Die Vögel sind zurück
04.03.2023 RheinfeldenHoch in den Bäumen: Saatkrähen nisten sich wieder im Städtchen ein
Sie sorgen einerseits für zünftig Radau, andererseits für eine ziemliche Sauerei. An mehreren Standorten in Rheinfelden haben Krähen wieder Brutbäume in Beschlag genommen.
Ronny Wittenwiler
Alle Vögel ...
Hoch in den Bäumen: Saatkrähen nisten sich wieder im Städtchen ein
Sie sorgen einerseits für zünftig Radau, andererseits für eine ziemliche Sauerei. An mehreren Standorten in Rheinfelden haben Krähen wieder Brutbäume in Beschlag genommen.
Ronny Wittenwiler
Alle Vögel sind schon da? Wer weiss. Auf jeden Fall sind die Krähen mehr als nur parat. Sie treiben es jetzt wieder richtig bunt unten an der Schifflände. Passanten merken das nicht nur, wenn sie hoch in die Bäume blicken, sondern auch direkt auf den Boden. Rheinfeldens Stadtschreiber Roger Erdin erklärt: «Seit Januar, anfangs Februar sind die Saatkrähen wieder in den Brutbäumen zu beobachten und haben mittlerweile mit dem Nestbau begonnen.» Herumliegendes Geäst zeugt von den Vorbereitungen für die bevorstehende Kinderüberraschung hoch oben in den Wipfeln – das dürfte dann aber auch der einzige herzige Aspekt dieser Geschichte sein. Denn gleichzeitig sorgen die Vögel immer wieder für Verdruss. So zusätzlich auch beim Hauptwachplatz und beim Schützenparkplatz.
Kot auf den Wegen und Plätzen
«Es gibt zwei Hauptprobleme», sagt Erdin. «Anwohnerinnen und Anwohner von Saatkrähenkolonien klagen einerseits über den Lärm, das Krächzen der Saatkrähen in den frühen Morgenstunden und am Abend. Dies ist insbesondere bei den grossen Baumbeständen im Bereich der Schiff lände und beim Hauptwachplatz der Fall. Andererseits sind die durch Vogelkot verursachten Verschmutzungen an allen drei Standorten störend, weil sich direkt unter den Bäumen beziehungsweise Brutkolonien viel begangene Wege, Sitz- und Spielplätze beziehungsweise der Pausenplatz des Altstadtschulhauses oder Parkplätze befinden.» All das sorge jedes Jahr für zahlreiche Rückmeldungen aus der Bevölkerung.
Dutzende von Nestern
Unter den drei Standorten würden sich die Schwerpunkte von Jahr zu Jahr verschieben. «Zuletzt waren Schiff lände und Hauptwachplatz mehr betroffen.» Der Stadtschreiber sagt: «Die Zahl der Tiere können wir nicht beziffern. An jedem Standort werden aber dutzende von Nestern gebaut.»
Bereits in jüngerer Vergangenheit hatten die Vögel immer wieder diverse Rheinfelder auf Trab gehalten. Vor zwei Jahren, und praktisch zur selben Zeit, klagten welche über die Situation. «Wir fühlen uns gestört von den Krähen. Sie lärmen schon morgens um fünf Uhr und sie verdrecken alles», erklärte etwa Ruedi Berner, der an der Propsteigasse wohnt, also ganz in der Nähe zum Hauptwachplatz.
Aktuell keine Massnahmen erlaubt
«Die Saatkrähen waren bis vor ein paar Jahren geschützt. Heute gilt für sie vom 16. Februar bis zum 31. Juli Schonzeit», sagt Stadtschreiber Erdin. Das heisst, dass in dieser Zeit grundsätzlich keine Massnahmen gegen die Tiere erlaubt seien. Den grössten Erfolg habe die Stadt in den vergangenen Jahren mit dem Entfernen der Nester und dem periodischen Rückschnitt der besiedelten Bäume unmittelbar vor Beginn der Schonzeit erzielt. Nach einem Rückschnitt der Bäume seien diese für rund zwei Jahre nicht für den Nestbau geeignet, weil sie zu wenige Feinäste aufweisen. «Die Vögel suchen sich vorübergehend andere Brutbäume.» Ganz Herr allerdings, das zeigt sich gerade jetzt wieder, wird man dem Krähenproblem nicht.
Es wird ruhiger mit der Zeit
Immerhin: Sobald die Bäume im Laub stehen, bringe dies zumindest bezüglich der Verschmutzung eine gewisse Linderung, sagt der Stadtschreiber, der aufgrund der wiederkehrenden Problematik fast schon ein Experte auf diesem Gebiet ist. «Ende Juni sind normalerweise die letzten Jungvögel f lügge. Mit dem Wegfall der Bettelrufe der Jungen und Weibchen wird es etwas ruhiger in der Kolonie. Besuche an den Nestbäumen kommen aber bis im Herbst vor.»


