Mieterverbände setzen sich für Bewohner des Dianaparks ein

Do, 09. Sep. 2021
Einige Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlung Dianapark haben sich bereits bei den Mieterverbänden gemeldet. Foto: Valentin Zumsteg

Eigentümerin will allen Mietern künden

Die von den Helvetia-Versicherungen geplanten Kündigungen für alle Bewohner des Rheinfelder Dianaparks beschäftigen die Mieterverbände der Kantone Aargau, Basel-Land und Basel-Stadt. Eine Mieterversammlung wird vorbereitet.

Valentin Zumsteg

Es regt sich Widerstand gegen die Kündigung aller Mietverhältnisse in der Rheinfelder Siedlung Dianapark. Wie die NFZ vergangene Woche berichtet hat, wollen die Helvetia-Versicherungen die Überbauung umfassend sanieren und dabei vermehrt kleinere Wohnungen realisieren. Statt bisher 243 werden es künftig 300 Wohneinheiten sein, wenn es nach den Plänen der Eigentümerin geht. Alle bisherigen Mietverhältnisse sollen deswegen schrittweise gekündigt werden – voraussichtlich per März 2023 müssen die ersten ihre Wohnungen räumen. Die Kündigungsschreiben werden – gemäss derzeitiger Planung – im 2022 verschickt.

Verschiedene Bewohnerinnen und Bewohner sind damit nicht einverstanden und haben sich bereits bei den Mieterverbänden aus den Kantonen Aargau, Basel-Land und Basel-Stadt gemeldet. Die drei Verbände arbeiten in dieser Sache zusammen, da sie alle Mitglieder im Dianapark haben, wie Beat Leuthardt vom Basler Mieterverband gegenüber der NFZ erklärt.

«Das übliche Vorgehen von Grossinvestoren»
Die Pläne der Helvetia sind für ihn nichts Neues: «Es ist leider das inzwischen übliche Vorgehen von renditeorientierten Grossinvestoren.» Aus seiner Sicht gäbe es aber andere Möglichkeiten, um die Wohnungen auf Vordermann zu bringen: «Man könnte nur das Notwendige sanieren und wenn immer möglich die Mietparteien in ihren Wohnungen belassen. Oder man macht eine strangweise Sanierung mit internem Wechseln wie vielfach bewährt und von Wohngenossenschaften angewandt», sagt Leuthardt. Falls das tatsächlich nicht gehe, solle die Eigentümerin den Wegzug und das Zurückzügeln organisieren und die Mietparteien nach Kräften unterstützen. «Dies alles unter Beibehaltung der bestehenden Mietverträge.»

Aktuell seien die Verbände daran, eine Mieterversammlung zu organisieren. Diese soll voraussichtlich in einigen Wochen durchgeführt werden. «Wir klären dann gerne die betroffenen Mieterinnen und Mieter gründlich über alle rechtlichen Möglichkeiten auf.» Zu den Optionen gehöre auch eine Sammelklage, sobald die Kündigungen ausgesprochen werden.

«Wohnbedürfnisse verändern sich»
Die Helvetia-Versicherungen betonen ihrerseits, dass eine «grosszyklische Sanierung» unumgänglich sei, da die Gebäude teilweise über 40 Jahre alt sind. Aufgrund des Umfangs der zu sanierenden Teile könne keine sanfte Sanierung vorgenommen werden. Weiter hält Jonas Grossniklaus, Sprecher der Helvetia, fest: «Wohnbedürfnisse verändern sich mit der Zeit. Zum einen gibt es heute einen immer grösseren Bedarf an Ein- und Zweipersonenwohnungen. Deshalb sind in den Hochhäusern mehr Kleinwohnungen vorgesehen. Zum anderen wünschen sich heutige Mieterinnen und Mieter tendenziell hellere Wohnungen, weshalb wir an gewissen Stellen grössere Fenster vorgesehen haben. Die Wohnungen in den Flachgebäuden werden von zwei Seiten lichtdurchflutet sein.»

Eines ist klar: Die Zukunft des Dianaparks dürfte noch für viele Diskussionen sorgen.

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