PETER SCHMIDS FRICKTALER CHECK
07.08.2026 FrickZufällig im Paradies
Wie gut kennen Sie sich in unserer Region aus? Geografisch? Historisch? Allgemein? Machen Sie den Check!
Es gibt verschiedene Methoden, bisher verborgene natürliche Schätze aufzuspüren. Hier ist eine ...
Zufällig im Paradies
Wie gut kennen Sie sich in unserer Region aus? Geografisch? Historisch? Allgemein? Machen Sie den Check!
Es gibt verschiedene Methoden, bisher verborgene natürliche Schätze aufzuspüren. Hier ist eine davon.
Peter Schmid*
Sind Sie zurück aus den Ferien? Wo haben Sie diese verbracht? Und warum waren Sie gerade dort? Wechseln Sie mit Partner oder Kindern bei der Wahl des Reiseziels ab? Oder überlassen Sie dies gar dem Zufall? Das geht mich natürlich überhaupt nichts an. Aber es erinnert mich an ein Spiel aus der Kindheit. Wir setzten uns vor einen Globus und verpassten ihm eine schwungvolle Drehbewegung. Dann musste jemand, also zum Beispiel ich, die Augen schliessen. Und wenn die anderen «jetzt!» riefen, musste ich mit dem Zeigefinger auf den Erdball tippen und die Augen öffnen. Und voilà: Hier wirst du eines Tages sein, hiess es. Natürlich konnte es geschehen, dass ich dann zufällig in Ouagadougou landete oder in der Wüste Gobi oder im Stillen Ozean. Haha, du kannst ja nicht einmal schwimmen! Dumm gelaufen!
Haben Sie noch keine Idee für den nächsten Sonntagsausflug? Und in die weite Ferne schweifen wollen Sie eher nicht? Sie meinen: Schwabenrunde? – Nicht schon wieder! Sonnenberg, Linner Linde, Cheisacherturm? Alles schon mehrmals abgeklappert? Dann lassen Sie doch mal den Zufall spielen.
Das Verfahren mit dem sich drehenden Globus passt natürlich nur bedingt. Aber vielleicht haben Sie noch eine Landeskarte im Massstab 1:25 000 von anno dazumal, als man zum Wandern noch nicht das Telefon benutzte, sondern eben ein grosses Stück Papier. Das mit der Zeit etwas gelitten hatte, weil man es mehrmals falsch zusammengefaltet hatte oder die Senftube im Rucksack war nicht richtig zu. Oder was weiss ich.
Holen Sie also eine solche, inzwischen verstaubte und vermeintlich nutzlos gewordene Karte aus der Schublade. Dann heften Sie sie an die Wand, lassen sich die Augen verbinden. Lassen Sie sich von ihren Mitspielern sanft (nicht rüpelhaft!) im Kreis drehen und an die Karte heranführen. Finger strecken und - bingo! - das heutige Ausflugsziel ist gefunden. (Wenn Sie das ganze Fricktal abbilden wollen, brauchen Sie etwas mehr Fläche und heften insgesamt vier verschiedene Karten, zu einem Quadrat zusammengesetzt, an die Wand.)
Natürlich birgt das Ganze gewisse Risiken: Sie könnten etwa im Rhein landen. Wobei, an einem heissen Augustsonntag: eine Paddeltour? Warum nicht? Wer weniger Glück hat, verbringt halt einen Nachmittag in der Kläranlage des Nachbardorfes oder spaziert auf dem Pannenstreifen der A3 entlang. Wie auch immer: Sowohl das Auswahlprozedere als auch dessen Durchführung versprechen spannend zu werden. Und begeistern vielleicht sogar Teenies oder Enkelkinder.
Sie meinen: Ob ich selber auch? Aber natürlich, deshalb schwärme ich ja ausdrücklich davon. Und schöne Orte gibt es ganz in der Nähe. Hand aufs Herz: Wie oft haben Sie in den Ferien gedacht: Schönes Strändli. Fast so idyllisch wie das Rheinfelder Inseli. Oder: nett, dieser Wasserfall, aber mit dem im Sagimülitäli nimmt er es doch nicht auf. Aber ich schweife ab.
Also: Tatsächlich entdeckte ich auf diese Art und Weise im vermeintlich bekannten Fricktal ein kleines Juwel, das sich mir bis anhin noch nie gezeigt hatte. Oder besser gesagt: Ich kam einfach nicht auf die Idee, es aufzusuchen. Gemeint ist ein hübsches, kleines Seeli. Es liegt eine Wegstunde (und ein paar Höhenmeter!) südlich von Laufenburg Richtung Sulzerberg. Oder Sie legen wie ich mit dem Velo einen Teil der Jurapark Aargau-Route zurück (1. Etappe der Route 908: Laufenburg-Ittenthal-Oeschgen). Besonders schön ist es hier bei Sonnenaufgang. Über dem Wasserspiegel zwitschert und zwirbelt es und darunter gluckst es ebenso munter drauflos. Zwar haben die Hitzetage den Pegelstand etwas gesenkt. Und vor rund zehn Jahren wurde dem Weiher gar noch übler zugesetzt. Irgendein Aquariumsbesitzer war seiner Goldfische überdrüssig geworden und hatte sie hier einfach entsorgt. Die haben sich im Nu vermehrt, was der einheimischen Fauna gar nicht gut tat. So musste zu einer Radikalkur gegriffen werden: Das ganze Wasser wurde abgepumpt.
Inzwischen scheint sich der Weiher erholt zu haben. Ich schaue einem Wasserläufer zu, der flink davonhuscht. Nebenan raschelt es leise im Schilf. Und ich beglückwünsche mich zu diesem zufällig entdeckten, ruhigen Idyll.
Tun Sie es mir nach. Finden Sie ein bisher verborgenes Natur-Juwel quasi vor der Haustür. Aber bitte stellen Sie es nicht gleich auf Instagram zur Schau. Oder wenn Sie es nicht ganz lassen können: Schummeln Sie ein wenig. Verorten Sie das aufgenommene Selfie irgendwo auf einer noch nicht entdeckten Insel im Pazifik. Oder in der Wüste Gobi. Denn wir sind uns einig: Overtourismus im Fricktal? – Muss nicht sein.
Die heutigen Wettbewerbsfragen
1. Wie heisst das im Text beschriebene kleine Seelein in der Nähe von Laufenburg, auf das ich rein zufällig (ich schwöre!) gestossen bin?
a) Heubergweiher
b) Breitsee
c) Hallwilersee
2. Vier Blätter der offiziellen Landeskarte im Massstab 1:25000 bilden zusammengesetzt das Fricktal ab. Welche sind es?
a) Frick (Blatt 1069), Laufenburg (1049), Rheinfelden (1048), Sissach (1068)
b) Laufenburg, Rheinfelden, Sissach, Basel (1047)
c) Basel, Sissach, Frick, Baden (1070)
Wissen Sie die Lösung?
Schreiben oder mailen Sie uns die Lösungen. Unter den richtigen Antworten, welche auf der Redaktion bis am nächsten Mittwoch eintreffen, verlosen wir einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird in der NFZ vom nächsten Freitag publiziert.
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Wettbewerbslösung in der nächsten Freitags-NFZ.


