Wenn schon bauen, dann richtig
18.06.2022 FrickFrick will im Stieracker Synergien nutzen
Im Zuge der Renaturierung der Sissle im Gebiet Stieracker sollen weitere Projekte umgesetzt werden: Neubau des Rad- und Fusswegs, Leitungsarbeiten für die Abwasserbeseitigung, Erweiterung des Wasserversorgungsnetzes in der Arbeitszone. Am 24. Juni befindet die Gemeindeversammlung über den entsprechenden Verpflichtungskredit in der Höhe von brutto 7,6 Millionen Franken.
Simone Rufli
Mit dem Verpflichtungskredit sollen gleich drei Projekte im Gebiet Stieracker koordiniert und unter Nutzung von Synergien umgesetzt werden: Erstens die Ausführung der Erschliessungsarbeiten mit dem Ziel, die Überbauung der vor zehn Jahren eingezonten Baulandreserven in der Arbeitszone zu gewährleisten; zweitens der Bau der neuen Abwasser-Transportleitung des Abwasserverbands Bözberg-West von Hornussen her und drittens die Renaturierung der Sissle.
Im November 2019 hatte die Gemeindeversammlung einen Verpflichtungskredit für die Projektierung der Erschliessung der Arbeitszone Stieracker genehmigt, im November 2020 stimmte sie einem Projektierungskredit für die Renaturierung des Sisslebachs im Abschnitt Stieracker-Widengasse zu.
Die Sissle zwischen Frick und dem Rhein ist stark kanalisiert und fliesst oft in einem breiten und seichten Gerinne. Zudem trocknet der Bach in niederschlagsarmen Perioden vermehrt aus, so auch in den ausserordentlich trockenen Sommern von 2018 und 2019. Nun soll das Gerinne im Bereich des Gewässerraums verbreitet werden und eine Niederwasserrinne soll sicherstellen, dass der Bach auch bei Trockenheit immer genug Wasser führt und Rückzugsorte für Krebse und Fische aufweist.
Geplant ist, dass die Ufer mit Wurzelstöcken, Raubäumen und maschineller Ufersicherung strukturiert und wo möglich ohne harte Verbauungen erstellt werden. Um den Sisslebach als Naherholungsgebiet aufzuwerten, werden mehrere Sitzbänke aufgestellt und auf der Höhe des Spielplatzes eine Treppe aus Kalkblocksteinen gebaut. All diese Arbeiten machen den Einsatz von schweren Maschinen nötig. Aus Sicht des Gemeinderats macht es deshalb keinen Sinn, zuerst einen neuen Rad- und Fussweg anzulegen und kurz darauf diesen neuen Weg bei den Renaturierungsarbeiten am Bach wieder zu beschädigen. Von den Kosten übernehmen Bund und Kanton den Grossteil, weiteres Geld fliesst aus verschiedenen Fonds. Für die Gemeinde bleibt ein Anteil von rund 6%.
Wer heute zu Fuss oder mit dem Velo vom Fricker Dorfzentrum herkommend durch die Quartierstrasse Stieracker nach Hornussen spaziert bzw. fährt, tut dies mitten durch das Werkgelände der Stahlton Bauteile AG. Über dieselbe Strasse werden die Grundstücke der AEW Energie AG erschlossen. Der Kanton hat der Verlegung des Rad- und Fusswegs entlang der Sissle bereits zugestimmt, die Gemeindeversammlung muss jetzt noch dem Landverkauf (heutiger Weg) an die beiden Firmen zustimmen.
Damit die Baulandreserve in der Arbeitszone Stieracker überbaut werden kann, muss die Schmutzwasserableitung ausgebaut werden. Der bestehende Regenüberlauf wird ausser Betrieb genommen, zurückgebaut und durch ein neues Bauwerk innerhalb der Bauzone ersetzt.
Die Gemeindeversammlung (Einwohner) findet am Freitag, 24. Juni 2022 um 20.15 Uhr in der 3-fach Sporthalle Ebnet statt (Ortsbürger 19.45 Uhr)

