Aargauer Gemeindeammänner in Rheinfelden empfangen
29.03.2022 Rheinfelden44. Generalversammlung der Gemeindeammänner-Vereinigung
Am Donnerstagabend trafen sich die Gemeindeammänner des Kantons Aargau zur Generalversammlung in Rheinfelden. Nach dem offiziellen Teil sprachen der Aargauer Regierungsrat Dieter Egli sowie Korpskommandant Hans-Peter Walser.
Janine Tschopp
Die Generalversammlung der Gemeindeammänner-Vereinigung des Kantons Aargau findet jedes Jahr in einem anderen Bezirk stark. Dieses Jahr war Rheinfelden an der Reihe. So versammelten sich am Donnerstagabend 65 stimmberechtigte Mitglieder im Rheinfelder Bahnhofsaal. «Es ist eine Freude, dass wir die Generalversammlung physisch durchführen können», sagte Präsident Patrick Gosteli zu Beginn. Er wurde an der Generalversammlung 2021, welche aufgrund von Corona digital durchgeführt wurde, als Nachfolger von Renate Gautschy gewählt. Gosteli lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Kanton und erwähnte das neue Angebot «Smart Service Portal», welches Kanton und Gemeinden aktuell zur einfachen Nutzung digitaler Dienstleistungen für Einwohnerinnen und Einwohner geschaffen haben. Auch in Zusammenhang m it den Uk rai ne-K rise funktioniere die Zusammenarbeit gut. Stadtammann Franco Mazzi ging bei seinem Grusswort auf die Geschichte Rheinfeldens ein. Er erzählte von den Zeiten, als das Fricktal zu Österreich gehörte. Seit 1803 ist es Teil des Kantons Aargau und der Schweiz. Er erwähnte die Salzvorkommen, welche Rheinfelden 1844 zum Aufschwung verhalfen. Auch die Gründung von Feldschlösschen 1876 und die Bierproduktion seien für Rheinfelden bis heute von Bedeutung. Stolz ist die Stadt, dass sie 2016 vom Schweizer Heimatschutz den Wakkerpreis erhielt. Die Traktanden der Generalversammlung wurden alle ohne Diskussionen genehmigt. Unter «Verschiedenem» wurde Hans-Ruedi Hottinger aus dem Vorstand verabschiedet. Der ehemalige Stadtammann von Zofingen war von 2007 bis 2021 im Vorstand und seit 2014 Vizepräsident der Gemeindeammänner-Vereinigung. Vizepräsidenten sind neu Barbara Horlacher und Hanspeter Hilfiker.
Grosse Herausforderungen
Nach der Generalversammlung überbrachte Regierungsrat Dieter Egli Grüsse der Aargauer Exekutive und bedankte sich bei der Gemeindeammänner-Vereinigung für den grossen und ständigen Einsatz und für die gute Zusammenarbeit mit dem Kanton. «Wir kommen von einer Krise in die andere und stehen wieder vor ganz grossen Herausforderungen.» Entscheide und schnelles Handeln seien gefragt. Man sei jetzt gefordert, unbürokratisch Flüchtende aus der Ukraine aufzunehmen. Bis jetzt habe man Unterbringungen schnell auf die Beine stellen können. Man sei auch weiterhin stark gefordert, denn die Unterbringung sei das eine, die Integration das andere. Schliesslich durfte Dieter Egli fünf Neugewählte in die Pflicht nehmen. Er wünschte ihnen viel Freude und Genugtuung bei ihrer Arbeit.
Wertschätzung im Milizsystem
In seinem Referat sprach Hans-Peter Walser, Korpskommandant und stellvertretender Chef der Armee, von der Bedeutung der Wertschätzung im Milizsystem. Früher sei die Armee sichtbar gewesen und wertgeschätzt worden. «Heute nimmt man die Armee nicht mehr wahr.» Es habe mit den Megatrends Mobilität, Individualität und Flexibilität zu tun, dass sich insbesondere junge Menschen heute nicht mehr für längere Zeit verpf lichten wollen. Das habe Auswirkungen auf das Milizsystem. Militär, Politik und Vereine finden immer weniger Menschen, die sich engagieren. Walser ist überzeugt, dass es einfacher wäre, Leute zu finden, wenn mehr Wertschätzung da wäre. Leute, die Ämter besetzen, werden häufig kritisiert, aber Wertschätzung werde ihnen kaum entgegengebracht. Man laufe Gefahr, dass man die Bestände der Armee nicht mehr sicherstellen könne. So werden derzeit verschiedene Dienstpflichtmodelle geprüft. Walser erwähnte, dass die «Armee 61» aus 800 000 Männern bestanden habe, aktuell sei man bei einem Sollbestand von 100 000 Personen. Bis vor kurzem habe man noch gesagt, dass heute eine Armee mit 800 000 Personen keinen Sinn mehr mache. «Das war, bevor der Krieg in der Ukraine ausgebrochen ist», so Walser. Das Thema Sicherheit will er auch in Schulen aufs Tapet bringen und erzählte von einem Pilotversuch an der Kantonsschule in Frauenfeld. Zum Abschluss der Veranstaltung spielte das Capriccio Barockorchester Rheinfelden. Passend zum Jahresmotto «Rhyfälde tönt guet».

