AKB mit mehr Wachstum aber weniger Gewinn
24.02.2026 AargauAargauische Kantonalbank erfolgreich unterwegs
Die Aargauische Kantonalbank (AKB) gewinnt weitere Marktanteile bei Privatpersonen und Unternehmen. Der Jahresgewinn ging im vergangenen Jahr wegen dem niedrigeren Zinsumfeld um 21,5 Prozent auf 197,2 Millionen Franken zurück.
Bei unverändert vorsichtiger Risikopolitik steigen die Ausleihungen um 5 und die Kundengelder gar um 6,9 Prozent. Kundinnen und Kunden investieren anhaltend stark in Wertschriftenlösungen, sodass das Depotwachstum, unterstützt durch positive Aktienmärkte, hohe 11,3 Prozent beträgt. Der Rückgang des Geschäftserfolgs im Geschäftsjahr 2025 auf 238,7 Millionen war erwartet worden und ist geprägt vom Tiefzinsumfeld. Die verschiedenen Zinssenkungen der Schweizerischen Nationalbank spiegeln sich im tieferen Zinsergebnis wider – insbesondere in den Erträgen aus SARONbasierten Ausleihungen.
Hohes Ausleihungswachstum
Die AKB als Universalbank nutzt ihre Wachstumsopportunitäten. Die Kundenausleihungen wachsen um 1,4 Milliarden auf 29,0 Milliarden Franken. Der Fokus auf das Marktgebiet ist weiterhin ausgeprägt. Über 90 Prozent der Ausleihungen befinden sich im Marktgebiet der AKB. Den hypothekarisch gedeckten Ausleihungen stehen Immobiliensicherheiten in doppelter Höhe gegenüber. Die Stabilität der Bank zeigt sich auch darin, dass das erfreuliche Ausleihungswachstum vollumfänglich über neu gewonnene Kundengelder refinanziert werden kann.
Zinserfolg geprägt von Tiefzinsumfeld
Nach den ertragsmässig sehr erfolgreichen Jahren 2023 und 2024, welche durch das höhere Zinsumfeld geprägt waren, erfolgt nun der erwartete Rückgang von 87,8 Millionen bzw. −20,2 Prozent im Brutto-Zinserfolg.
Die Kundenvermögen belaufen sich neu auf 40,8 Milliarden Franken und entsprechen einem Zuwachs von 3,4 Milliarden bzw. 9,1 Prozent. Die Depotbestände der Kundinnen und Kunden liegen dabei erstmalig über 20 Milliarden. Dass die AKB ihre qualitative Wachstumsstrategie erfolgreich umsetzt, zeigt sich am Businessvolumen – bestehend aus Krediten, Kundengeldern und Depotwerten –, welches um 7,8 Prozent auf den neuen Höchstwert von 74,4 Milliarden Franken steigt.
Der zweitgrösste Erfolgspfeiler – das Kommissionsgeschäft – wächst im Berichtsjahr um erfreuliche 9,8 Millionen auf 99,3 Millionen Franken. Der Anstieg resultiert primär aus den gesteigerten Erträgen im Wertschriften- und Anlagegeschäft. Die Erhöhung der Depotvermögen, insbesondere bei den AKB-Fonds und den Vermögensverwaltungsmandaten, gepaart mit einer Zunahme an Börsentransaktionen, tragen zum erfreulichen Resultat bei.
Der Personalaufwand erhöht sich um 3,3 Millionen auf 149,4 Millionen Franken. Die AKB befindet sich weiterhin in einer Wachstumsphase und nutzt die sich bietenden Opportunitäten, um gut qualifiziertes Personal zu gewinnen. Per Jahresende erhöht sich die Zahl der Vollzeitstellen um 40,5 auf rund 878 (+4,8 %).
Der Geschäftserfolg beläuft sich auf 238,7 Millionen. Er liegt 19,7 Prozent unter dem Vorjahr. Der Jahresgewinn beträgt 197,2 Millionen und liegt 54,0 Millionen Franken, respektive 21,5 Prozent unter dem Vorjahr.
Kanton Aargau erhält 115,2 Millionen
Der Bankrat beantragt dem Regierungsrat zuhanden des Grossen Rats eine Ausschüttung an den Kanton Aargau von 100 Millionen (Vorjahr 114 Millionen). Zusammen mit der Abgeltung der Staatsgarantie in Höhe von 15,2 Millionen erhält der Kanton Aargau für das Geschäftsjahr 2025 eine Gesamtentschädigung von 115,2 Millionen Franken.
Verhaltener Ausblick
Die wirtschaftspolitischen Entscheidungen im vergangenen Jahr, allen voran die Ankündigungen und Umsetzungen weitreichender Handelszollmassnahmen durch die USA, führten – zumindest bisher – zu spürbar weniger negativen Folgen als erwartet. Die leichte globale Eintrübung beim Handel mit Industriegütern wurde durch eine äusserst solide Entwicklung des Dienstleistungssektors überkompensiert. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten bleiben auch im laufenden Jahr hoch. Die Entwicklung in den USA und die politischen Patt-Situationen in wichtigen europäischen Ländern dürften auch weiterhin für einen grossen Zuf luss in den Schweizer Franken sorgen. Es ist daher gut möglich, dass die Inflationsraten in der Schweiz weiter sinken und die Def lationsgefahr weiter zunimmt. Die AKB schliesst daher nicht aus, dass die SNB im Jahresverlauf gezwungen sein könnte, den Leitzins neuerlich in den negativen Bereich zu senken. Für das laufende Jahr erwartet die AKB aufgrund des anhaltenden Tiefzinsniveaus ein Jahresergebnis leicht unter dem Niveau des Vorjahres. (nfz)

