Als Amerika im Fricktal lag
23.01.2026 FricktalTheodor Boders Film «Linn Wyler» feiert in fricks monti Premiere
Die fiktive Lebensgeschichte der Linn Wyler zeigt eine
Auswanderergeschichte und entführt die Zuschauer ins Amerika um 1860. Was nach Wildem Westen aussieht, wurde hauptsächlich zwischen ...
Theodor Boders Film «Linn Wyler» feiert in fricks monti Premiere
Die fiktive Lebensgeschichte der Linn Wyler zeigt eine
Auswanderergeschichte und entführt die Zuschauer ins Amerika um 1860. Was nach Wildem Westen aussieht, wurde hauptsächlich zwischen Wallbach und Wegenstetten gedreht.
Petra Schumacher
Für viele war Amerika ein Land der Sehnsucht. Für die meisten aber ein Zufluchtsort und die einzige Hoffnung auf ein besseres Leben. Linn Wyler, um die es im gleichnamigen Film geht, lebt unter schlechten Verhältnissen im Schwarzwald. Sie ergreift die Chance, nach Amerika auszuwandern. Von Hamburg aus mit dem Schiff nach New York und von dort in den Mittleren Westen. Der Film zeigt die Erfahrungen und Wandlungen, die die junge Frau in ihrem neuen Leben in Amerika durchmachen muss und wie sie diese meistert.
Filmcrew aus dem Fricktal
Der Kinosaal von Fricks Monti ist gut gefüllt. Bekannte Gesichter aus Wallbach, Mumpf und Frick sind da. Das ist nicht verwunderlich. Der Mumpfer Filmemacher Theodor Boder arbeitet im Film mit Laiendarstellern. Fast alle seiner Schauspieler hat er im Fricktal gefunden. «Sich gleich auf der Leinwand zu sehen, fühlt sich speziell an», so Cornelia Stamm, die im richtigen Leben die Nachbarin vom Filmemacher ist. Anna Malik spielt die strenge, eigentlich schon bösartige Adoptivmutter aus dem Schwarzwald. «In die Rolle habe ich mich schnell eingefunden. Ich habe sechzehn Jahre Theater gespielt», so die Mumpferin, die mit einem Augenzwinkern hinzufügt: «Da habe ich manches Mal die Böse gespielt.» Auch für Matthias Keusch und Florian Mühlebach aus Frick, die zusammen mit den Mumpfer Schwestern Lea und Sina Studinger zwei Auswandererpaare spielen, ist es die erste Filmerfahrung. «Auch wenn der Film synchronisiert wurde, mussten wir unsere Dialoge kennen, denn unsere Mimik und die Mundbewegungen mussten ja passen», erklärt Florian Mühlebach und Matthias Keusch ergänzt: «Wie oft wir da manche Szene wiederholen mussten, weil eine Kleinigkeit nicht passte, war erstaunlich. Da merkt man erst, auf was es alles beim Dreh ankommt.»
Wilder Westen in der Garage
Ob der Zuschauer im Schiffsbauch die Überfahrt nach New York oder die Zugfahrt in den Mittleren Westen erlebt oder sieht, was sich im Farmerhaus abspielt, er schaut immer in die Garage von Schreiner Urs Thomann in Wallbach. «Ich habe das erste Mal für eine Filmproduktion gearbeitet. Für mich war das eine spannende Erfahrung», erzählt Urs Thomann. «Ich konnte meine Ideen einbringen und durfte recht kreativ werden, um das umzusetzen, was Theodor Boder haben wollte.» Die erste Filmerfahrung war es auch für Stefan Schreiber von der Stone Ranch in Wegenstetten. «Das Thema Auswandern begleitet mich schon lange. Freunde sind nach Montana gegangen», erklärt er. «Die Filmidee hat mich sofort angesprochen. Die Pferde, die Wiesen und das ganze Drumherum – bei uns ist ja alles vorhanden.»
Filmtradition erlebbar machen
«Linn Wyler» wurde mit nur einer Kamera gedreht und für jede Szene gab es auch nur eine Kameraeinstellung. Ortswechsel oder ein Zeitsprung wurden von Theodor Boder optisch durch Schwarzblenden kenntlich gemacht. Der Film kommt ohne Effekte, laute Geräusche oder schnelle Schnitte aus. «Ich habe mich an Filmen aus den vierziger und fünfziger Jahren orientiert», führt Theodor Boder aus. «Mit den alten Stilmitteln wollte ich unbedingt arbeiten.» Der Zuschauer erlebt mit «Linn Wyler» nicht nur eine berührende Geschichte, sondern auch Kino auf eine ganz besondere Art.
Linn Wyler läuft aktuell in fricks monti.

