Das Solar-Dach liefert viel Strom
19.03.2023 ZuzgenInvestition in Photovoltaik-Anlage hat sich gelohnt
Seit gut zehn Jahren ist auf der Werkhalle der Hasler Gartenbau GmbH in Zuzgen eine grosse Photovoltaik-Anlage installiert. Pro Jahr liefert sie über 200 000 Kilowattstunden Strom. Das ist mehr, als ursprünglich ...
Investition in Photovoltaik-Anlage hat sich gelohnt
Seit gut zehn Jahren ist auf der Werkhalle der Hasler Gartenbau GmbH in Zuzgen eine grosse Photovoltaik-Anlage installiert. Pro Jahr liefert sie über 200 000 Kilowattstunden Strom. Das ist mehr, als ursprünglich erwartet.
Valentin Zumsteg
«Ich bin zufrieden mit dieser Anlage. Meine Erwartungen haben sich erfüllt», erklärt Markus Hasler, Inhaber der Hasler Gartenbau GmbH. Im Sommer 2012 liess er auf dem Dach der Werkhalle in Zuzgen eine rund 1800 Quadratmeter grosse Photovoltaik-Anlage montieren. Gut 900 000 Franken hat die Hasler Immobilien AG, der alle Gebäude des Gartenbaubetriebes gehören, investiert (die NFZ berichtete). Auf die Idee kam Hasler damals, weil das Dach sowieso erneuert werden musste. Mit den Solarziegeln hat er eine zweckmässige Lösung gefunden.
Rendite von rund 4 Prozent
Bei der Montage ging er davon aus, dass die Anlage pro Jahr rund 190 000 Kilowattstunden Strom produzieren wird und damit rund 40 bis 50 Haushalte versorgen kann. «Sie bringt jetzt aber mehr Leistung. Pro Jahr werden über 200 000 Kilowattstunden Strom erzeugt», freut sich Hasler. Der höhere Ertrag ist umso erstaunlicher, da die ursprüngliche Leistung von 224 Kilowatt peak auf rund 140 Kilowatt peak gedrosselt werden musste, weil das Stromnetz in Zuzgen zu wenig leistungsfähig ist, um mehr Strom abzunehmen.
Mittlerweile rechnet sich die Investition für Markus Hasler und sein Unternehmen, es brauchte aber einige Zeit. «Wir mussten schon bald alle Wechselrichter ersetzen. Das ursprüngliche Produkt hatte sich nicht bewährt, obwohl es aus der Schweiz stammte. Der Ersatz war mit zusätzlichen Kosten verbunden», schildert Hasler. Zudem bekam er in den ersten sieben Jahren lediglich vier bis sechs Rappen pro Kilowattstunde bezahlt. Mittlerweile hat er einen Vertrag mit der IWB und profitiert vom Einspeisevergütungssystem (EVS); das ist der Nachfolger der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV).
Pro Kilowattstunde erhält er jetzt garantiert 35 Rappen. «Im Jahr 2022 hatten wir Einnahmen von rund 80 000 Franken. 2021 war der Sommer schlechter, da erhielten wir zirka 70 000 Franken», schildert Hasler. Er geht davon aus, dass er mit der Anlage eine jährliche Rendite von rund vier Prozent erzielen kann. Damit ist er zufrieden.
Grosse Unterschiede zwischen Sommer und Winter
Der Vertrag mit der IWB läuft bis 2037. «Ich rechne damit, dass die Anlage auch nach 25 Jahren Betriebszeit noch rund 80 Prozent der Leistung bringen wird und wir sie dann weiterlaufen lassen können», erklärt Hasler. In einem guten Sommer produziert die Anlage pro Monat rund 30 000 Kilowattstunden; im Winter sind es hingegen nur rund 2000 bis 6000 Kilowattstunden monatlich.
Die grosse Investition sei ein Risiko gewesen, doch es habe sich gelohnt und er sei es gerne eingegangen. «Ich würde es wieder tun. Ich bin immer noch überzeugt, dass wir auf erneuerbare Energie setzen müssen.» Auf der anderen Seite ist er aber der Meinung, dass die Schweiz zwei neue Atomkraftwerke bauen sollte. «Das wäre sicher besser, als Strom zu importieren, der mit Kohle produziert wird.»


