Das von der Stiftung «Pro Argovia Artists» ausgezeichnete Ensemble Trianguli mit Kaspar Lüscher, Andrei Ichtchenko und Gino Suter hat dem Publikum in Frick einen Abend voller Musik und Poesie geschenkt – einfühlsam, begeisternd und berührend.
Vreni ...
Das von der Stiftung «Pro Argovia Artists» ausgezeichnete Ensemble Trianguli mit Kaspar Lüscher, Andrei Ichtchenko und Gino Suter hat dem Publikum in Frick einen Abend voller Musik und Poesie geschenkt – einfühlsam, begeisternd und berührend.
Vreni Weber
Waren es die ausgewählten Textstellen aus Pablo Nerudas Werken? War es die lebendige Rezitation durch Kaspar Lüscher? War es die eingewobene Musik von Andrei Ichtchenko am Akkordeon und Gino Suter an der Violine, die den Abend im Kornhauskeller Frick zu einem Erlebnis machten? Es war das gekonnte Zusammenspiel aller Komponenten: Texte, Rezitation und Musik berührten, begeisterten und gingen tief in die Seele.
Ein Abend mit Pablo Neruda
Pablo Neruda (12.07.1904 bis 23.09.1973) war ein chilenischer Dichter, Schriftsteller sowie Diplomat, der sich gegen den Faschismus in seinem Heimatland und in Spanien einsetzte. 1971 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Das Ensemble Trianguli – Kaspar Lüscher, Rezitator, Andrei Ichtchenko, Akkordeon und Gino Suter, Violine – wählte Nerudas Werk für ein gemeinsames Projekt, bei welchem die drei dessen Bilder voller Musikalität neu umsetzen. 2025 wurde Trianguli von der Stiftung «Pro Argovia Artists» für «Lass mir dein Lachen» ausgezeichnet.
Mit dem Poem «Ein Mensch kam zur Welt» begann die Erzählung von Nerudas jungen Jahren. Die gekonnt gewählten Textstellen aus Nerudas autobiografischer Erzählung «Ich bekenne, ich habe gelebt», spiegeln das Leben eines jungen, feinfühligen Menschen und dessen Beziehungen zu Menschen und Natur. Die Auszüge aus Nerudas Gedichten, in einer sinnlichen Sprache mit aussergewöhnlicher emotionaler Tiefe, berührten. Auch wenn gewisse Situationen ein Lachen auslösten, gingen andere Worte, wie beispielsweise bei «Lass mir dein Lachen» besonders tief: «Nimm mir das Brot weg, nimm mir die Luft weg, aber lass mir dein Lachen, es erschliesst mir alle Türen der Liebe.» Den leuchtenden Abschluss des Abends voller Musik und Poesie bildete das Gedicht «Ode an den glücklichen Tag», begleitet von einfühlsamer Musik.
Lust geweckt
Den drei Künstlern ist es gelungen, Nerudas Lebenskraft durch gekonnte Rezitation und vor allem durch die Vernetzung und Verwebung mit der Musik spürbar zu machen und sie in ein musikalisches Epos umzuwandeln.
Beim Publikum im ausverkauften Kornhauskeller weckte der Abend die Lebensfreude und Lebenslust und sicher auch die Lust sich in Nerudas Werke zu vertiefen.