Frust nach dem Cup-Aus
07.10.2022 Handball, MöhlinDer TV Möhlin verliert gegen Ligakonkurrent Solothurn
Möhlins Handballer verlieren am Mittwoch auswärts gegen Solothurn deutlich mit 22:28 (11:14) und scheiden damit frühzeitig aus dem Cup aus. Dass die Fricktaler nie richtig in ihr Spiel fanden, zu viele technische Fehler fabrizierten und freie Würfe gleich reihenweise liegen liessen, war bitter.
Christine Steck
Den entscheidenden Unterschied zwischen beiden Teams machte vor allem der gegnerische Angriff, der seine Chancen konsequenter nutzte. Der TV Möhlin machte sich das Leben von Beginn weg schwer. Zu viele technische Fehler zermürbten den Angriff, die freien Würfe wurden verpasst, endeten zu oft bei Mathieu Seravalli. Der Solothurner Keeper verbuchte einige Paraden mehr, als dies im Liveticker festgehalten ist, weshalb seine Quote von 37 Prozent deutlich höher ausfallen dürfte. Stark waren an diesem Abend zudem die Distanzwürfe von Benjamin Dornois, welcher aus zehn Meter Entfernung, gepaart mit einer unendlichen Sprungkraft, abschloss und die ganze Möhliner Abwehr, inklusive Torwart, düpierte. Der 27-jährige Franzose, welcher diese Saison neu zum Team gestossen ist, verbuchte allein acht Treffer, so viele steuerte nur noch Sandro Sieber, der Routinier am Flügel, für Solothurn bei.
Erklärungsversuche beim TV Möhlin
Sebastian Kaiser, der Möhliner Kapitän, welcher am Vortag seinen dreissigsten Geburtstag feiern konnte, hätte sich einen couragierteren Auftritt gewünscht. Nach dem Abpfiff suchte er sichtlich nach Worten. Nebst der mangelnden Chancenauswertung betonte er, dass jeder Spieler gefühlt ein paar Prozente zu wenig gegeben habe und das reiche in dieser engen Liga nicht, um an die vergangenen Resultate anzuknüpfen. Lag es am Wochentag, wo man direkt nach der Arbeit an den Spielort reist und erwiesenermassen müder ist als am Wochenende?
Dann fehlte mit Benjamin Blumer, welcher sich im letzten Spiel einen Kreuzbandriss zugezogen hatte und kurzfristig durch den zurückgetretenen (aus der NLB) Nicolas Bamert ergänzt wurde, doch ein starker Rückhalt. Und Rudi Safranko, der auf der halben Position seine Akzente setzte, laboriert an einer Erkältung, weshalb auch er am Mittwoch nicht auf der Platte stand. Andererseits beklagte auch Solothurn viel Verletzungspech und trat mit nur elf Feldspielern an.
Spielverlauf
Schon zu Beginn der ersten Spielzeit ein weggeworfener Ball der Möhliner und Solothurn legte zwei Zähler vor. Der junge Jonas Coetermans zeigte seine erste Parade und im Gegenzug erzielte Xavier Franceschi in der sechsten Minute den Führungstreffer zum 3:2. Der folgende Siebenmeter prallte an Seravalli ab und danach kam der Möhliner Angriff erneut ins Stocken, dafür übernahmen die Gastgeber jetzt die Führung zum 5:4 in der 12. Minute. Der spätere Drei-, Vier-Tore-Vorsprung blieb lange bestehen, bis Maurice Meier in der 23. Minute den Anschlusstreffer erzielte. Aber Solothurn erhöhte wieder auf plus drei und zum späteren Pausenstand von 14:11. In der zweiten Halbzeit kam keine deutliche Reaktion der Mannschaft von Zoltan Majeri. Zwar zeigte Sebastian Kaiser in der 42. Minute, beim 17:19, dass seine Männer wieder in Reichweite lagen, aber Solothurn schien am Vorsprung Gefallen zu finden, umso mehr, weil man in der Meisterschaft nach fünf Partien immer noch sieglos dasteht. So versuchte Möhlins Trainer Majeri zwar noch einmal sein Team wachzurütteln, aber es folgten ein nächster Fehler, ein Tor für Solothurn und dazu noch Ungereimtheiten aus der Schiedsrichterecke. Und so war die Hypothek letztlich zu gross, um den Solothurnern den Sieg noch streitig zu machen.
Konzentration nun auf die Meisterschaft
Am Sonntag, 16. Oktober, kommt es zum nächsten Aufeinandertreffen in der Meisterschaft, dann gegen den Aufsteiger Handball Emmen. Anspielzeit ist um 17 Uhr im neuen Steinli in Möhlin.
Möhlin mit: Bamert (3/18; 17%), Coetermans (2/15); 14%); Ceppi (1), Rohr, Meier (3), Mahrer, Behlinger, Fässler (1), Franceschi (1), Wenger, Kaiser (5), Grimsrud (1), Waldmeier (3), Ulmer (4), Larouche (3).

