Ja, liebe Leserinnen und Leser, was verbindet uns Menschen in der Schweiz? Da ist sicher mal die Arbeit, der Arbeitsplatz. Dann haben wir auch die Fussball WM oder die momentane Hitzewelle. Wir sind alle im gleichen Boot, es gibt überall Begegnungen und Menschen erzählen einander.
Und ...
Ja, liebe Leserinnen und Leser, was verbindet uns Menschen in der Schweiz? Da ist sicher mal die Arbeit, der Arbeitsplatz. Dann haben wir auch die Fussball WM oder die momentane Hitzewelle. Wir sind alle im gleichen Boot, es gibt überall Begegnungen und Menschen erzählen einander.
Und dann gab es in Basel das 32. Eidgenössische Jodlerfest! Es stand unter dem Motto «Stadt und Land Mitenand», und Stadt und Land waren mitenand! Ein riesiges Volksfest mit tausenden von aktiven Jodlern, Alphornbläsern, Fahnenschwingern und 200 000 Besuchern. Menschen aus allen Landesteilen sind nach Basel gepilgert. Es war alles super gut beschildert und organisiert. Basel hat viel Erfahrung mit der Organisation von Grossanlässen und es bieten sich viele Konzertlokale, Plätze und Gassen an für die musikalischen Vorträge, das Feiern und Zusammensein auf der Strasse.
Ich bin auch eingetaucht in Basel, in die völkerverbindende Gemeinschaft. In einem der vielen Konzertlokale durfte ich Mithelfen und hatte so Kontakt zu einigen Chören. Später habe ich mich rumgehört in der Festmeile. Aktive Festbesucher in ihrer Tracht sorgten mit wohltuenden Naturtönen oder Jodelliedern für eine gemütliche Stimmung im friedlichen Gewimmel in der ganzen Stadt. Ich probierte spontan ins Gespräch zu kommen mit Einzelnen. Da gab es Gruppen, die hielten sich am Bierglas zusammen, manchmal etwas schüchtern und abgedreht und suchten nicht einzelne Gespräche. Aber es gab in diesen Gruppen meistens auch jemand, der offen war und zu reden begann.
Ja, und wenn ich so nachdenke, fällt mir auf; es sind oft altersdurchmischte Anlässe, wo Menschen sich treffen. Solche Orte sind generationsübergreifend. Die Städter profitieren von der Landbevölkerung und umgekehrt, Ältere profitieren von den Jüngeren und die Jüngeren von den Älteren. Kultur, allem voran die Musik ist das Völkerverbindenste überhaupt. In der ganzen Stadt herrschte an den drei hitzigen Sommertagen der Jodlerfestes bis zum Morgengrauen eine friedliche, ausgelassene Stimmung. Jung und Alt, Stadt und Land haben zusammen gesungen und gefeiert. Es gab im Voraus kritische Stimmen, dass ein Jodlerfest nicht in eine Grossstadt gehört. Dem konnte ich nicht zustimmen. Als Landfrau und Bäuerin weiss ich wie wichtig es ist, den Stadt-Land Graben zu überschreiten und diese Verbindung zu pflegen.
Brauchtümer, Feste und Rituale sind meiner Meinung nach ebenso wertvoll. Wissen wird innerhalb einer Gemeinschaft von Generation zu Generation weitergegeben, stiften Identität und prägen das soziale Zusammenleben sowie das regionale Kulturgut. Aus diesem Grund hoffe ich, dass es weiterhin solche friedlichen Grossanlässe gibt, ganz nach Wilhelm v Humbold: «Im Grunde sind es die Begegnungen mit Menschen, die das Leben bereichern.»
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