Tiefere Kosten

  03.02.2022 Laufenburg

Dem Regionalen Sozialdienst Laufenburg gehören neben der Standortgemeinde Laufenburg auch Stein, Gansingen, Sisseln und Oeschgen an. Über alle fünf Vertragsgemeinden hinweg konnten die Nettosozialhilfekosten seit 2017 um 43 Prozent gesenkt werden. Den Hauptgrund dafür sieht Stellenleiter Marco Schwab in der Regionalisierung des Dienstes; dies ermögliche professionelle Strukturen und genügend Personalressourcen. (sh)


Erfolg für Sozialdienst Region Laufenburg

43 Prozent weniger Sozialhilfekosten innert vier Jahren

Menschen aus der Sozialhilfe führen, ist meist zeitund arbeitsaufwendig. Eine Aufgabe bei der auch Fachkompetenz und ein grosses Netzwerk sehr hilfreich sind. Das Beispiel Regionaler Sozialdienst Laufenburg zeigt, dass dank professionellen Strukturen die Sozialhilfekosten in den fünf Vertragsgemeinden beträchtlich gesenkt werden konnten.

Susanne Hörth

Die Gründe, weshalb jemand in die Sozialhilfe abrutscht, sind vielfältig. Genauso unterschiedlich sind die Wege, um wieder aus ihr herauszukommen. Welche Richtung dazu eingeschlagen werden muss – Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt, Rentenprüfung oder anderes – wird oft erst im Gespräch mit den Sozialdienstmitarbeitenden klar. Beim Sozialdienst Region Laufenburg, ihm gehören Laufenburg, Stein, Gansingen, Sisseln und Oeschgen an, zeigt es sich, wie wertvoll und letztlich auch kostensparend für die Gemeinden eine kompetente Wegbegleitung der Betroffenen ist.

Kosten fast halbiert
«Wir haben nach Abschluss des Jahres 2021 eine erste Bilanz gezogen und die bisherigen Nettosozialhilfekosten ausgewertet», sagt Marco Schwab. Der Leiter des Sozialdienstes Region Laufenburg meint zufrieden: «Im Vergleich zu 2017 haben die Kosten unserer fünf Vertragsgemeinden im Jahr 2021 um insgesamt 43 Prozent gesenkt werden können.» 2017 summierten sich die Sozialhilfekosten auf total 1,601 Millionen Franken. Ende 2021 waren es noch 916427 Franken.

Das Ziel ist nicht immer das Gleiche
Wurde den Leuten die Sozialhilfe gekürzt? Marco Schwab lacht, um dann ernst anzufügen. «Nein, wir nützen unseren Spielraum aus, um individuelle Leistungen zu erbringen, die Sinn machen und helfen, Ziele zu erreichen.» Es sei wichtig, insbesondere für das Selbstwertgefühl der Betroffenen, nach zukunftsgerichteten Lösungen zu suchen.

Schwab sieht den Hauptgrund für die positive Entwicklung der Sozialhilfekosten in der Regionalisierung des Sozialdienstes, damit einhergehend gut ausgebildete Mitarbeitende. Das habe zu professionellen und effizienten Strukturen geführt. Dank der ausreichenden Personalressourcen – «auf 100-Stellenprozent kommen maximal 70 Falldossiers» – müssen die Betroffenen nicht lange auf Termine warten. Zeit braucht es dann bei den Gesprächen, nur so kann herausgefunden werden, ob jemand überhaupt Anspruch auf Sozialgelder hat oder welche nächsten Schritte in die richtige Richtung gemacht werden müssen. In den Gesprächen können zudem Problematiken rasch erkannt und angegangen werden. Dazu gehört auch das konsequente Einfordern von subsidiären Leistungen wie Kinderzulagen, Alimenten, Taggeldern, Rentenzahlungen oder Ergänzungsleistungen.

Als weiteren Pluspunkt für den regionalisierten Sozialdienst bringt Schwab den mittlerweile grossen Erfahrungsschatz durch die ausreichend hohen Fallzahlen und den ständigen Austausch im Team ein. Und ja, sagt er auf entsprechende Frage der NFZ. Er könnte sich gut vorstellen, dass noch eine oder zwei Gemeinden beim Regionalen Sozialdienst Laufenburg mitmachen.


Geld fliesst zurück

Marco Schwab weist im Gespräch mit der NFZ auch auf das neue, seit 2020 geltende Rückerstattungskonzept hin. Es kommt zum Zug, wenn ein Sozialhilfebezüger wieder eine Arbeitsstelle gefunden hat. Mit ihm oder ihr wird in den meisten Fällen eine Vereinbarung getroffen, die eine Rückzahlung in monatlichen Raten für maximal vier Jahre vorsieht. Der Rest der Schulden wird nach erfüllter Abzahlung nach vier Jahren erlassen. Ausnahme ist, wenn der ehemalige Sozialhilfebezüger plötzlich zu Vermögen kommt. (sh)


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