«Alles muss sich verzahnen, wie bei einem Uhrwerk»
11.08.2026 FrickDie Vorbereitungen für das Markfest in Frick gehen in die finale Runde
Es gibt Checklisten, Notfallpläne, hohe Sicherheitsstandards und eine gute Infrastruktur. Damit die Bevölkerung vom 21. bis 23. August schöne und sichere Festtage in Frick erleben kann, muss «hinter den Kulissen» ...
Die Vorbereitungen für das Markfest in Frick gehen in die finale Runde
Es gibt Checklisten, Notfallpläne, hohe Sicherheitsstandards und eine gute Infrastruktur. Damit die Bevölkerung vom 21. bis 23. August schöne und sichere Festtage in Frick erleben kann, muss «hinter den Kulissen» viel laufen, das wird im Gespräch mit Andreas Fahrni, Leiter Brandschutz und Sicherheit, und Manuel Huber, Leiter Infrastruktur, deutlich.
Petra Schumacher
Sein 325-Jahr-Marktjubiläum feiert Frick in diesem Jahr mit einem dreitägigen Marktfest. 20 000 Besucher werden erwartet. Ein Fest dieser Grössenordnung braucht einen zeitlichen Vorlauf und ein erfahrenes Team. «Die erste OK-Sitzung hatten wir im 2023, berichtet Andreas Fahrni, Leiter Brandschutz und Sicherheit. «Anfangs ging es um grobe Richtwerte wie das Festlegen des Datums und der Grösse des Festgeländes. Danach waren die OK-Teams gefordert, die sich um das Programm, die Mitarbeit der Vereine, das Sponsoring und das Marketing kümmern. Je konkreter die drei Tage wurden, desto intensiver wurde meine Arbeit.» Der dicke Ordner, der vor ihm auf dem Tisch liegt, lässt erahnen, dass die Themen Brandschutz und Sicherheit umfangreich sind. «Beruflich komme ich aus dem Sicherheitsbereich, ich habe 20 Jahre Erfahrung und war bis 2023 Feuerwehrkommandant hier in Frick», so Andreas Fahrni. «Ich bin überzeugt, dass es solch einen Hintergrund braucht, um die anspruchsvollen Aufgaben umsetzen zu können.»
Zusammenarbeit und gute Abstimmung sind entscheidend
«Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana und den verschiedenen Terroranschlägen auf öffentliche Veranstaltungen haben die Themen Brandschutz und Sicherheit für die Festbesucher eine ganz andere Bedeutung erhalten. Das ist uns bewusst, weshalb wir viel Zeit und Geld investiert haben, um sichere Festtage zu organisieren», so Andreas Fahrni. «Vom Bund, Kanton und den Versicherungen gibt es ganz klare Auflagen. Um diese umsetzen zu können, ist eine enge Zusammenarbeit und gute Abstimmung mit dem Sicherheitsdienst, dem Samariterverein, der Feuerwehr, dem Rettungsdienst und der Regionalpolizei erforderlich. Alles muss ineinander verzahnt ablaufen wie bei einem Uhrwerk.»
Digitale Kommunikation
Andreas Fahrnis Devise lautet: «Die beste Krise ist die, auf die man vorbereitet ist.» Deshalb setzt er eine Kommunikations-App ein, die speziell für das Marktfest angepasst wurde und die von allen Stand- und Restaurantbetreibern genutzt werden soll. In der App sind mögliche Ereignisse – von Unwetter über Diebstahl bis hin zum medizinischen Notfall – hinterlegt. Mit wenigen Klicks können darüber in kürzester Zeit alle zuständigen Personen informiert und Hilfe organisiert werden. «Ich sehe diese App als wertvolle Unterstützung. Deswegen werde ich vorab auch eine Schulung mit allen Verantwortlichen durchführen, um die richtige Handhabung zu vermitteln.»
Neben den Checklisten für die Sicherheitsabnahme der einzelnen Festbetriebe, der Markierung der Fluchtwege und den verschiedenen Notfallplänen wurden Fahrzeugsperren organisiert, die an den Zufahrten installiert werden. «Wir investieren da einen grossen Teil unseres Budgets», so Andreas Fahrni. «Aber die Sicherheit steht für uns ganz oben an.»
Marktfest: Helfer gesucht
Komplex sind bei der Organisation des Fricker Marktfestes auch die Anforderungen im Bereich der Infrastruktur. «Wir sind die Drehscheibe aller Ressorts», erklärt Manuel Huber, der diesen Bereich zusammen mit Marius Bölsterli verantwortet. «Von Platzplanung über die Stromversorgung, Installation der WC-Anlagen bis hin zu Detailfragen, wie Wünschen der Künstler an ihre Garderobe – wir sind dafür verantwortlich, dass alles, was gebraucht wird, vorhanden ist.» Kurz vor dem Fest erwarten Manuel Huber und Marius Bölsterli kurze Nächte. «Viele Fragen und Wünsche werden kurzfristig kommen und meist müssen schnelle Lösungen parat sein.» Zur heissen Phase gehören nicht nur die drei Festtage. Gerade die Tage für den Auf- und Abbau sind anspruchsvoll. Manuel Huber: «Für den Aufund Abbau wären wir noch über zusätzliche Helfer froh, denen wir gern ein kleines Entgelt zahlen.»
Als schöne Herausforderung sieht Manuel Huber eine Dekorationsaufgabe. Der Marktschirm, das Logo des Marktfestes, soll überall präsent sein. In Zusammenarbeit mit der Schule wurden dazu rund 1000 Marktschirmschilder in unterschiedlichen Grössen von Fricker Kindern gestaltet. Diese gilt es, auf dem Festgelände gut sichtbar zu verteilen.
(psc)

