«Warum können die Faissen nicht am Wochenende stattfinden?»
10.02.2023 FricktalFrickaler Fasnacht: Was gefällt gut, was weniger?
«Möhliner Tambouren: Stolz der neuen Heimat»
Caroline Bamert, 55, Wegenstetten
«Als unsere Tochter klein war, war die Wegenstetter Kinderfasnacht meine ...
Frickaler Fasnacht: Was gefällt gut, was weniger?
«Möhliner Tambouren: Stolz der neuen Heimat»
Caroline Bamert, 55, Wegenstetten
«Als unsere Tochter klein war, war die Wegenstetter Kinderfasnacht meine absolute Lieblingsveranstaltung. Die vielen fröhlichen, ausgelassenen Kinder, die herumtoben und Konfetti schmeissen.
Ich frage mich immer: Warum können die drei Faissen nicht am Wochenende stattfinden, so dass auch diejenigen, die am Freitag nicht frei haben, bis in die frühen Morgenstunden feiern könnten.
Was mich, die aus einer Basler Fasnachtsfamilie stammt, mit Stolz für meine neue Heimat erfüllt, sind die superguten Möhliner Tambouren, die schon früher regelmässig das Preistrommeln in Basel gewonnen haben.»
«Hinter der Tschättermusik hergelaufen»
Urs Rebsamen, 63, Rheinfelden
«Die Fricktaler Fasnacht hat mich durch mein ganzes Leben begleitet. In Laufenburg aufgewachsen, bin ich schon als kleiner Bub hinter der Tschättermusik hergelaufen. Als Musikant war ich in den vergangenen Jahrzehnten an der Fasnacht stets aktiv, manchmal mehr als der Gesundheit zuträglich war...
Besonders freut mich, dass nun nach den zwei letzten schwierigen Jahren wieder allseits im Fricktal Fasnacht gefeiert wird. Dafür winde ich den Vereinen beziehungsweise den Veranstaltern ein Kränzlein.»
«Schade, dass weniger ältere Leute hingehen»
Büttenhexe Sandra, 55, Möhlin
«Die Fasnacht ist in den letzten Jahren im Wandel. Ich finde das gut so und finde es auch wichtig, dass die Leute für Veränderungen offen sind.
Was ich schade finde, ist, dass die älteren Menschen sich heute kaum mehr aufraffen, um an die Fasnacht zu gehen.
Dieses Jahr bin ich sehr gespannt, wie die Fasnacht wieder ganz ohne Einschränkungen ablaufen wird.»
«Für die Kinder wird zu wenig gemacht»
Robert Kaufmann, 53, Rheinfelden
«Als Basler Fasnächtler ist mir die Fricktaler, respektive Rheinfelder Fasnacht nicht ans Herz gewachsen. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass ich Trommler und nicht Guggenmusiker bin.
Was ich in Rheinfelden ganz toll und eine grosse kulturellere Bereicherung finde, ist der grenzüberschreitende Umzug. Das muss unbedingt weiterhin gepflegt werden.
Sehr schade finde ich, dass ausser dem Kinderschminken und dem Kinderumzug, für die kleinen Fasnächtler nichts gemacht wird.»
«Die Kreativität kennt keine Grenzen»
Christoph Burkhalter, bald 56, Möhlin
«Für mich ist – mit beinahe 50 Jahren als aktiver Fasnächtler – immer wieder die Vielfalt der Gruppen, Sujets, Wagen und unterschiedlichen Veranstaltungsformen beeindruckend. Die Kreativität für die Fasnacht kennt auch im Fricktal keine Grenzen.
Und diese wird vielmals von Menschen gelebt, die man in dieser Art bisher nicht wahrgenommen hat.»
«Viele verschiedene Schnitzelbank-Gruppen»
Evi Wellauer, 45, Kaiseraugst
«Ich schätze die Vorfasnachts-Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Kaiseraugster Fotzelschnitte, sehr. Als Ex-Schnitzelbänklerin finde ich es toll, dass es in vielen Fricktaler Gemeinden verschiedenen Schnitzelbank-Gruppen gibt.
Was ist manchmal schade finde, ist das Konkurrenzdenken zwischen den verschiedenen Dorffasnachten. Klar, darf man sich gegenseitig auf die Schippe nehmen, aber als Konkurrenz darf man sich nicht sehen.»
«Die wichtige Rolle der Schnitzelbänke»
Urs Kägi, 54, Wegenstetten
«Ab 1998 habe ich mit meinen zwei Brüdern in der Schnitzelbankgruppe ‹Hörnliklicke› intensiv Fasnacht gemacht. Als einziges Requisit aus dieser Zeit habe ich die sogenannte ‹Hörnlikappe› aufbewahrt. Ich habe also unsere Fasnacht im unteren Fricktal intensiv erlebt. Besonders freut mich die wichtige Rolle, die Schnitzelbänke auch heute in den Fasnachtsprogrammen einnehmen.
Wie sagt man so schön: ‹Irgendwann hat man es gesehen.› Seit einigen Jahren nehme ich weder aktiv noch passiv an der Fasnacht teil. Aber ich freue mich sehr, dass die Fasnacht im ganzen Fricktal lebt und gelebt wird.»
«Betrunkene mag ich nicht»
Andrin Hottinger, 15, Zeiningen
«An unserer Fasnacht mag ich, dass man sich verkleiden darf. Das Zusammensein mit Kollegen gefällt mir auch sehr gut und dass man mit ihnen einfach Spass haben kann.
Was ich an der Fasnacht überhaupt nicht mag, sind die betrunkenen Leute.»
«Möhliner Umzug ist einer der besten»
Markus Fischler, 64, Möhlin und Baracoa (Kuba)
«Nach 50 aktiven Fasnachten in Möhlin bin ich vor dreieinhalb Jahren nach Kuba ausgewandert. Dieses Jahr bin ich zum 100-Jahr-Jubiläum der Fasnachtszunft Ryburg an der Fasnacht hier und darf bei der grossen Jubiläums-Gugge mitmachen.
In all den Jahren hat sich die Fasnacht in Möhlin natürlich verändert. Gerne denke ich an die Beizenfasnacht und die Maskenbälle zurück. Mit der Fasnacht in den Zelten hatte ich anfangs Mühe. Mittlerweile gehören sie dazu und sie sind schön dekoriert.
Was ich grossartig finde, ist der Möhliner Umzug. Ich denke, das ist diskussionslos einer der besten weit über die Region hinaus.»
Umfrage: Janine Tschopp Fotos: zVg










