Stinkendes Ärgernis sorgt für rote Köpfe

  21.04.2022 Schwaderloch

In Schwaderloch gehen vermehrt Reklamationen ein

Seit den steigenden Temperaturen beklagen sich auf der Schwaderlocher Verwaltung immer mehr Menschen über Versäuberungen von Hunden entlang des schönen Rheinwegs oder Säckchen mit Hundekot, die teils unweit des Robidogs herumliegen.

Bernadette Zaniolo

«Während des ersten Lockdowns hatten wir allgemein eine extreme Güselei festgestellt», hält Gemeindeschreiberin Marianne Mühlberg zu Beginn des Gesprächs mit der NFZ fest. Der Anlass für dieses gaben die amtlichen Mitteilungen, in welchen Schwaderloch in den letzten Wochen immer wieder auf eine zunehmende Problematik hinwies: die Verletzung der Aufnahmeund Entsorgungspflicht von Hundekot. Seit die Temperaturen gestiegen sind und vor allem an schönen Tagen ist der Weg entlang des Rheins zwischen Schwaderloch und Leibstadt sehr gut frequentiert. Dies von einer breiten Bevölkerungsschicht.

«Es ist unbestritten schön, hier zu laufen», so die Gemeindeschreiberin mit einem Lächeln im Gesicht. Und kurz darauf schüttelt Mühlberg, die selber Hundehalterin ist, den Kopf. «Ich weiss echt nicht, was in den Köpfen dieser negativ auffallenden Hundebesitzer vorgeht.» Gleichzeitig betont sie: «Der Grossteil verhält sich korrekt!» Dennoch kommt es phasenweise vor, dass pro Woche ein bis zwei Anrufe auf der Verwaltung eingehen, in denen sich Bürger beklagen. Einerseits, weil die Hundekot-Säckchen unmittelbar neben dem Robidog auf dem Boden liegen, der Kot nicht eingesammelt wird, man die Hunde über frisch bepflanzte Felder und Äcker rennen lässt oder wenn man fehlbare Hundebesitzer darauf anspreche, dann auch noch angepöbelt werde. «Es hat genügend Robidogs entlang der Strecke», so Mühlberg. Sieben Stück zwischen der Brücke beim ehemaligen Zoll in Schwaderloch und dem Rheinübergang beim Wehr in Leibstadt.

Gemäss der Schwaderlocher Gemeindeschreiberin haben sich während des Lockdowns mehr Menschen einen Hund zugelegt. Zum liegengelassenen Hundekot, vielmehr dessen Nichtbeachtung durch die Frauchen und Herrchen meint sie: «Ist es Gleichgültigkeit? Die vorherrschende Meinung, dass die Gemeinde-Angestellten dafür da sind? Ich weiss es nicht», so Mühlberg zu möglichen Gründen.

Und jetzt ertappt…
Doch kürzlich habe man eine Person «ertappt». «Diese wird nun angeschrieben und auf die gesetzlichen Grundlagen aufmerksam gemacht», so die Schwaderlocher Gemeindeschreiberin zum weiteren Vorgehen. Sollte sich jemand als «beratungsresistent» erweisen, dann würde eine Anzeige bei der Polizei erfolgen. «Das ist jedoch nicht das, was wir wollen», so Mühlberg.

«Zu Strafanzeigen kommt es in diesem Bereich praktisch nie. Vielmehr wird uns hin und wieder durch Gemeindevertreter gemeldet, dass es Probleme mit Hundehaltern gebe, welche den Hundekot nicht aufnehmen», so Werner Bertschi, Chef der Polizei Oberes Fricktal (POF) auf Anfrage. Auch er betont: «Die grosse Mehrheit der Hundehalterinnen und -halter hält sich an die Vorschriften.» Zudem: Übertretungen «in flagranti» festzustellen, sei für die Polizei sehr schwierig, «denn bei Anwesenheit der Polizei wird der Hundekot in der Regel aufgenommen.»

Bertschi weist zudem darauf hin: «Wenn man ertappt wird, löst das bei niemandem positive Gefühle aus.» Deshalb sei es «besonders wichtig, dass man Hundehalter sachlich und anständig anspricht und auf das Fehlverhalten aufmerksam macht.»

Und wenn der Hundebesitzer oder die Hundebesitzerin keine Einsicht zeigt? «Am besten merkt man sich Ort und Zeitpunkt sowie Details zum Hundehalter und zum Hund. Wenn derselbe Hundehalter wiederholt negativ auffällt und sein Verhalten nicht ändert, dann macht eine Meldung an die Polizei durchaus Sinn», so der Polizei-Chef.

Gemäss der kantonalen Verordnung über das Ordnungsbussenverfahren wird eine Verletzung der Aufnahme- und Entsorgungspflicht von Hundekot mit einer Busse von 100 Franken geahndet. 2020 und 2021 hat die Polizei Oberes Fricktal keine Ordnungsbussen in diesem Bereich ausgestellt. In unregelmässigen Abständen erhält die POF jedoch aus verschiedenen Gemeinden Meldungen über entsprechende Verstösse. In Schwaderloch sind aktuell 705 Personen und 52 Hunde angemeldet.


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