Landkauf jenseits der Eckfahne
27.10.2022 MöhlinMöhlin: Gemeinderat möchte Parzelle nördlich der Sportanlagen Steinli erwerben
Für fünf Millionen Franken möchte die Gemeinde Möhlin 2,8 Hektaren Land nördlich der Sportanlagen Steinli kaufen – als strategische Reserve für eine wachsende Bildungsund Sportlandschaft.
Ronny Wittenwiler
An der Möhliner Gemeindeversammlung vom 24. November wird sich vieles um den Dorfteil Ryburg drehen. Der Fokus richtet sich einerseits auf das Land hinter den Steinli-Fussballplätzen, andererseits auf das Jugendhaus Jam, das (zufälligerweise) just an dieses Land angrenzt. Gemeindeammann Markus Fäs und Vizeammann Lukas Fässler stellten beide Geschäfte am Dienstag den Medien vor.
Parzelle 939
Der Gemeinderat beabsichtigt den Kauf von Parzelle 939. Dieses Stück Land in der Sportzone liegt quasi im Sandwich zwischen den Steinli-Fussballplätzen im Süden (Gebiet Storebode) und den Tennisanlagen im Norden (Gebiet Grindicher). Sind Storebode und Grindicher bereits im Besitz der Gemeinde, so will man mit dem Erwerb von Parzelle 939 eine Lücke schliessen. Gemeindeammann Markus Fäs sagt es so: «Es gibt in nächster Zeit keine konkreten Pläne für das Land, aber uns war klar, dass wir den Finger draufhalten, wenn es zum Verkauf angeboten wird.» In der Botschaft heisst es denn auch, die Einwohnergemeinde schaffe sich mit dem Erwerb eine strategisch wichtige Landreserve, die für Erweiterungen von Sport- und/oder Schulanlagen eingesetzt werden könne. Fäs erwähnte in diesem Zusammenhang das zu erwartende Bevölkerungswachstum im Bata-Park ganz in der Nähe. Dort entsteht langfristig Wohnraum für 600 bis 800 Einwohnerinnen und Einwohner.
Mit Grundeigentümer Stephan Mahrer vereinbarte der Gemeinderat einen Kaufpreis von 5,093 Millionen Franken (bei einem Quadratmeterpreis von 180 Franken und einer Gesamtfläche von 28 296 Quadratmetern). Gemäss Fäs liege der Preis über einer von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Schätzung. Der Gemeindeammann gab allerdings zu bedenken, dass der Preis deutlich höher sein werde, sehe sich die Gemeinde in der Zukunft gezwungen, Bauland im öffentlichen Markt kaufen zu müssen.
Das zu erwerbende Land hinter den Fussballplätzen jenseits der Eckfahne kann auch ausserhalb einer kompletten Zonenplanrevision einer Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (ÖBA) zugeführt werden. «Wenn der dringende Bedarf der öffentlichen Hand gegeben ist, zum Beispiel bei Platzmangel für einen Kindergarten, dann ist so etwas möglich», erklärte Vizeammann Lukas Fässler. «Dem Gemeinderat sei die Kompetenz für den Kauf der Parzelle 939 in der Sportzone für Fr. 5 093 280 zu erteilen», lautet nun der konkrete Antrag zuhanden der Gemeindeversammlung vom 24. November.
Investition in die Jugendarbeit
Direkt hinter dem Landstreifen, den die Gemeinde kaufen will, befinden sich unter anderem die Bocciahalle, die Beachvolleyball- und Tennisanlagen sowie die Jugendarbeit Möhlin (JAM) mit ihrem Jugendhaus. Für 240 000 Franken soll dieses aufgestockt werden; hinzu kommen für 60 000 Franken Dachbegrünung und Sanierungsarbeiten (Dachabdichtung am bestehenden Gebäude). Im Zuge der Aufstockung soll die Administration vom Erdgeschoss in den oberen Stock verlegt werden, womit ebenerdig ein zusätzlicher Raum für die Jugendlichen geschaffen würde. Der räumliche Ausbau solle den steigenden Besucherzahlen und wachsenden Bedürfnissen Rechnung tragen. Fakt ist: Im Jugendhaus dreht sich längts nicht mehr alles allein um Spiel und Spass. Unterstützung und Hilfestellung finden Kinder und Jugendliche auch bei familiären oder schulischen Problemen. «Die Jugendlichen erhalten hier eine Möglichkeit, sich für den weiteren Lebensweg vorzubereiten», sagt Vizeammann Fässler. Oftmals sei die Jugendarbeit eine wichtige erste Anlaufstelle, gerade für Kinder und Jugendliche aus tendenziell instabilen Familienverhältnissen.
Hier der Landkauf als strategische Reserve für die Bildungslandschaft; dort die Aufstockung des Jugendhauses; zwei Geschäfte, die aus Sicht des Gemeinderats eine Investition in kommende Generationen bedeuten dürften.

