Ukrainer werden im Dianapark untergebracht

  28.04.2022 Rheinfelden

Leerstehende Wohnungen können zwischengenutzt werden

In der Rheinfelder Überbauung Dianapark sollen rund 450 Schutzsuchende aus der Ukraine eine vorübergehende Bleibe finden. Die Eigentümerin stellt dem Kanton Aargau 120 Wohnungen zur Verfügung.

Valentin Zumsteg

Wegen der Totalsanierung, die im kommenden Jahr beginnen soll, sind bereits viele Mieterinnen und Mieter des Dianaparks ausgezogen. Von den total 242 Wohnungen stehen derzeit rund 120 leer (die NFZ berichtete). Diese stellt die Eigentümerin, die Helvetia-Versicherungen AG, dem Kanton Aargau für die Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine zur Verfügung – ohne Mietkosten. «Der Kanton trägt die anfallenden Nebenkosten», heisst es in einer Medienmitteilung.

Die Wohnungen bieten Platz für rund 450 Personen, schreibt der Kanton. Voraussichtlich im Juni werden die ersten Ukrainerinnen und Ukrainer einziehen. Die Dauer der Zwischennutzung orientiert sich am Fortschritt des Sanierungsprojekts, das etappiert wird. Die erste Etappe soll im Frühling 2023 beginnen, dann müssen die ersten Schutzsuchenden wieder ausziehen.

«Nutzung der Wohnungen ist naheliegend»
«Der kantonale Sozialdienst ist dankbar für die zusätzlichen Unterkünfte. Weiterhin weist das Staatssekretariat dem Kanton Aargau jeden Tag rund 60 bis 100 Schutzsuchende zu. Deshalb sind auch weiterhin zusätzliche Plätze nötig», hält der Kanton fest. Bei der Stadt äussert man sich positiv über diese Zwischennutzung: «Die Nutzung dieser vorübergehend leerstehenden Wohnungen ist naheliegend, weshalb sich die Stadt bereits früh mit einer entsprechenden Anfrage an die Eigentümerin gewendet hatte», erklärt Stadtschreiber Roger Erdin gegenüber der NFZ. Dass die Helvetia die Wohnungen nun sehr schnell und grosszügig zur Verfügung stellt, sei bemerkenswert. «Wir dürfen erfreut feststellen, dass die Solidarität der Rheinfelder Bevölkerung mit den schutzsuchenden Ukrainerinnen und Ukrainern und auch die Einsatzbereitschaft aller Involvierter ausserordentlich ist», so Erdin.

Stadt rechnet mit über 100 zusätzlichen Schülern
Wenn tatsächlich mehrere hundert Schutzsuchende einziehen, dann hat dies Auswirkungen auf die Schule in Rheinfelden. Bei einer Belegung mit 450 Menschen rechnet die Stadt mit rund 100 bis 120 schulpflichtigen Kindern. «Diese grosse Zahl kann nicht in die bestehenden Schulklassen integriert werden», sagt Erdin. «Es sollen daher spezielle Integrationsklassen mit separaten Lernangeboten gebildet werden. Dafür prüfen wir zusammen mit dem Kanton Aargau die Inbetriebnahme der Schulräume des ehemaligen HPS-Schulhauses, das derzeit leer steht. Geprüft wird auch die Nutzung des aktuell nicht beanspruchten Kindergartens Kohlplatz.»

Die Schutzsuchenden im Dianapark werden durch den Kanton betreut. Dieser arbeitet dafür mit einer privaten Dienstleisterin zusammen, schildert Erdin und ergänzt: «Die Betreuung und Integration dieser grossen Zahl von Schutzsuchenden stellt für alle Beteiligten eine grosse Herausforderung dar. In diesem Zusammenhang prüfen wir zusammen mit dem Kanton, ob im Erdgeschoss des ehemaligen Hotels Drei Könige Gemeinschaftsräume genutzt werden könnten.»


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