Abgerechnet wird nach sechs Gängen
14.07.2026 Fricktal, SportDer Weissenstein-Schwinget ob Solothurn wurde am Samstag zum 75. Mal ausgetragen. Nick Alpiger beendete die Nordwestschweizer Durststrecke. Der Fricktaler Tobias Dünner machte am Nordwestschweizer-Bergfest mit einem starken Morgenprogramm auf sich aufmerksam.
Ludwig Dünner
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Der Weissenstein-Schwinget ob Solothurn wurde am Samstag zum 75. Mal ausgetragen. Nick Alpiger beendete die Nordwestschweizer Durststrecke. Der Fricktaler Tobias Dünner machte am Nordwestschweizer-Bergfest mit einem starken Morgenprogramm auf sich aufmerksam.
Ludwig Dünner
Zum 75. Mal wurde am Samstag der Weissenstein-Schwinget auf dem Solothurner Hausberg ausgetragen. 90 Schwinger traten an: je 30 aus der Nordwest-, Südwest- und Nordostschweiz. Mit Schwingerkönig Armon Orlik sowie Damian Ott und Domenic Schneider standen mehrere Ostschweizer Spitzenschwinger im Sägemehl; insgesamt waren 18 Eidgenossen am Bergkranzfest dabei. Die Gäste wurden von einer starken Nordwestschweizer Mannschaft gefordert. So standen sich mit Sinisha Lüscher und Nick Alpiger erstmals zwei Nordwestschweizer Schwinger im Schlussgang gegenüber. Alpiger bezwang den jungen Lüscher nach rund viereinhalb Minuten und beendete damit eine zwölfjährige Durststrecke der Nordwestschweizer. Domenic Schneider erschwang sich zudem seinen 100. Kranz.
Seinen ersten Eidgenossen bezwungen
Da im Schwingklub Fricktal derzeit aktive Kranzschwinger rar sind, fiel auch die Fricktaler Beteiligung an den Bergfesten bescheiden aus. Am Stossschwinget war der Klub nicht vertreten. Sämi Schmid legt bis zum Nordwestschweizer Schwingfest eine Wettkampfpause ein und verzichtete deshalb auf Starts auf dem Weissenstein und auf dem Stoss. Tobias Dünner hingegen sicherte sich mit seiner Leistung am Aargauer Kantonalschwingfest Startplätze auf dem Weissenstein und am Rigi-Schwinget. Am Samstagmorgen startete er stark: Nach einem Sieg mit der Maximalnote wurde ihm im zweiten Gang der Ostschweizer Eidgenosse Marco Good zugeteilt. Für einen Kantonalkranzer ist ein Sieg gegen einen Eidgenossen ein Meilenstein. Dünner nutzte seine Chance und bezwang Good. «Ich habe im ersten Gang zugeschaut, als er gegen Tim Roth schwang, und gesehen, dass Roth ihn fast mit dem ‹Wyberhaken› besiegen konnte. So gelang es mir, mit dem Schwung zum Sieg anzusetzen», erklärte Dünner. Nach zwei Gängen führte er mit der Maximalpunktzahl das Fest an. Im dritten Gang traf er auf den Ostschweizer Andy Signer und verlor in der letzten Minute. Trotzdem lag er zur Festhälfte noch auf Rang zwei und war auf Kranzkurs. Doch abgerechnet wird erst nach sechs Gängen. Gegen das Schwergewicht Mario Schneider startete Dünner in den Nachmittag; der Gang endete gestellt. Im fünften Gang wurde ihm mit dem Südwestschweizer Christoph Baeriswyl nochmals ein machbarer Gegner zugeteilt. Der Routinier erwischte Dünner jedoch eiskalt, womit der erste Bergkranz ausser Reichweite rückte. Auch den letzten Gang gegen Janik Korrodi verlor Dünner, jenen Gegner, den er am Eidgenössischen in Mollis noch besiegt hatte. «Ich wusste, dass es für den Kranz nicht mehr reicht. Deshalb konnte ich keine Spannung mehr aufbauen und war mental nicht mehr bereit für einen Sieg», sagte Tobias Dünner. Er beendete das Fest auf dem 14. Schlussrang, machte mit seinem starken Morgenprogramm aber auf sich aufmerksam.
Nicht tatenlos zu Hause
Sämi Schmid, der aus gesundheitlichen Gründen derzeit eine Wettkampfpause einlegt, blieb dennoch nicht tatenlos zu Hause. Er war am Samstag auf dem Weissenstein als einer der Nordwestschweizer Betreuer im Einsatz. «Für mich war Sämi vor und nach den Gängen eine grosse Stütze. Er strahlte immer die nötige Ruhe aus», lobte Dünner seinen Klubkameraden. Mit Yvette Dünner, Martin Wüthrich und David Schmid (Gipf-Oberfrick), die im Rechnungsbüro arbeiteten, sowie Willi Schillig in der Einteilung, standen weitere Mitglieder des Schwingklubs Fricktal auf dem Weissenstein im Einsatz.

