PETER SCHMIDS FRICKTALER CHECK
06.11.2026 FricktalFlitzbus? – Poschti!
Wie gut kennen Sie sich in unserer Region aus? Geografisch? Historisch? Allgemein? Machen Sie den Check!
In welchen Bus steigen Sie ein: in den grünen? Den gelben? Auch nach dieser Lektüre?
Peter ...
Flitzbus? – Poschti!
Wie gut kennen Sie sich in unserer Region aus? Geografisch? Historisch? Allgemein? Machen Sie den Check!
In welchen Bus steigen Sie ein: in den grünen? Den gelben? Auch nach dieser Lektüre?
Peter Schmid*
Falls Sie öfter Postauto fahren: Wie zufrieden sind Sie mit der Pünktlichkeit, dem Fahrkomfort, der Freundlichkeit der Chauffierenden? Und vor allem: Fühlen Sie sich sicher in den gelben Bussen, wenn diese mit Schwung und Düdado die Kehren nehmen, hinauf zum Benkerjoch oder runter von der Staffelegg? Ich selber habe volles Vertrauen in die Fahrtüchtigkeit von Personal und Gerät. Obwohl Anfang Jahr Kritik laut wurde, es stehe damit auch im Fricktal nicht immer zum Besten (die NFZ berichtete). Ob die Bremsen wirklich gewartet und die Lenkung überprüft wurde vor dem Verlassen der Garage – ich weiss es nicht. Dass die Verantwortlichen in diesen heiklen Bereichen schlampen und schludern, kann ich mir nicht vorstellen. Aber vielleicht beurteile ich die Fahrzeuge des gelben Riesen hier ein wenig blauäugig.
Und wenn ich es mir überlege, war mir auch schon mal ein wenig mulmig in einem übervoll besetzten Gefährt. Wenn es nämlich volle Kanne auf der Autobahn von Basel ins Fricktal als Bahnersatz unterwegs war: Kein Mensch angeschnallt, die Hälfte steht und hält sich in einem verdichteten Knäuel zwischen Ellenbogen und Schultern irgendwo fest. Jetzt eine Vollbremsung oder ein Auffahrunfall – dann gute Nacht. Aber wir wollen ja nicht den Teufel an die Wand malen. Und – geben wir es zu – alles würde schon etwas länger dauern, gäbe es Sitzpflicht und Gurtenobligatorium und nur halb so viele Pendler fänden Platz im Bus. Und noch ein Wort zur Freundlichkeit des Personals: Dass der Mann oder die Frau am Steuer in Asp, Obersulz oder Gallenkirch den Guschti im Poschti persönlich begrüsst und verabschiedet, es gehört doch einfach dazu. Aber auch dort, wo man einander nicht kennt, wird ein freundliches Wort des Fahrgastes in der Regel auch nett erwidert. Ob es wirklich stimmt? – Probieren Sie’s aus.
Dass es leider auch anders geht, musste ich unlängst selber erfahren. Eigentlich wollten wir ja mit der Bahn nach Berlin. Da mal wieder ein Zug ausfiel, wählten wir den Bus. Den Flitzbus (Name leicht geändert), um genau zu sein. Eine Konversation mit dem Fahrer erübrigte sich, da er kein Deutsch konnte. Muss er auch nicht. Fahren genügt. Dass er jedoch beim Auftanken des Fahrzeugs eine brennende Zigarette im Mundwinkel hatte, liess nichts Gutes erahnen. Zu behaupten, er hätte hernach beim Fahren ständig an seinem Handy herumgefummelt, wäre hingegen falsch. Er bediente nämlich gleich zwei Smartphones neben dem Steuerrad. Staus wurden ohne unnötiges Bremsmanöver im Garacho auch mal auf einem Rastplatz umfahren. Und als sich keine Lücke zum Wiedereinfädeln in die stehende Fahrzeugkolonne auftat, wurde die Fahrt zwangsläufig auf dem Pannenstreifen fortgesetzt.
In diesem Zusammenhang sei mir noch ein Gedanke erlaubt, der den aktuell angestrebten zusätzlichen Autobahnanschluss in Zeiningen betrifft: Dass das hohe Verkehrsaufkommen sich besser aus den umliegenden Dörfern auf die A3 verlagert, was sich die Initanten erhoffen, ist das eine. Zu bedenken wäre jedoch auch das Umgekehrte: Geht es auf der Autobahn nicht weiter, so findet ein gewiefter Flitzbusfahrer jede Ausweichmöglichkeit. Wenn nötig auch durch die dörfliche Ortsmitte. Deshalb, liebe Zeiniger und Zeinigerinnen, überlegt es euch gut. Und falls dann die grünen Raser doch bei euch auftauchen, seid auf der Hut: Kinder, reinkommen! Und zwar sofort!
Zurück zu unserem Carfährtli. Als wir schliesslich – erleichtert und pünktlich angekommen – dem Fahrzeug entstiegen, begingen wir den absolut unverzeihlichen Fehler etwas zu nahe bei der Gepäckraumklappe zu stehen. FAHRER BRÜLLT: DISTANCE!
Wir beherzigten die Aufforderung und werden dies auch zukünftig tun. Unmissverständlich fiel übrigens das Urteil unserer Tochter aus, nachdem wir ihr von der Fahrt berichtet hatten: Was? Ihr nehmt den Flitzbus? Seid ihr wahnsinnig? – Einsichtig besteigen wir in Zukunft ausschliesslich den Bus unseres Vertrauens. Nicht den verflixten grünen. Den gelben!
Die heutigen Wettbewerbsfragen
1. Wo wird zurzeit eine Postauto-Garage abgerissen und bald durch einen Neubau ersetzt?
a) in Eiken
b) in Frick
c) in Ueken
2. In welchem Gremium wurde der Vorstoss für einen Autobahnanschluss bei Zeiningen eingereicht?
a) im VVFZ (VereinVerFlixtund-Zugenäht)
b) im IGGGP (InteressenGemeinschaft-GuschtiGoesPoschti)
c) im GRKA (Grosser Rat des Kantons Aargau)
Wissen Sie die Lösung?
Schreiben oder mailen Sie uns die Lösungen. Unter den richtigen Antworten, welche auf der Redaktion bis am nächsten Mittwoch eintreffen, verlosen wir einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird in der NFZ vom nächsten Freitag publiziert.
NEUE FRICKTALER ZEITUNG
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Wettbewerbslösung in der nächsten Freitags-NFZ.
* Peter Schmid lebt in Rheinfelden, wo er über 30 Jahre als Bezirkslehrer unterrichtet hat.


