Die süsse Versuchung im Herbst

Fr, 01. Okt. 2021
Freuen sich auf den Markt: Isabelle (links) und Jolanda Rohrer. Foto: vzu

Am Wochenende ist wieder Marktzeit in Rheinfelden. Für viele Besucher gehört das Magenbrot der Bäckerei Rohrer dazu.

Valentin Zumsteg

«Unser Vater sagte früher immer: Nach dem Herbstmarkt können wir die Steuern bezahlen. Heute ist das nicht mehr so, aber der Markt ist immer noch wichtig für uns», erzählt Jolanda Rohrer. Zusammen mit ihrer Schwester Isabelle führt sie die Feinbäckerei Rohrer an der Bahnhofstrasse 7 in Rheinfelden. Die beiden Frauen freuen sich auf das bevorstehende Marktwochenende – dies besonders, da im vergangenen Jahr der Markt wegen Corona abgesagt werden musste. Bereits seit gut zwei Wochen wird in der kleinen Backstube Magenbrot produziert. «Das ist für uns ein Saisonprodukt, das es nur im Herbst gibt», erklärt Jolanda Rohrer. Rund 300 Kilogramm werden von Mitte September bis Ende Oktober in aufwändiger Handarbeit hergestellt. In normalen Jahren können zirka zwei Drittel davon am Markt verkauft werden. «Nach dem Markt habe ich jeweils Blasen an den Händen vom Rühren mit der Holzkelle», schmunzelt die Bäckermeisterin. Das Rezept für das Magenbrot stammt von Grossvater Oskar Rohrer, der vor Jahrzehnten zu den Initianten des Marktes gehörte. Das Rezept wurde von Vater Martin Rohrer aber noch verfeinert, wie Jolanda Rohrer berichtet. In Spitzenjahren verkaufte die Bäckerei früher rund eine Tonne Magenbrot. Diese Zeiten sind vorbei, heute ist die Konkurrenz grösser, da Magenbrot an vielen Festen und Märkten, aber auch von den Grossverteilern verkauft wird. «Das Magenbrot ist im Herbst aber immer noch ein wichtiges Produkt für uns. Im vergangenen Jahr spürten wir es finanziell, dass der Markt fehlte, obwohl wir trotzdem gar nicht so schlecht verkauft haben», sagt Isabelle Rohrer. Die Bäckerei kann auf eine treue Stammkundschaft zählen – und nicht alle wohnen in Rheinfelden. «Wir müssen jeweils ein Paket mit zwei Kilogramm Magenbrot an Kunden schicken, die weggezogen sind. Die frieren einen Teil davon ein», schildert Isabelle Rohrer. Noch besser ist das Magenbrot aber natürlich frisch am Markt genossen.

Herbstmarkt in der Rheinfelder Altstadt. Diesen Samstag und Sonntag, jeweils von 10 bis 18 Uhr.

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