PETER SCHMIDS FRICKTALER CHECK
12.06.2026 FrickBeethoven bei offenem Fenster
Wie gut kennen Sie sich in unserer Region aus? Geografisch? Historisch? Allgemein? Machen Sie den Check!
Spielen Sie ein Musikinstrument? Üben Sie zuhause? Zur Freude Ihrer Nachbarschaft?
Peter ...
Beethoven bei offenem Fenster
Wie gut kennen Sie sich in unserer Region aus? Geografisch? Historisch? Allgemein? Machen Sie den Check!
Spielen Sie ein Musikinstrument? Üben Sie zuhause? Zur Freude Ihrer Nachbarschaft?
Peter Schmid*
Wer Musik macht, erfreut seine Mitmenschen nicht immer. So erging es vor einiger Zeit auch mir. Ich fand – als mässig begabter Klavierschüler – nicht wirkliches Vergnügen an langweiligen Czerny-Etüden und wohlgefälligen Mozart-Sonaten. Irgendwann gelangte ich in den Besitz von Notenmaterial der Rockoper «Tommy» einer Band namens «The Who». Sie gehörte in den 70er-Jahren zu den rockenden Göttern und waren als solche gleichzeitig Rebellenidol und Bürgerschreck. «The Who» wollte, ja musste ich auf dem Klavier intonieren. Die Folge war ein hartes, lautes, enthemmtes In-die-Tasten-Hauen bei vollster Lautstärke. Die Wirkung auf die Nachbarschaft liess nicht auf sich warten.
Ein betroffener Anwohner, er war seines Zeichens Klavierlehrer und Kirchenorganist, stellte mich zur Rede. Das heisst, eigentlich redete nicht ich, sondern nur er. Oder vielmehr: Er brüllte. Dass ihm mein provokativ vorgetragenes Geklimper sowas von auf die Nerven gehe. Und er mir anrate, mangels jeglicher sozialer Kompetenz später einmal meine Behausung irgendwo im Wald zu bauen, fernab jeglicher Zivilisation. Und überhaupt: Er spiele doch seinen Beethoven auch nicht bei offenem Fenster! Als er kurz Luft holte, bemerkte ich: eigentlich schade!
Ob diese klare Abqualifizierung meines musikalischen Könnens dazu beitrug, dass ich die Freude am Klavierspiel verlor, weiss ich nicht. Vielleicht spielte ja mangelndes Talent mindestens auch eine Rolle. Und wie es dazu kam, dass Jahre später eine neue Musikalität in mir erwachte, bleibt auch ziemlich rätselhaft. Gut, ein paar zaghaft vorgetragene Akkorde hatte es schon dann und wann gegeben. Doch entscheidend war jener Moment an einer beruflichen Tagung in Wegenstetten. Da spielte zur Auflockerung des bedingt spritzigen Programmes ein Duo (Klarinette und Piano) auf. Und wie! Vor allem der Pianist tat es mir an. Die Musik, die er dem Flügel entlockte, war alles Mögliche – und nicht leicht in Worte zu fassen. Nur so viel: Sie berührte! Und so kam es dazu, dass ich mir nach dem letzten Ton einen Ruck gab, auf den genialen Improvisator zuging und ihn fragte, ob man solches bei ihm lernen könne. Fortan betrat ich alle zwei Wochen ein Musikzimmer in einem Primarschulhaus in Frick. Setzte mich ans Instrument und bereute, wie immer zu wenig geübt zu haben. Denn ohne Fleiss auch kein sogenanntes freies Spielen. Und Septakkorde, Blue Notes und synkopierte Rhythmustechniken klingen weder bluesig noch jazzig, wenn dir die eigene Begriffsstutzigkeit im Wege ist. Und du nicht genug trainiert hast.
Doch etwas bleibt immer irgendwie hängen. Und so setze ich mich mehr denn ja ans Klavier. Erneut zum Leidwesen meiner Nachbarn? Die sind zum Glück sehr nett. Und beschweren sich nie. Immerhin provoziere ich nicht mehr bei offenem Fenster. (Sie hören’s schon durch die Wand hindurch). Und Beethoven spiele ich auch gegenwärtig eher nicht.
Die heutige Wettbewerbsaufgabe
Das Fricktal hat immer wieder bedeutende Musiker*innen hervorgebracht. Ordnen Sie den vier Namen die passenden Aussagen zu:
1) David Riniker
2) Pascal Deuber
3) Maíra Zaugg
4) Felix Huber
a) In Kaiseraugst aufgewachsen. Singt Lieder mit Einflüssen aus der Schweiz und aus Braslilien.
b) In Rheinfelden aufgewachsen. Spielt Cello und ist fester Bestandteil der Berliner Philharmoniker.
c) Bläst ins Horn wie kaum jemand, und zwar im Zürcher Tonhalle-Orchester. Aufgewachsen und wohnhaft in Rheinfelden.
d) Musiziert und improvisiert Jazz (und mehr) auf dem Klavier. Erhielt auch bedeutende Auszeichnungen für Kompositionen. Aufgewachsen in Frick.
Wissen Sie die Lösung?
Schreiben oder mailen Sie uns die Lösungen. Unter den richtigen Antworten, welche auf der Redaktion bis am nächsten Mittwoch eintreffen, verlosen wir einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird in der NFZ vom nächsten Freitag publiziert.
NEUE FRICKTALER ZEITUNG
Baslerstrasse 10
4310 Rheinfelden
redaktion@nfz.ch
Wettbewerbslösung in der nächsten Freitags-NFZ.


