Abgeblitzt

  29.01.2026 Frick

IG Lärm scheitert formell, die Forderungen bleiben

Anstatt 300 pochen 4 Fricker auf Lärmreduktion auf der Autobahn

Während die Gemeinde Frick legitimiert ist, gegen die Pläne des Astra Einsprache zu erheben, spricht das Uvek der IG Lärm das Recht ab, als Einsprecher aufzutreten. Auf die Einsprache tritt die Behörde trotzdem ein. Die Hoffnung auf nachhaltigen Lärmschutz bleibt.

Simone Rufli

Der Vorstand der «IG gegen Lärm der Nationalstrasse A3», kurz IG Lärm, hat am 6. Dezember 2025 termingerecht und parallel zur Einsprache des Gemeinderats eine Einsprache gegen das damals aufgelegte Nationalstrassenprojekt des Astra (Bundesamt für Strassen) eingereicht. In beiden Rechtsmitteln wird der Einsatz eines Belags mit einer deutlich wahrnehmbaren lärmreduzierenden Wirkung gefordert. Eine Forderung, die sich auf das Umweltschutzgesetz stützt, wonach Lärmemissionen an der Quelle zu begrenzen sind. Als günstige und einfache Massnahme könnte auch kumulativ die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Einf lussbereich des Siedlungsgebietes Frick auf 100 km/h herabgesetzt werden.

Am 15. Januar 2026 hat das eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr und Kommunikation (Uvek) nun eine Verfügung erlassen. In dieser Verfügung spricht das Uvek der IG Lärm die Legitimation ab, die circa 300 Personen, die die Einsprache unterzeichnet haben, zu vertreten. Zur Begründung hält das Uvek fest, dass die IG Lärm – «mangels Statuten und Mitgliederliste» – kein Verein ist. Auf die Einsprache der «IG gegen Lärm der Nationalstrasse A3» sei deshalb nicht einzutreten. Das bedeutet konkret, dass die IG vom weiteren Verfahren ausgeschlossen ist.

Nur der Vorstand zugelassen
Leer gehen die Einsprecher dennoch nicht aus. Das Uvek hat mit der gleichen Verfügung auch entschieden, «die Eingabe als eigenständige Einsprache der Herren Härdi, Schweizer, Sollfrank und Rippstein entgegenzunehmen. In Zukunft sind im weiteren Verfahren nur die vier genannten Personen berechtigt, einen allfällig negativen Entscheid des Uvek anzufechten.» Dieter Härdi, Jörg Schweizer, Uwe Sollfrank und Patric Rippstein – alle vier Anwohner des lärmgeplagten Quartiers Frickberg – sind die Initianten und Koordinatoren der Ende 2020 gegründeten IG. Sie waren es auch, die innert Kürze rund 300 Unterschriften für die Einsprache sammelten und als Vorstand der IG auftreten. «Als Vorstandsmitglieder der IG bedauern wir den formellen Entscheid des Uvek natürlich», betonen Dieter Härdi und Jörg Schweizer am Montagnachmittag beim Treffen mit der NFZ. «Es ist schade, dass nicht alle 300, die unterschrieben haben, zugelassen werden, nur weil kein Vereinsstatus vorliegt.»

Verzicht auf Weiterzug
Auch wenn sie angesichts der persönlichen Betroffenheit aller Mitunterzeichner einen anderen Entscheid bevorzugt hätten, Härdi und Schweizer sagen klar: «Wir verzichten darauf, den Entscheid des Uvek beim Bundesverwaltungsgericht anzufechten.» Zum einen seien die Erfolgsaussichten gering. Zum anderen gehe es nicht darum, einen Rechtsstreit vom Zaun zu brechen, zumal die Einsprache inhaltlich ja trotzdem geprüft werde.

«Wir sind gespannt, wie unsere Argumente inhaltlich beurteilt werden und was an Verbesserungen für die Lärmsituation an der Autobahn A3 in Frick erreicht werden kann», sagt Dieter Härdi. Und Jörg Schweizer betont: «Was wir fordern, ist, dass das Astra nicht einfach eine reine Belagssanierung realisiert, sondern notwendige und nachhaltige Schallschutzmassnahmen umsetzt. Im Rahmen des Nationalstrassenprojektes sind nämlich keinerlei Massnahmen für eine Verbesserung der Lärmsituation im Bereich des Siedlungsgebietes Frick vorgesehen. Die A3 zwischen Rheinfelden und Frick soll als Chance genützt werden, um zukunftsgerichtete Lösungen im Sinne des Gesundheitsschutzes umzusetzen, sei es bei der Wahl des Belags, bei der Erneuerung der Lärmschutzwände – deren Lebensdauer begrenzt ist – oder bei der Temporeduktion entlang des bewohnten Gebiets.»

Es gehe darum, jetzt dem wachsenden Verkehrsaufkommen Rechnung zu tragen und nicht eine unbefriedigende Situation für die nächsten 30 Jahre zu zementieren. «Wir wollen keinen Streit mit dem Astra. Wir suchen nach tragfähigen Lösungen, welche die Anwohnerinnen und Anwohner vor den starken Lärmimmissionen der Autobahn nachhaltig schützen», so Dieter Härdi. Und Jörg Schweizer meint: «Es wäre schade und auch tragisch, wenn am Ende das rein pekuniäre Denken über Massnahmen entscheiden würde.»


Neben der Gemeinde Frick, die anwaltlich vertreten ist, haben auch die Gemeinden Oeschgen, Eiken, Mumpf und Zeiningen eine eigene Einsprache eingereicht (die NFZ berichtete). Die Einsprache der IG Lärm ist auf der Webseite der Gemeinde Frick einsehbar, zu finden unter: Lärmschutz Autobahn, Dokumente. – Stellungnahme der IG Lärm in den Gemeindenachrichten unter Frick.

 


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