Aufgeschoben
Simone Rufli
Die scheuen Rehe proben schon seit Wochen neue Sprünge, um bei der Feier mit elegant-leichtfüssigem Auftreten zu glänzen. Die Füchse, schlau wie sie sind, haben sich bereits im letzten Winter Gedanken über ihren ...
Aufgeschoben
Simone Rufli
Die scheuen Rehe proben schon seit Wochen neue Sprünge, um bei der Feier mit elegant-leichtfüssigem Auftreten zu glänzen. Die Füchse, schlau wie sie sind, haben sich bereits im letzten Winter Gedanken über ihren Auftritt gemacht und feilen nun nur noch am letzten Schliff. Womit sie die Gäste beeindrucken, konnten sie – trotz nächtlichen Spähflügen der Eulen – bisher geheim halten. Von den klettergewandten Mardern heisst es, dass sie dabei sind, kleine Theaterstücke zu üben – verspielt-humorvolle Szenen aus dem Leben in Wald und Feld.
Die Hasen organisieren Wettläufe als sportliches Rahmenprogramm. Die Dachse sammeln Waldnüsse, Pilze und Beeren fürs Festmahl.
Der Rothirsch hat eigens für die Einweihung sein Geweih poliert. Majestätisch, mit einem leichten Hang zur Theatralik, hat er röhrend kundgetan, dass er als erster über den Korridor schreiten wird.
Ihren Auftritt zugesagt hat auch die «Patrouille des oiseaux». Der Formationsflug der Vögel wenige Meter über dem Korridor wird begleitet von beherztem Wolfgeheul und dem imposanten Auftritt der 13 Wisente aus dem Naturpark Thal, die für einen Schwerpunkt sorgen werden.
Zutiefst gerührt, dass Millionen von Schweizer Franken investiert wurden, damit sie künftig auch jenseits des Rheins Maisfelder umpflügen können, beabsichtigt eine Rotte Wildschweine aus dem Badischen als Gastgeschenk einen frisch umgepflügten Rasen mitzubringen.
Angesichts der offensichtlichen Vorfreude und all dieser Vorbereitungen, die auf Hochtouren laufen, ist es wirklich schade, dass der Kanton letzte Woche mitgeteilt hat, dass die Einweihung des neuen Wildtierkorridors in Zeiningen nicht wie geplant am 21. August 2026, stattfindet, sondern erst im Jahr 2027.