Geschichten vom Tierlignadenhof Kaisten
08.10.2026 Fricktal«Joya»
Mitte September haben wir eine Anfrage erhalten von einer älteren Dame, welche zwei Shetlandponys besitzt. Es handelte sich dabei um Mutter und Tochter, welche über Jahre gemeinsam bei der Frau und deren Mann gelebt haben.
Leider wurde die ...
«Joya»
Mitte September haben wir eine Anfrage erhalten von einer älteren Dame, welche zwei Shetlandponys besitzt. Es handelte sich dabei um Mutter und Tochter, welche über Jahre gemeinsam bei der Frau und deren Mann gelebt haben.
Leider wurde die Besitzerin der Ponys gleich von zwei Schicksalsschlägen heimgesucht. Nachdem ihr Mann wegen Krankheit verstorben war, ist kurz darauf auch die ältere der beiden Stuten gestorben. So pflegte sie, so gut sie konnte, das hinterlassene Pony und sorgte sich sofort um eine Unterbrinung, damit dieses nicht alleine sein musste.
Gleichzeitig haben wir auf dem Tierlignadenhof eine sehr erfolgreiche Ponyvermittlung hinter uns. Unsere tolle Ava durfte zu einem gleichaltrigen Wallach ziehen. Dort darf sie nun auf Spaziergänge mitgehen, und ihr ist auch die Aufmerksamkeit der Nachbarskinder sicher. Ava hat sich von Anfang an gut mit Kir verstanden und die beiden fühlen sich gemeinsam sehr wohl in ihrem Zuhause. Auch wenn uns der Abschied schwer gefallen ist, sahen wir es als Chance für unsere junge und entdeckungsfreudige Ava. Aus diesem Grund hatten wir wieder einen Platz frei für ein Pony. Aufgrund der Dringlichkeit der Anfrage machten wir uns noch in der gleichen Woche auf den Weg, um Joya kennenzulernen.
Im Stall trafen wir auf ein ruhiges Pony, das etwas unförmig wirkte, aber von der Frau sehr geliebt wurde. Wir beschlossen, Joya sofort mitzunehmen und luden sie mit vereinten Kräften in unseren mitgebrachten Anhänger ein. Joya verliess damit zum ersten Mal ihren Geburtsort, blieb jedoch trotz der grossen Veränderung ruhig und bedacht. Schnell wurde uns klar, dass sie körperlich nicht in der besten Verfassung war. Der herbeigerufene Tierarzt informierte uns, dass Joya eine nicht gut korrigierbare Fehlstellung der Zähne hat und sehr schlecht bemuskelt ist. Mit ihren 14 Jahren wirkte sie eher wie eines unserer ältesten Ponys. Sie hatte Mühe über den Balken in den eingestreuten Stallbereich zu kommen, war sehr schnell ausser Atem und konnte sich aufgrund ihrer Gebrechlichkeit in der Herde nicht durchsetzen. Da sie zu mager ist, füttern wir sie nun auf und sie geniesst aktuell auch die Vorzüge eines eigenen Stalles. Somit kann sie sich in Ruhe an alles gewöhnen und zu Kräften kommen. Damit auch die Muskeln wachsen, nehmen wir sie regelmässig mit auf Spaziergänge, und dem Hufpfleger wird sie bei der nächsten Gelegenheit ebenfalls vorgestellt.
Wir wissen, dass es Joya in den vergangenen Jahren nicht an Liebe gefehlt hat, trotzdem gibt es nun einige Baustellen, die wir gemeinsam aufarbeiten müssen. Wir hoffen, dass sie bald in der Blüte ihres Lebens stehen und alle Vorzüge unseres Hoflebens vollends geniessen kann. Vor allem wollen wir, dass sie bald ganz in die Herde integriert werden kann. So lange stehen wir an ihrer Seite und helfen da, wo sie noch Hilfe benötigt. Willkommen Joya.
Liebe Grüsse vom
Tierlignadenhof-Team
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