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21.08.2026 KolumneAuf ein Wort mit Kaiser Leopold I.
Simone Rufli
An diesem Wochenende feiert Frick mit Festbeizen, Bühnen und Marktständen das von Kaiser Leopold I. vor 325 Jahren verliehene Marktrecht. Was würde der römische Kaiser wohl sagen, wenn er heute ...
Auf ein Wort mit Kaiser Leopold I.
Simone Rufli
An diesem Wochenende feiert Frick mit Festbeizen, Bühnen und Marktständen das von Kaiser Leopold I. vor 325 Jahren verliehene Marktrecht. Was würde der römische Kaiser wohl sagen, wenn er heute Frick besuchen könnte – jenes Dorf, dem er 1701 das Marktrecht verliehen hat, um der von Kriegen und Missernten gebeutelten und verarmten Bevölkerung wirtschaftlich auf die Beine zu helfen? Würde ihm gefallen, was er zu sehen bekommt? Fragen wir ihn doch:
NFZ: Eure Majestät, es wird ein Markt der Begegnungen gefeiert. Kommen Herr Leopold auch?
Leopold I.: Begegnungen?
NFZ: Ja. Menschen treffen Menschen. Vereine betreiben Beizen, auf mehreren Bühnen gibt es Musik und die Fricker Hauptstrasse wird zur Festmeile.
Leopold I.: Beizen? Bühnen? Musik? Ihr habt mein Marktrecht zu einem Spektakel gemacht?
NFZ: Mit grossem Respekt vor dem Original selbstverständlich.
Leopold I.: Und womit handelt Ihr?
NFZ: Mit Essen, Getränken, Handwerk – an diesem Wochenende aber vor allem mit guter Stimmung.
Leopold I.: Gute Stimmung? Wirft die einen Gewinn ab?
NFZ: Aber sicher – und zwar nachhaltig.
Leopold I.: Nachhaltig? Ich bitte Euch, wählt Eure Worte mit Bedacht! Nachhaltig ist das, was ich 1701 gemacht habe. Was meint Ihr, warum Frick noch heute vom Markt profitiert? Warum Händler noch immer kommen, obwohl die Standgebühren massiv teurer sind als zu meiner Zeit. Nur weil ich mit Blick und zum Wohle der nachkommenden Generationen gehandelt habe.
NFZ: Das ist Ihnen vortrefflich gelungen.
Leopold I. (nachdenklich): In gesellschaftlicher Hinsicht mag das stimmen – aber wie steht es um die wirtschaftliche Situation des Dorfes?
NFZ: Herr Kaiser, ich bitte Sie, Sie werden die Feststimmung doch jetzt nicht trüben wollen.
Leopold I.: Ich habe es geahnt …
