An Jenson Schmid kam keiner vorbei

  07.12.2023 Gipf-Oberfrick, Sport

Am vergangenen Wochenende fanden in Basel die Snooker Schweizermeisterschaften statt. Bei den Junioren der klare Favorit: Jenson Schmid aus Gipf-Oberfrick. Der 14-Jährige hielt dem Erwartungsdruck stand und sicherte sich wie schon im Vorjahr den Titel.

Typisch elegant gekleidet, vor mucksmäuschenstillen Zuschauern, bewegten sich die Spieler um die Tische und versuchten, in gut durchdachten, präzisen Stössen die Kugeln in die Taschen zu versenken, oder wenn das nicht möglich war, den Gegner so richtig heftig in die Bredouille zu bringen, was man in der Fachsprache «versnookern» nennt. Nur wer die richtige Balance findet zwischen angriffigem Lochspiel und defensiven taktischen Stössen, hat am Ende die Möglichkeit, einen Pokal in die Höhe zu stemmen.

Bei den Junioren war Vorjahressieger Jenson Schmid aus Gipf-Oberfrick der klare Favorit. Weil der Fricktaler aber gesundheitlich leicht angeschlagen antreten musste, war das trotzdem kein Selbstläufer. Bei der filigranen Massarbeit können schon wenige Prozentpunkte reduzierter Konzentrationsfähigkeit den Ausschlag geben. Doch der mit 14 Jahren immer noch jüngste aller Teilnehmer hatte sich nicht nur souverän durch die Qualifikation gekämpft. Er liess auch im Halbfinal und Final nichts anbrennen. Einzig der Finalgegner schaffte es, ihm ein einziges Spiel (genannt Frame) zu entreissen. Mit 3:1 wiederholte Jenson Schmid seinen Sieg vom Vorjahr. Den Siegerpokal durfte er von keinem geringeren als dem einzigen Schweizer Snookerprofi Alexander Ursenbacher entgegennehmen.

In der Liga A, der Elite der Schweizer Snooker Szene, spielt nur eine Handvoll der talentiertesten Ballkünstler. Erst in dieser Saison war Jenson Schmid in diesen Kreis aufgestiegen. Bereits in seinem ersten Jahr konnte er sich mit Rang sieben einen Platz in der Meisterschaftsendrunde erkämpfen. Dort traf er auf den amtierenden Schweizermeister Risto Väyrynen aus Genf. Einerseits war es sicher die Klasse des Gegners, andererseits aber wohl auch die nicht vollständige Gesundheit sowie der grosse Respekt vor dem Meister, welche dem Junior einen weiteren Erfolg verwehrten.

Der Meister trat sehr solide auf und demonstrierte dem jungen Aufsteiger aus dem Fricktal, wie man unter Druck und den wachsamen Augen der faszinierten Zuschauer ruhig und konzentriert bleibt. Der Wahl-Genfer, gebürtig aus Finnland, zeigte nach dem Sieg im Viertelfinale auch gegen den Berner Daniel Meyer eine gute Leistung, musste aber bereits deutlich mehr kämpfen. Im Final traf er auf den bereits mehrfachen Schweizermeister Jonni Fulcher (gebürtig aus Schottland, ebenfalls wohnhaft in Genf), der erpicht darauf war, die Scharte für die 0:4-Niederlage vom Vorjahr wieder auszuwetzen. Es entbrannte ein hart umkämpftes sechsstündiges Duell, in welchem sich die beiden Kontrahenten nichts schenkten. Mal lag der eine, dann wieder der andere in Führung. Beim Zwischenresultat von 2:3 stand Väyrynen mit dem Rücken zur Wand. Dank gutem taktischem Spiel, mehreren schönen Serien gelochter Kugeln und einem Quäntchen Glück schaffte er die Wende zum 4:3 und verteidigte seinen Titel. (mgt/sir)


Image Title

1/10

Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote