Der Umsatz geht zurück – aber nicht überall

Fr, 24. Sep. 2021
Wer im Innenbereich eines Restaurants essen oder trinken will, muss ein Zertifikat vorweisen können. Das führt teilweise zu Diskussionen. Foto: Valentin Zumsteg

Seit gut zehn Tagen gilt in der Gastronomie und in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens die Zertifikatspflicht. Die Wirte machen unterschiedliche Erfahrungen.

Valentin Zumsteg

Wer seit dem 13. September ein Restaurant besuchen will, muss entweder geimpft, getestet oder genesen sein – und dies mit einem Zertifikat beweisen können. Das gleiche gilt unter anderem auch für Hallenbäder, Kinos und Theater. «Wir bekommen das zu spüren. Der Umsatz geht zurück. Bankette werden abgesagt, weil viele noch nicht geimpft sind», erklärt Martin Käser, Wirt auf dem Restaurant Rössli in Zuzgen. Er stellt auch fest, dass weniger Handwerker für ein Znüni oder das Mittagessen einkehren. «Glücklicherweise sind die meisten Stammgäste geimpft.» Auch der A-la-Carte-Bereich am Abend laufe weiterhin gut. Bei der Kontrolle macht Käser keine Ausnahmen. «Mich würde das Geld für eine Busse reuen. Wenn wir schon weniger Umsatz erzielen, dann will ich nicht noch eine Strafe zahlen müssen.»

Ähnliche Erfahrungen macht Kurt Treier, Wirt in der «Blume» in Magden. «Die Leute fehlen. Viele Reservationen für Bankette sind abgesagt worden.» Es komme ebenfalls vor, dass Wandergruppen auf einen Besuch im Restaurant verzichten, weil nicht alle geimpft sind. «Ich musste auch schon Leute abweisen. Das ist nicht toll, vor allem, wenn es sich um Stammgäste handelt.» Zufrieden ist er mit dem Geschäft am Wochenende, da laufe es weiterhin gut.

Von einem Umsatzrückgang berichtet ebenso Martin Sonderegger, Direktor Hotellerie beim Schützen in Rheinfelden, zu dem auch die Hotels Schiff und Eden gehören. Der Rückgang liege an der Zertifikatspflicht, aber ebenso am Ende der Terrassen-Saison. Verschiedentlich komme es zu Diskussionen mit Gästen, teilweise seien diese ausfällig geworden. «Das sind aber Ausnahmen. Es ist nicht allen klar, dass es sich um eine Zertifikatspflicht und nicht um eine Belegspflicht handelt. Es kommen teilweise Leute mit Impfbüchlein, aber ohne Zertifikat. Die dürfen wir nicht reinlassen. Das wird nicht immer verstanden.»

Gleiche Erfahrungen hat Markus Bisig, Direktor des Rheinfelder Park-Hotels, gemacht. «Vor allem am Anfang hatten wir Leute mit Impfbüchlein, aber ohne Zertifikat.» Bei der Wellnesswelt «sole uno», die wie das Park-Hotel zum Parkresort Rheinfelden gehört, musste zu Beginn der Zertifikatspflicht sogar Security-Personal eingesetzt werden, weil es dort zu unschönen Diskussionen kam, wie Bisig schildert.

Andy Neaves vom Restaurant Rhein-Mühle in Rheinfelden hat bislang keine schlechten Erfahrungen gemacht. «Eine Person mussten wir abweisen, weil sie ein spanisches Zertifikat hatte, das wir nicht einlesen konnten. Sie hat es aber ohne Diskussion akzeptiert.» Neaves ist mit dem Geschäftsgang sehr zufrieden. «Seit dem Ende des Lockdowns im Frühling läuft es jeden Monat besser. Die Leute wollen ausgehen.»

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