Rheinfelden prüft neue Städtepartnerschaft

  09.11.2022 Rheinfelden

Italienische Bürgermeisterin war zu Besuch

In Rheinfelden leben zahlreiche Menschen, die vor Jahrzehnten aus dem süditalienischen Gioi in die Schweiz gekommen sind. Die Bürgermeisterin, die selber in Rheinfelden geboren wurde, regt nun eine Städtepartnerschaft an.

Valentin Zumsteg

Kürzlich war ein besonderer Gast im Rheinfelder Rathaus zu Besuch: Maria Teresa Scarpa, die Bürgermeisterin der italienischen Gemeinde Gioi, traf sich mit Stadtammann Franco Mazzi. Gioi ist eine Gemeinde mit rund 1200 Einwohnern in der Provinz Salerno. Zwischen diesem Dorf und dem Zähringerstädtchen gibt es einige Verbindungen.

Viele Verbindungen mit Gioi
Bürgermeisterin Scarpa, die in Rheinfelden geboren wurde, pflegt heute noch rege Kontakte in die Schweiz. Den letzten Besuch im Land hat sie genutzt, um Rheinfelden einen Besuch abzustatten. «Im weitesten Sinne verbindet die Arbeitsmigration der Nachkriegszeit die Stadt Rheinfelden mit der süditalienischen Gemeinde», sagt Stadtschreiber Roger Erdin gegenüber der NFZ. Noch heute leben zahlreiche Menschen in Rheinfelden, die vor Jahrzehnten aus Gioi in die Schweiz und nach Rheinfelden gezogen sind und hier Arbeit gefunden haben. «Umgekehrt leben in Gioi viele Personen, die einige Jahre ihres Lebens in Rheinfelden verbracht und hier gearbeitet haben, später aber in ihre Heimat zurückgekehrt sind», so Erdin. Vor diesem Hintergrund habe Bürgermeisterin Scarpa bei ihrem Besuch die Idee einer Städtepartnerschaft an Stadtammann Mazzi herangetragen.

Bislang pflegt Rheinfelden Städtepartnerschaften im Kreise der zwölf Zähringerstädte. Auf Schweizer Seite sind dies die Gemeinden Bern, Burgdorf, Fribourg, Murten und Thun. Auf deutscher Seite gehören die Gemeinden Bräunlingen, Freiburg im Breisgau, Neuenburg am Rhein, St. Peter im Schwarzwald, Villingen sowie Weilheim an der Teck zur Zähringer-Verbindung.

«Die Idee entgegengenommen»
«Die heutige enge Zusammengehörigkeit reicht in die Gründungszeit der meisten Städte zurück. Allen ist gemeinsam, dass sie zum Besitztum der Herzöge von Zähringen gehörten. In der Regel findet pro Jahr ein gemeinsamer Besuch der politischen Delegationen in einer der Städte statt», schildert Erdin.

Dieses Jahr trafen sich die Zähringerstädte zum Anlass der Landesgartenschau 2022 in Neuenburg am Rhein. «Gleichzeitig wird aber auch durch Vereine ein kultureller Austausch gepflegt, so findet zum Beispiel das Zähringer Narrentreffen statt oder die Stadtmusik Rheinfelden glänzte dieses Jahr mit einem Auftritt an der Landesgartenschau in Neuenburg am Rhein.» Mit einem gemeinsamen Webauftritt, verschiedenen Werbebroschüren oder etwa der 2019 durchgeführten Wanderausstellung über die Zähringer werben die Städte auch in kulturtouristischer Hinsicht gemeinsam und füreinander.

Ob Rheinfelden künftig auch mit dem italienischen Gioi eine Städtepartnerschaft eingehen wird, ist derzeit offen. Entschieden sei noch nichts, hält Roger Erdin fest: «Stadtammann Franco Mazzi hat bisher einzig die Idee entgegengenommen.»


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