PETER SCHMIDS FRICKTALER CHECK
06.02.2026 FricktalFeste feiern – wie sie fallen
Wie gut kennen Sie sich in unserer Region aus? Geografisch? Historisch? Allgemein? Machen Sie den Check!
Vergessen Sie das Januarloch und werfen Sie einen Blick auf festliche Anlässe im Jahreskalender. ...
Feste feiern – wie sie fallen
Wie gut kennen Sie sich in unserer Region aus? Geografisch? Historisch? Allgemein? Machen Sie den Check!
Vergessen Sie das Januarloch und werfen Sie einen Blick auf festliche Anlässe im Jahreskalender. Kommt Vorfreude bei Ihnen auf?
Peter Schmid*
Ob Fricktaler und Fricktalerinnen wahre Festbrüder und -schwestern sind? Die Vermutung liegt nahe. Spätestens dann, wenn wir einen Blick auf den reich befrachteten Veranstaltungskalender dieses Jahres werfen. Was erwartet uns da? Und wie steht es mir der Vorfreude?
Narren und Guggen dürften wohl das fasnächtliche Treiben, das wie immer im Februar so manche Fricktaler Gemeinde auf den Kopf stellt, herbeigesehnt haben, während Fasnachtsmuffel sich entweder in die hoffentlich verschneiten Berge oder an einen sommerlichen Strand irgendwo in der Südsee absetzen.
Rufen wir uns die einstige Bedeutung der Fasnacht in Erinnerung: Als die politischen Rechte noch sehr ungleich verteilt waren, gestand die Obrigkeit ihren Untertanen zu, vor dem Beginn der Fastenzeit noch einmal so richtig auf den Putz zu hauen. Das war nicht uneigennützig, denn hat das gemeine Volk erst so richtig die Sau rausgelassen, lässt es sich anschliessend wieder besser zähmen. Die Narrenfreiheit, sich über die da oben zu mokieren, scheint sich auch in unserer demokratisch regierten Gesellschaft grosser Beliebtheit zu erfreuen. Womöglich ganz besonders in Zeiten, in denen Freiheitsrechte selbst an Orten bedroht sind, wo man dies noch vor kurzem nicht für möglich hielt.
Mit dem Aschermittwoch begänne ja eigentlich die bis Ostern dauernde Zeit der Enthaltsamkeit. So will es der Kirchenkalender. Doch wer weiss das noch? Und die Achtsamen, dem Genuss jedoch nicht Abgeneigten, haben ja schon den dry January hinter sich und finden, das genügt. Die wirklich Trinkfesten schliesslich werden sich am meisten darüber freuen, dass schon im April das erste grosse Brauereifest steigt. Weitere werden folgen, weil auf dem Feldschlösschenareal 150 Jahre Biertradition gehörig gefeiert werden wollen. Während die Bierseligen dann einander zuprosten, zeigen Kritiker mit erhobe- nem Zeigefinger auf die unerwünschten Begleiterscheinungen von Saufgelagen und die Gefahren des Alkoholismus.
Weniger geteilt dürften die Meinungen in Bezug auf volkstümliche Anlässe wie das Abendschwinget in Sulz oder Gipf-Oberfrick sein. Und direkt vor unserer Haustür findet sodann ein Grossanlass statt, der gemäss Vorankündigung die Dimensionen der «drey scheenschte Dääg» erreichen soll: Das eidgenössische Jodlerfest in Basel steht unter dem Motto «Stadt und Land vereint». Da werden bestimmt auch Fricktaler Juchzer, Alphornbläser und Fahnenschwinger auftreten. Es wird interessant zu beobachten sein, ob sich die urban tickenden Bebbi ebenso in Trance versetzen lassen wie vor Jahresfrist am ESC von Nemo und Co.
Über Geschmäcker kann man bekanntlich streiten, muss aber nicht: Verteilt über das Jahr finden musikalische Anlässe statt, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sodass alle auf ihre Rechnung kommen. Manche Musizierende lassen es so richtig krachen, etwa auf dem Sichtfeld in der dieses Jahr besonders festfreudigen Gemeinde Gipf-Oberfrick oder am Schupfart Festival. Unklar, ob auch die Technoparty in Zeiningen wieder steigt. Hoffentlich, meinen die tanzbegeisterten Raver. Hoffentlich nicht, opponiert die lärmgeplagte Anwohnerschaft.
Sanftere Töne werden dagegen wohl vor und nach den Sommerferien angeschlagen, wenn zuerst am Solsberg Festival, später auf dem Rheinfelder Inseli professionell musiziert wird. Mögen Sie klassische Musik, so sind Sie wohl auch dabei, wenn das Capriccio-Orchester oder die Argovia Philharmoniker aufspielen. Zwar meckern Nörgler über die Eintrittspreise, doch meine ich, kulturelle Vielfalt darf auch etwas kosten. Und ist in jedem Fall einem öden Einheitsbrei vorzuziehen.
Ungetrübte Feststimmung wird wohl im August am dreitätigen Marktfest in Frick aufkommen. Oder werden jene, die sich um die Finanzen der Gemeinde sorgen, doch noch zu Spassbremsen?
So sind die zahlreichen Festivitäten, die bis zu den frohen Festtagen am Jahresende stattfinden, ein Abbild der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Für jede und jeden ist wohl etwas dabei. Und nicht allen muss alles gefallen.
Ihnen liegen Veranstaltungen mit grossem Publikumsaufmarsch eher weniger? Tatsächlich kann ja ein angeregtes Tischgespräch im trauten Kreis – kulinarisch liebevoll bereichert – weit angenehmer sein als Wurst und Bier im Festzelt, samt ohrenbetäubendem Gejohle und Dichtestress. Und sind Sie selber Gastgeber*in, dann dürfen Sie sich ja aussuchen, wann und mit wem die Feste bei Ihnen zuhause fallen. Mögen Sie Ihnen und Ihren Gästen gefallen.
Wettbewerbsfragen:
1. Was wird am Fricker Marktfest (21. bis 23. August) gefeiert?
a) 200 Millionen Jahre alte Saurier
b) nochmals der Olympiasieg von Chiara Leone (weil’s so schön war)
c) 325 Jahre Marktrecht
2. Was findet am 27. Juni in Gipf-Oberfrick statt?
a) das Fricktaler Abendschwinget
b) das nordwestschweizerische Traktor-Pulling
c) das Tätschbummtäterää-Festival
Wissen Sie die Lösung?
Schreiben oder mailen Sie uns die Lösungen. Unter den richtigen Antworten, welche auf der Redaktion bis am nächsten Mittwoch eintreffen, verlosen wir einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird in der NFZ vom nächsten Freitag publiziert.
NEUE FRICKTALER ZEITUNG
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Wettbewerbslösung in der nächsten Freitags-NFZ.
* Peter Schmid lebt in Rheinfelden, wo er über 30 Jahre als Bezirkslehrer unterrichtet hat.


