PETER SCHMIDS FRICKTALER CHECK
02.10.2026 FricktalEin Zug nach irgendwo
Wie gut kennen Sie sich in unserer Region aus? Geografisch? Historisch? Allgemein? Machen Sie den Check!
Sind Sie zufrieden mit dem hiesigen Bahnangebot? Wie finden Sie die SBB? Scho bitzeli bummelig?
Peter ...
Ein Zug nach irgendwo
Wie gut kennen Sie sich in unserer Region aus? Geografisch? Historisch? Allgemein? Machen Sie den Check!
Sind Sie zufrieden mit dem hiesigen Bahnangebot? Wie finden Sie die SBB? Scho bitzeli bummelig?
Peter Schmid*
Laut Statistik der Schweizerischen Bundesbahnen kamen im vergangenen Jahr landesweit über 94% der Personenzüge pünktlich an. Im Fricktal, das bahnadministrativ zur «Region Mitte» zählt, waren es sogar 94,8 %. (Nur in der Ostschweiz verkehrten die Züge noch zuverlässiger, dagegen gingen es die Ticinesi und Welschen ein wenig gemächlicher an.) Die Werte waren schweizweit im Regionalverkehr etwas besser, im Fernverkehr leicht schlechter. Ja, klar, denken Sie. Kommt doch praktisch jeder Zug aus dem nördlichen Ausland gefühlt einen halben Tag zu spät an. Wenn er denn überhaupt kommt. (Die Deutsche Bahn gibt ehrlicherweise zu, dass 2025 gerade 52,1 % der Fernzüge zur Zeit am Ankunftsort eintrafen.)
Wie aber verhalten sich die Passagiere, wenn ihr Zug nach irgendwo mal wieder auf sich warten lässt? Entgegen der oft gehörten Meinung, dass sofort gemotzt wird, wenn mal wieder eine technische Störung (oder ein anderer bedauernswerter Umstand, für den die Bähnler nun wirklich nichts können) zu Verzögerungen führt, ist mein persönlicher Eindruck: Viele tragen es mit Fassung, selbst wenn einmal eine Weiterfahrt erheblich behindert oder gar verunmöglicht wird. Punkto unpünktliche Abfahrt oder Ankunft lassen sich diverse Ursachen denken. Manchmal ist der Schuldige rasch gefunden, manchmal nicht. Und wenn Sie selber als Bahnkunde betroffen sind: Wie sieht es bei Ihnen in Sachen Frust oder Akzeptanz aus?
Etwa wenn Sie – womöglich von der bleiernen Hitze geplagt oder, in der kalten Jahreszeit, garstigem Wind ausgesetzt – auf dem Perron die Beine in den Bauch stehen. Und der Zug will einfach nicht kommen. Nehmen Sie den bewegungslosen Zustand nach aussen unbewegt hin? Auch wenn Sie innerlich kochen? Es hängt wohl davon ab, was Sie jetzt verpassen: zuerst den Anschlusszug, dann das Vorstellungsgespräch oder den Einlass in die Oper oder das Date mit …
In einem anderen Szenario erwarten Sie einen Zug. Der kommt zwar pünktlich – aber er hält nicht. Das könnte daran liegen, dass der Lokführer das Anhalten Foto: Peter Schmid vergessen hat. Oder der Fahrplan sieht gar keinen Stopp vor. Oder der Bahnhof ist seit einiger Zeit nicht mehr als solcher in Betrieb. Wenn Sie demnach an einem Geisterbahnhof warten, haben Sie irgendeine Information verpasst. Oder vorbeifahrende Züge lösen bei Ihnen gewollt ein Fernweh aus. Und Sie reisen nun rein geistig.
Möglich auch: Sie sind schon im Zug. Der hält. Und fährt danach nicht mehr weiter. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Irgendwas klemmt. Oder ist sonstwie defekt. Oder die Ablösung in der Führerkabine erscheint gerade nicht. Was ärgert Sie jetzt am meisten? Oder sind Sie im Gegenteil froh über die ungeplante Verzögerung in Ihrem Zeitplan? Tatsächlich können sich jetzt auf einmal Gespräche unter bisher stummen Reisenden ergeben. So ein erzwungener Stillstand, geteilt mit Leidensgenossen, setzt dann manchmal auf einer ganz anderen Ebene etwas in Bewegung. Eine ziemlich blöde Variante in Sachen verunglückter Reiseverlauf erlebte ich neulich selber: Ich war im Zug. Er fuhr. Und zwar schnell. Auch als ich auf Höhe des Augartens dachte, jetzt müsse er allmählich bremsen, hatte er laut Anzeige über 80 km/h drauf. Statt auszusteigen durfte ich mich wieder setzen. Mein etwas späterer Ankunftsort war dann nicht Rheinfelden – sondern Zürich. Unverhoffter Besuch in der grossen Stadt. Ja, verdelli. War jetzt etwa die SBB schuld? Ein wenig Aufmerksamkeit beim Fahrplanlesen setzen die halt schon voraus. Dabei wird es einem ja mit Online-Informationen leicht gemacht im Vergleich zu den Zeiten, als man noch mühsam im Kursbuch herumblättern musste.
Was meine eigene Zufriedenheit als Bahnkunde angeht, kann ich mich in Rheinfelden glücklich schätzen. Hier fahren die Züge ja schon fast im Verwöhn-Modus x-mal am Tag oder gar pro Stunde. Ich weiss, dass Sie nicht überall im Fricktal so zufrieden sein können. So etwa hat man den Regionalzug zwischen Frick und Brugg schon in den 90er-Jahren Zeit weggespart. Und wollen Sie von Stein kommend in Laufenburg weiterfahren: Es geht nach nirgendwo. Aber wer weiss, vielleicht ändert sich das ja. Manchmal dauert es mit der Erfüllung von Träumen halt etwas länger. Das wissen die Mehlemer. Glücklich darüber, dass bei ihnen seit einiger Zeit auch die Schnellzüge halten. Und falls dem nicht so sein sollte: Vielleicht hat da jemand den Fahrplan nicht ganz richtig gelesen. Auch das soll vorkommen.
Die heutigen Wettbewerbsfragen
1. Wo gibt es im Fricktal Geisterbahnhöfe, die zwar noch immer da sind, aber nicht mehr bedient werden? (Mehrfachantworten sind möglich).
a) Wallbach
b) Effingen
c) Hornussen
2. Welcher davon ist auf dem Foto abgebildet?
Wissen Sie die Lösung?
Schreiben oder mailen Sie uns die Lösungen. Unter den richtigen Antworten, welche auf der Redaktion bis am nächsten Mittwoch eintreffen, verlosen wir einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird in der NFZ vom nächsten Freitag publiziert.
NEUE FRICKTALER ZEITUNG
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Wettbewerbslösung in der nächsten Freitags-NFZ.
* Peter Schmid lebt in Rheinfelden, wo er über 30 Jahre als Bezirkslehrer unterrichtet hat.


