«Die Situation erinnert an ein Wimmelbuch»
10.03.2023 Frick
Autos hinter Lastwagen, Velos neben Trottis, Fussvolk zwischen Postautos und Betonmischern – im stark frequentierten Baustellenbereich an der Fricker Hauptstrasse funktioniert das Zusammenleben nur solange unfallfrei, wie alle Verkehrsteilnehmer aufmerksam sind.
Simone ...
Autos hinter Lastwagen, Velos neben Trottis, Fussvolk zwischen Postautos und Betonmischern – im stark frequentierten Baustellenbereich an der Fricker Hauptstrasse funktioniert das Zusammenleben nur solange unfallfrei, wie alle Verkehrsteilnehmer aufmerksam sind.
Simone Rufli
Rund 15 000 Fahrzeuge passieren Frick pro Tag. Das sind in «normalen Zeiten» ohne Baustelle schon eine ganze Menge. Jetzt, wo sich Fahrzeuge und Menschen den Raum zwischen Abschrankungen und Baustellenverkehr teilen müssen, wo Fussgänger gezwungen sind – mangels Trottoir – die Strassenseite auf Höhe der Migros zu wechseln, wirkt alles noch viel dichter und gedrängter.
Rückwärtig geht nicht
Eine Einschätzung, die auch Fricks Gemeindeschreiber Michael Widmer teilt. «Die Situation erinnert ein bisschen an ein Wimmelbuch», zieht er einen nicht ganz ernstgemeinten Vergleich. Die aktuelle Situation im Fricker Unterdorf sei für alle Verkehrsteilnehmer extrem herausfordernd. «Tatsache ist, wir haben keinen Platz. Bekommt man eine Bewilligung, an dieser Stelle zu bauen, dann hat man aber keine andere Möglichkeit, als von der Hauptstrasse her zuzufahren. Rückwärtig gibt es keine Möglichkeit.» Reklamationen habe es bisher keine gegeben, sagt der Gemeindeschreiber. «Jedenfalls sind mir keine bekannt.» Immerhin: «Seit die umfangreichen Betonarbeiten abgeschlossen sind, hat sich die Situation im Bereich der Baustellenzufahrt etwas beruhigt.» Dass sich der Verkehr mehr schlecht als recht vorwärtsbewegt, sei in dieser unübersichtlichen Situation ein Vorteil. So würden Verkehrsteilnehmer, die von der Kaistenbergstrasse her beim Kino Monti in die Hauptstrasse einbögen, gezwungen, im Schritttempo zu fahren, was zur allgemeinen Sicherheit beitrage, so Widmer.
Alles andere als zufriedenstellend
Dass auf diesem einen «Haufen», wie er es nennt, zu viel los ist, findet auch Stefano Donatiello. Weit entfernt davon, die Situation zu beschönigen, meint der Kreisingenieur auf die Frage der NFZ, wie der Kanton als Eigentümer der Hauptstrasse die Lage beurteilt: «Wir haben uns schwergetan, in diesem Knotenbereich die Zufahrt zur Baustelle ab der Kantonsstrasse zu bewilligen.» Die Situation sei alles andere als zufriedenstellend. «Sie ist eigentlich gefährlich, zumal es im Kreuzungsbereich auch noch Parkplätze vor Ladengeschäften hat, von denen aus die Fahrzeuge rückwärts zurück auf die Kantonsstrasse hinausfahren. Aber wir mussten diesen Kompromiss eingehen, weil bei diesen geringen Platzverhältnissen nicht anders gebaut werden kann.»
Erfreut zeigt sich der Kreisingenieur über das den Umständen entsprechend angepasste Verhalten sämtlicher Verkehrsteilnehmer. «Es macht den Eindruck, als würden alle aufmerksamer durch Frick fahren, als es ohne Baustelle der Fall ist.» Wäre Frick eine Stadt, so der Kreisingenieur, hätte man wohl einen Portalkran aufgestellt und den Verkehr unten durchfahren lassen.
Auch wenn in Frick derzeit an allen Ecken und Enden gebaut wird und aus den 5736 Einwohnerinnen und Einwohnern (Stand 1.1.2023) in absehbarer Zeit 6000 werden – in den Genuss eines städtischen Portalkrans kommt die Zentrumsgemeinde deswegen noch lange nicht.


