Probieren geht über operieren
Er ist fast so verhaltensauffällig wie Donald Trump, kommt aber nicht aus den USA, sondern aus Oberwil-Lieli. Die Rede ist von Andreas Glarner, die verehrte Leserschaft hat es sicher bereits geahnt. Der SVP-Nationalrat fällt ...
Probieren geht über operieren
Er ist fast so verhaltensauffällig wie Donald Trump, kommt aber nicht aus den USA, sondern aus Oberwil-Lieli. Die Rede ist von Andreas Glarner, die verehrte Leserschaft hat es sicher bereits geahnt. Der SVP-Nationalrat fällt immer wieder durch provokative Ideen auf. Jüngst forderte er zum Beispiel in einem Vorstoss, dass alle Schülerinnen und Schüler in der Schweiz zuerst eine Lehre abschliessen müssen, bevor sie an Universitäten studieren dürfen.
Die Idee ist gewöhnungsbedürftig, hat aber vielleicht doch eine innere Logik. Bevor also eine junge Frau und ein junger Mann zum Medizinstudium zugelassen werden, müssen sie künftig eine Ausbildung als Metzger absolvieren. Da merkt man schnell, ob er oder sie den nötigen Magen für die Chirurgie mitbringt. Wer hingegen ein Philosophie-Studium beginnen möchte, hat zuerst eine Chauffeur-Lehre hinter sich zu bringen. Das wäre insofern sinnvoll, weil viele studierte Philosophen früher oder später ihr Geld sowieso mit Taxifahren verdienen.
Konsequenterweise sollte aber auch jeder, der in die Politik will, eine Lehre machen müssen. Zum Beispiel als Totengräber. Denn in Bundesbern werden früher oder später die allermeisten politischen Visionen zu Grabe getragen.
DER SALZSTREUER
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