«Alu-Dosen sind kein Abfall»
19.01.2026 Persönlich«Jede Dose zählt», sagt die Hellikerin Brigitt Mangold. Seit 2013 sammelt sie Alu-Dosen und führt diese der Wiederverwertung zu. Ihr Sammelergebnis nähert sich der Millionengrenze. Ihr Motto: «Ich sammle weiter, Ihr seid grossartig. Danke für Eure ...
«Jede Dose zählt», sagt die Hellikerin Brigitt Mangold. Seit 2013 sammelt sie Alu-Dosen und führt diese der Wiederverwertung zu. Ihr Sammelergebnis nähert sich der Millionengrenze. Ihr Motto: «Ich sammle weiter, Ihr seid grossartig. Danke für Eure Mithilfe.»
Hans Zemp
Auf ihren regelmässigen Spaziergängen mit ihrem Hund, begann sich Brigitt Mangold über am Strassen- und Wegrand liegenden Abfall zu ärgern. Darum sammelte sie diesen immer wieder ein und entsorgte ihn so, wie es eigentlich sein sollte. Durch eine ihr bekannte Person wurde sie darauf aufmerksam gemacht, dass mit Alu-Dosen Geld generiert werden kann. Diese Information motivierte sie, mehr darüber zu erfahren. Das, was sie bei der Firma Igora in Zürich erfuhr, führte bei der Ordnung liebenden Brigitt Mangold dazu, dass sie sich ans Sammeln machte. Einerseits präsentierten sich die Wegränder im Sammelgebiet als Folge davon sauberer, andererseits liess sich mit Sammeln etwas Geld verdienen. Alu-Dosen sind schliesslich ein Wertstoff.
Brigitt Mangolds Absicht, möglichst viele Alu-Dosen sammeln zu können, führte zur Anfrage um Mithilfe bei den Schwingern. Das Resultat war so überwältigend, dass sie mit ihren Leuten bereits nach einem Jahr den Titel der Schweizermeisterin im Dosensammeln zugesprochen erhielt und dafür eine Belohnung von 1000 Franken erhielt. Dies spornte zum Weitermachen an.
Die Sammelergebnisse wurden immer erfreulicher
Im Startjahr erreichte das Sammelergebnis 240 Kilogramm. Im Jahr 2021 waren es bereits deren 1000 Kilo und im Jahr 2024 sogar 2000 Kilo. Diese Steigerung löste bei der initiativen Frau Freude aus. Klar war dies alles mit viel Arbeit verbunden. Alle Dosen werden gepresst, um die Volumina zu verkleinern und danach wird alles, was nicht Alu ist, aussortiert. Sie lacht und sagt, dass sie für diese Arbeit im Jahr 2025 total 187 Stunden und 40 Minuten aufgewendet hat.
Für Brigitt Mangold war sehr schnell klar, dass sie die Sammelarbeit nicht allein bewältigen kann. Anfänglich hätten viele Leute gar nicht gewusst, wie wertvoll dieser Altstoff ist. Nach dem Sammelstart mit den Schwingern hat Mund-zu-Mund-Propaganda dazu geführt, dass sich heute rund 150 Personen daran beteiligen. «Und das macht Spass und Freude», sagt eine strahlende Brigitt Mangold.
Und die Schwierigkeiten bei dieser Aktion
Die Hauptsammelstelle ist bei Brigitt Mangold daheim. Dort wird sortiert, gepresst und weitergeleitet. Die Dosenpresse hat Brigitt Mangold von der Firma Igora, die das Sammelgut nach der Zwischenlagerung in Kaiseraugst auch übernimmt. Und die Hellikerin ist richtig stolz, dass ihr Trennsystem von Hellikon in Kaiseraugst anerkannt wird.
Wer mit Feuer und Flamme bei der Sache ist, erzielt Erfolge. Der aktuelle Sammelstand liegt bei 12 639 Kilo oder 842 600 Dosen. Erklärtes Nahziel sind eine Million Dosen. Brigitt Mangold hofft, dieses innert Jahresfrist, eventuell früher, zu erreichen. Ihr erstes Etappenziel waren 10 000 Kilo oder 666 666 Dosen. Dieses wurde am 28. Januar 2025 überschritten. Die Sammelaktion hat nach wie vor steigende Tendenz und «das macht ganz fest Freude».
Die Dosen werden zu Blech, Futtergeschirr für Tiere und ähnlichen Sachen weiter verarbeitet. Sie helfen also, Rohstoffe zu sparen und Ressourcen zu aktivieren. Und weil das Alu-Dosensammeln und die Sortierung für Brigitt Mangold nur ein Hobby ist, ist sie um die vielen Mitwirkenden froh. Diese hat sie bei den Schwingern, bei vielen Bekannten und – für sie ganz schön – bei vielen Leuten in Hellikon gefunden. Sammel-Schwerpunkte sind Hellikon, Wittnau, Ormalingen und zwei Restaurants in Möhlin. Das Sammelzentrum behält Brigitt Mangold aber in Hellikon. Von dort aus werden alle Arbeiten fertiggestellt, Transport nach Kaiseraugst inklusive. Sie lacht dazu und meint: «Ohne meinen Gatten Fredi wäre all das gar nicht machbar. Auch er freut sich an dieser Beschäftigung.»
«Ich will diese Arbeit weiter machen, solange es meine Gesundheit zulässt», gibt sich die initiative Frau optimistisch. Man müsse halt immer ein Ziel vor Augen haben. Ein grosses Ziel für sie ist es denn auch, möglichst viele Leute darauf aufmerksam zu machen, wie wertvoll Alu-Dosen sind. Und sie würden ganz klar nicht auf die Felder gehören.
Für Wertstoffe gibt es Geld
«Jaja. Und das motiviert zusätzlich», strahlt sie. Und die Erlöse aus dieser Aktion gibt Brigitt Mangold weiter. So durften sich die Jungschwinger schon drei Mal im Europapark in Rust vergnügen, die Aktiven einmal im Schnee, der Faustball-Klub Wittnau erhielt einen Batzen und der Frauenturnverein Hellikon erhielt einen Zustupf an seine Jubiläumsreise nach Strassbourg. Auswirkungen haben die Helliker Alu-Dosen bis in den Vatikan. Die Helliker Musikgesellschaft spielte dort im Jahre 2023 bei der Vereidigung der neuen Schweizer Gardisten auf und erhielt für ihre Reise etwas Taschengeld. Eine Person im Rollstuhl durfte sich ebenfalls über einen Teil des Erlöses freuen und die Helliker Jugendriege freut sich ebenfalls auf den Beitrag, wenn sie im Frühjahr nach Rust gehen dürfen. Wer wieviel erhält, entscheidet immer Brigitt Mangold. «Gewisse Begünstigungen können, wenn sie Sinn machen, spontan geschehen.» Aber alles, was hereinkommt, wird wieder investiert. Darum: «Jede Dose zählt.»
Es ist ganz Brigitt Mangold, das Positive zu sehen, Freude am gemeinsamen, sinnvollen Tun und darüber hinaus, am Erfolg zu haben. Darum ist sie auch sicher, dass alle, die einmal mitmachten, dies auch in Zukunft tun werden.

