Der Schandfleck bleibt vorerst bestehen

Do, 16. Sep. 2021
Es gibt seit langem ein Bauprojekt für das Areal an der Zürcherstrasse, aber dieses wird vorerst nicht umgesetzt. Foto: vzu

Ehemaliges Gebäude von Möbel Märki in Rheinfelden

An der Zürcherstrasse in Rheinfelden steht seit über sechs Jahren ein ehemaliger Möbel-Markt leer. Ein Neubauprojekt für Wohnungen hat sich wegen Differenzen zwischen der Landeigentümerin und der Stadt verzögert. Eine Baubewilligung liegt aktuell zwar vor, doch diese wird bald ihre Gültigkeit verlieren.

Valentin Zumsteg

Es ist kein schöner Anblick: Wer über die Kohlplatz-Kreuzung Richtung Zentrum von Rheinfelden fährt, sieht rechterhand an der Zürcherstrasse 31 das ehemalige Gebäude von Möbel Märki. Seit Ende April 2015 ist das Geschäft geschlossen. Viele Rheinfelder empfinden die Liegenschaft mittlerweile als Schandfleck. Auch der Stadtrat hat keine Freude an der aktuellen Situation: «Im Interesse des Stadtbildes würden wir es begrüssen, wenn auf dem derzeit ungenutzten Areal ein Projekt realisiert würde», erklärt Stadtschreiber Roger Erdin auf Anfrage der NFZ.

Meinungsdifferenzen
Eigentlich ist auf der Parzelle, welche der A&A Liegenschaften AG aus Hunzenschwil gehört, seit langem ein Neubau geplant. Wie die Immobilienfirma schon 2015 gegenüber der NFZ bekanntgab, sollten dort ein Mehrfamilienhaus mit 28 Mietwohnungen und eine Autoeinstellhalle realisiert werden. Allerdings war man sich mit der Stadt von Anfang an nicht einig: «Auf Grund von Meinungsdifferenzen mit der Bauverwaltung der Stadt Rheinfelden haben wir uns entschieden, vor dem eigentlichen Baugesuch um einen Vorentscheid zu ersuchen, da nach unserer Ansicht die Bauverwaltung in wichtigen, für die Kosten entscheidenden Punkten, vom kantonalen Baugesetz abweicht», erklärte Thomas Kurer, Vorsitzender des Verwaltungsrates, schon 2015. Die Firma hat im selben Jahr den Vorentscheid zum späteren Bauprojekt erwirkt, der gemäss Stadtschreiber Erdin aber erst 2016 nach einem Beschwerdeverfahren in Rechtskraft erwachsen ist. 2017 reichte das Immobilienunternehmen das eigentliche Baugesuch ein, das der Stadtrat Anfang 2018 mit Auflagen bewilligt hat. «Nach einem Beschwerdeverfahren bis vor Verwaltungsgericht ist die Baubewilligung am 15. Oktober 2019 in Rechtskraft erwachsen», führt Erdin weiter aus. Zu den Differenzen mit der Eigentümerin will er sich nicht im Detail äussern, er sagt nur so viel: «Es waren im Laufe der verschiedenen Rechtsverfahren zahlreiche Punkte strittig, die wir nicht im Einzelnen ausführen können.»

Baubewilligung wird ablaufen
Das alles bedeutet, dass derzeit eine gültige Baubewilligung vorliegt. Allerdings nicht mehr lange. «Der Bauentscheid verliert seine Gültigkeit, wenn nicht innert zwei Jahren seit Rechtskraft mit den Bauarbeiten begonnen wird», erklärt Erdin. Diese Frist wird Mitte Oktober 2021 ablaufen. Wie von der Firma zu erfahren ist, werden vorerst keine Baumaschinen auffahren. Das Unternehmen verfolgt derzeit Bauprojekte in Zürich-Oerlikon und in Engelberg, deswegen wird das Rheinfelder Projekt nach hinten geschoben. «Wir lassen die Baubewilligung auslaufen, es ist derzeit kein Baubeginn geplant», erklärt Frank Kurer, Mitglied der Geschäftsleitung. Die Stadt soll demnächst schriftlich über das geplante weitere Vorgehen informiert werden. Grundsätzlich will die A&A Liegenschaften AG das Areal in den kommenden Jahren überbauen. Dazu braucht es dann aber ein neues Baugesuch. Der leerstehende Möbel-Markt wird Rheinfelden also noch einige Zeit erhalten bleiben.

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