Alpine Sanges-Tradition im Fricktal
06.08.2026 RheinfeldenSeit 100 Jahren wird in Laufenburg und Rheinfelden gejodelt – und hoffentlich auch in Zukunft
Der Jodlerklub Laufenburg-Rheinfelden feiert am 24. Oktober sein 100-jähriges Bestehen in Gansingen.
Peter Schütz
Dieses besondere Jubiläum ...
Seit 100 Jahren wird in Laufenburg und Rheinfelden gejodelt – und hoffentlich auch in Zukunft
Der Jodlerklub Laufenburg-Rheinfelden feiert am 24. Oktober sein 100-jähriges Bestehen in Gansingen.
Peter Schütz
Dieses besondere Jubiläum wird in Verbindung mit dem Jodlerabend von einem unterhaltsamen und abwechslungsreichen Festprogramm umrahmt. Unter anderem sollen so bekannte Gastformationen wie die Schüpferi Meitli, das Jodelchörli Hüsliberg-Ebnat-Kappel und die Goudbachgiele auftreten. Die Gastgeber treten selber davor am 4. Oktober in Rheinfelden am Herbstmarkt und am 26. September in Klosters auf.
Der Jubiläumsfeier liegt die Gründung des Jodlerklubs Rheinfelden am 25. November 1925 zugrunde. Initiant und erster Präsident war Emil Schoch. «In seinen Anfängen hatte der Klub grosse Schwierigkeiten zu überwinden», weiss Roland Obrist, zwölf Jahre lang Präsident des Jodlerklubs Laufenburg-Rheinfelden. Gute Kameradschaft und die Treue zum Verein halfen, die Startprobleme zu überwinden. Erste Konzerte und weitere Auftritte folgten, berichtet Obrist, «es durften schöne Erfolge gefeiert werden». 1926 zählte der Jodlerklub Rheinfelden zwölf Sänger. 1935 erfolgte in Laufenburg die Gründung des Bernervereins Laufenburg durch einige «Heimwehberner». Später wurde der Verein zum «Jodelchörli Laufenburg» umbenannt. Erster Präsident war Walter Habegger, dirigiert wurden die Sänger von Pfarrer Sägesser. Der junge Verein hatte es, wie derjenige in Rheinfelden, anfänglich nicht leicht, «denn die Sänger kamen und gingen, wie sie wollten», ist in alten Protokollen zu lesen. Weiter ist zu lesen, «dass die Sängerinnen und Sänger davonliefen. Es herrschte Interessenlosigkeit». Die beiden Vereine wussten von den Problemen des anderen, beide standen kurz vor ihrer Auflösung. 2004 beschlossen sie, gemeinsame Wege zu gehen. Doch erst 2011 erfolgte die Fusion. Am 27. Oktober 2012 traten sie erstmals als Jodlerklub Laufenburg-Rheinfelden auf.
Der Club würde sich über Neuzugänge freuen
Im Jahre 2024 legte Roland Obrist sein Amt als Präsident nieder. Mit Weitblick wählte der Verein ein zweiköpfiges Präsidium: Hanspeter Steinacher und Corinne Sibold agieren seither als Co-Präsidenten. Dem Jodlerklub gehören derzeit 22 Aktive an, davon sechs Jodlerinnen. Das Gros stammt aus den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden. Dirigentin ist mittlerweile im vierten Jahr Trudi Hunziker aus Frick – ein Glücksfall für den Jodlerklub Laufenburg-Rheinfelden, f indet Hanspeter Steinacher. «Sie ist wirklich gut und beliebt», sagt er. Geprobt wird jeweils am Mittwochabend um 19.45 Uhr im Schulhaus Blauen in Laufenburg. Interessierte sind nach vorheriger Anmeldung bei Corinne Sibold eingeladen, unverbindlich mitzusingen. Über Neuzugänge würde sich der Jodlerklub freuen, denn: «Es ist ein Kampf um Leute», sagt Hanspeter Steinacher, «wir freuen uns auf jeden und jede, der oder die kommt».
Erlebt das Jodeln eine Renaissance?
Gerade die Jungen für das Singen und Jodeln zu begeistern, sei schwierig, weiss Steinacher, denn die «Konkurrenz» – Feuerwehren, Sportvereine – sei gross. Kommt hinzu, dass das Jodeln im Fricktal gesellschaftlich nicht so fest verankert ist wie zum Beispiel im Appenzell. Womit der Jodlerklub Laufenburg-Rheinfelden hingegen punkten kann, sind Geselligkeit und natürlich Einblicke in die Kunst des Jodelns, das in den Alpenländern eine lange Tradition hat. Jodeln ist zweistimmig, der begleitende Männerchorgesang vierstimmig. Aktuell erlebt das Jodeln eine Renaissance in der Schweiz – verbunden mit den Namen Melanie Oesch oder Nadja Räss. Letzterer wurde kürzlich der hochdotierte Schweizer Grand Prix Musik 2026 verliehen. Jodeln ist also kein Fall für ältere Personen, sondern auch für den Nachwuchs. Siehe das Chinderjodlerchörli Frick, das von Trudi und Matthias Hunziker geleitet wird.
Handbestickte Trachten
Der Jodlerklub Laufenburg-Rheinfelden ist auch optisch ein Hingucker. Die gemeinsame Tracht mit den aufwändig handgestickten Motiven hat Stil, ebenso die zuletzt am eidgenössischen Jodlerfest in Basel mitgeführten Wasen- und Storchentürme in Miniatur. «Bis zum heutigen Tag lebt und pflegt der Jodlerklub Laufenburg-Rheinfelden den volkstümlichen Gesang und das Jodeln mit viel Liebe und Freude erfolgreich», bemerkt Roland Obrist. Der Klub sei gesund, hält er fest. Und: «Ein gut funktionierender Vorstand, eine hervorragende Dirigentin sowie eine motivierte Sängerschar sind beste Garanten.»
Der Jodlerklub Laufenburg-Rheinfelden im Internet:
www.jk-laufenburg-rheinfelden.ch



