So viel Sprungkraft
Susanne Hörth
Unglaublich, aber wahr: Im Freiamt hat am Donnerstag ein Känguru kurzzeitig die lokale Ordnung der Dinge durcheinandergehüpft. Kinder eines Lagers entdeckten das Tier am Waldrand, kurz darauf hüpfte nicht nur ...
So viel Sprungkraft
Susanne Hörth
Unglaublich, aber wahr: Im Freiamt hat am Donnerstag ein Känguru kurzzeitig die lokale Ordnung der Dinge durcheinandergehüpft. Kinder eines Lagers entdeckten das Tier am Waldrand, kurz darauf hüpfte nicht nur das Känguru, sondern auch der Videound Fotobeweis durchs Land.
Dietwil reagierte, wie man in der Schweiz auf plötzlich auftauchende Exotik eben reagiert: nicht mit Panik, sondern mit einem Flyer. Darauf: ein temporär angepasstes Wappen und der Slogan «Mehr Sprungkraft für die Gemeinde». Man muss neidlos anerkennen: So schnell hat selten jemand Standortmarketing betrieben.
Das Tier wurde noch am selben Tag eingefangen, der Besitzer ausfindig gemacht, die Welt wieder geradegerückt. Jedenfalls fast. Denn wenn am Waldrand plötzlich ein Känguru wartet, fragt man sich kurz, ob man in die richtige Gemeinde abgebogen ist – oder ob die Zukunft einfach schon einmal vorausgehüpft ist.
Zwischen Neophyten, Hitzetagen und exotischen Überraschungen wird das Aussergewöhnliche offenbar langsam sesshaft. Dietwil aber hat gezeigt, wie man damit umgeht: freundlich, flink und mit Wappenpflege. Mehr Sprungkraft kann man einer Gemeinde kaum wünschen.