Die Temperaturen steigen, die Sonne brennt auf das Schulgebäude und in den Klassenzimmern fühlt es sich eher an wie in einer Sauna als in einem Schulzimmer.
Das T-Shirt klebt bereits nach wenigen Minuten am Rücken, die Wasserflasche ist schnell leer, alle benutzen ihre Hefte als ...
Die Temperaturen steigen, die Sonne brennt auf das Schulgebäude und in den Klassenzimmern fühlt es sich eher an wie in einer Sauna als in einem Schulzimmer.
Das T-Shirt klebt bereits nach wenigen Minuten am Rücken, die Wasserflasche ist schnell leer, alle benutzen ihre Hefte als Fächer und die Gedanken kreisen eher um die nächste Glace als um die nächste Prüfung. Dazu kommt die Müdigkeit, welche die Hitze mit sich bringt. Lernen sieht anders aus.
Trotzdem müssen wir weiterhin Matheaufgaben lösen, Vokabeln lernen und Arbeitsblätter bearbeiten. Da stellt sich die Frage: Was ist eigentlich aus dem Hitzefrei geworden?
Als ich nach einem langen, heissen und wegen des Wetters völlig unproduktiven Schultag nach Hause komme, beschwere ich mich bei meinem Vater. Er erzählt mir, dass sie früher bereits bei 30 Grad Hitzefrei bekamen. Und ich sitze heute bei 38 Grad im vierten Stock eines Schulgebäudes und soll mich auf das Arbeitsblatt vor mir konzentrieren.
Früher schon bei 30 Grad nicht in die Schule zu müssen, heute klingt das fast wie eine Legende. Stattdessen werden die Fenster geöffnet und darauf gehofft, dass ein leichter Luftzug von draussen hereinkommt. Mit etwas Glück gibt es in einem der vielen Klassenzimmer sogar einen Ventilator. Dieser steht dann meist irgendwo in einer Ecke und sorgt höchstens dafür, dass eine einzige glückliche Person in seiner Nähe etwas Abkühlung bekommt.
Natürlich ist der Unterricht wichtig und wir Lernenden sollen eine gute Bildung erhalten. Aber seien wir mal ehrlich, in den letzten Wochen vor den Sommerferien sind unsere Gedanken sowieso überall, nur nicht bei der Schule. Vielleicht wäre Hitzefrei nicht nur eine Belohnung für uns Schülerinnen und Schüler, sondern sogar eine vernünftige Entscheidung.
Angesichts des immer heisser werdenden Sommers könnte es Zeit sein, das Thema Hitzefrei nochmals neu zu überdenken. Denn manchmal ist der Weg zum Lernerfolg nicht ein weiteres Arbeitsblatt, sondern einfach ein früherer Schulschluss.
Lilly Wegmann ist 18 Jahre alt und wohnhaft in Rheinfelden. Sie besucht das Gymnasium Leonhard in Basel und machte ein einwöchiges Praktikum bei der NFZ.