu. Erste Untersuchungen des geologischen Untergrunds wurden bereits 2013 durchgeführt.» Berücksichtigt worden seien u. a. die Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung, die sich mit Risiken, Auswirkungen und Massnahmen im Zusammenhang mit Windenergieanlagen in Karstgebieten auseinandergesetzt hat. Auch wurden umfassende geotechnische und hydrogeologische Untersuchungen für den Bau der Windräder und der zugehörigen Infrastrukturen im Karstgebiet durchgeführt.
Was die Geotechnik betreffe, so seien für zwei Anlagen Fundamentpfähle bis in Tiefen von rund 25 Metern erforderlich. «Die Planung erfolgte in enger Abstimmung mit Fachpersonen aus Hydrogeologie, Geotechnik und Bauwesen.» Die übrigen Anlagen könnten mit Standardflachfundamenten mit einer Tiefe von rund 3 Metern erstellt werden. Bezüglich der Hydrogeologie empfehle das unabhängige und renommierte Fachbüro Jäckli Geologie konkrete Schutzmassnahmen, die verbindlich im Umweltverträglichkeitsbericht aufgenommen wurden. Dazu hält Robin Koch fest: «Gemäss Jäckli kann unter Einhaltung dieser Massnahmen eine Gefährdung von Quellwasserfassungen praktisch ausgeschlossen werden. Die durchgeführten Untersuchungen zeigen, dass der Windpark unter Einhaltung der vorgesehenen Massnahmen umweltverträglich und mit Rücksicht auf die Wasserversorgung realisiert werden kann.»
Weitere Anlagen im Karstgebiet
Ein grosser Teil der geplanten und bestehenden Windenergieanlagen liege in Karstgebieten, u. a. der Windpark Juvent auf dem Mont-Crosin. «Interessant ist», so Koch, «dass in der Schweiz unseres Wissens kein Windpark einen negativen Einfluss auf die Wasserversorgung hatte, dies aber bei jeder Windparkplanung von den Gegnern als Argument gegen die Windanlagen ins Feld geführt wird.» Die Angst vor Wasserknappheit werde von den Gegnern des Windparks Burg bewusst geschürt, «dabei ist die langfristige Sicherstellung der Wasserversorgung bereits heute eine Herausforderung».

