Wer solche Freunde hat
Sachen gibt es auf dieser Welt: In China hat die Regierung gewisse KI-Dienste verboten, die den Nutzerinnen und Nutzern eine Beziehung vortäuschen und sie so manipulieren, dass sie immer mehr Zeit am Bildschirm verbringen wollen. Die Programme ...
Wer solche Freunde hat
Sachen gibt es auf dieser Welt: In China hat die Regierung gewisse KI-Dienste verboten, die den Nutzerinnen und Nutzern eine Beziehung vortäuschen und sie so manipulieren, dass sie immer mehr Zeit am Bildschirm verbringen wollen. Die Programme hatten so gut funktioniert, dass sich einige Menschen gar in die virtuellen Freunde verliebten. Die kommunistische Partei will aber für Liebe und Manipulation allein zuständig sein, deswegen hat sie radikal eingegriffen und die leidenschaftliche Computeraffäre unterbunden. Das stürzt einige liebeshungrige Chinesinnen und Chinesen in eine Lebenskrise, denn ihrer KI-Liebe ist der Stecker gezogen worden; von einem Tag auf den anderen. Liebesbeziehungen mit echten Menschen sind da eben viel mühsamer, Mao sei es geklagt. Die widersprechen manchmal sogar. Die künstliche Intelligenz tut das nicht – ausser man bittet sie artig darum.
Es ist fast wie mit den Gemeinden Oberhof und Wölflinswil im Fricktal. Dort scheint die Liebe – die offenbar auch nur virtuell bestand – ebenfalls von jetzt auf gleich ausgeknipst worden zu sein.
Game over im Osten und im Westen.
DER SALZSTREUER
salzstreuer@nfz.ch