Young Girls Rheinfelden in Bern

Fr, 23. Jul. 2021
Sie kamen mit dem Siegerpokal vom grössten Mädchenturnier der Schweiz nach Hause: die jüngsten Mädchen vom FC Rheinfelden. Foto: zVg

Sie schossen Tore, räumten ab und kamen in der Tagesschau-Hauptausgabe. Die allerkleinsten Mädchen beim FC Rheinfelden kamen in Bern richtig gross raus. Doch auch zuhause haben die eigenen Juniorinnen und der Frauenfussball besonderen Stellenwert.

Ronny Wittenwiler

Dieser Auftritt, im Fernsehen und auf dem Rasen, konnte sich sehen lassen: Die jüngsten Mädchen (Jahrgang 2013 und jünger) vom FC Rheinfelden rockten in Bern und gewannen kurzerhand den Swiss Girls Cup in ihrer Kategorie. Angereist war der FC Rheinfelden mit mehreren Mädchen-Teams. Doch der Reihe nach.

«4310 Rhyfälde!»
Am Swiss Girls Cup, diesem grössten Mädchenfussballturnier der Schweiz mit über eintausend Teilnehmerinnen in einhundert Teams, geht es vor allem um eines: Um das Sichtbarmachen von Frauen- und Mädchenfussball. Und just hier hatten die Mädchen aus Rheinfelden ihren grossen Auftritt. Da war abends in der Hauptausgabe der Tagesschau die motivierte Truppe zu sehen und zu hören, die mit ihrem Schlachtruf «4310 Rhyfälde» klarmachte, wo die Siegerinnen ihrer Kategorie FF-08 herkommen. Und da war auch Elena, die vor der Kamera auf die Frage, ob sie denn nervös sei, gelassen antwortete: «Geht so. Letztes Mal war ich auch schon an einem Turnier in Rheinfelden und war auch im Gool, dort ich habe mir zwar den Finger verstaucht, aber ich finde, heute wird es besser.» Elena sollte Recht behalten. Rheinfeldens Mädchen holten sich den Sieg in der jüngsten Kategorie – und machten beste Werbung für ihren Fussball.

Zufall ist das vielleicht nicht. Rheinfelden macht immer wieder von sich reden in Sachen Mädchenund Frauenfussball. «Wir dürfen ohne falsche Bescheidenheit sagen, dass wir hier in Rheinfelden die mit Abstand grösste Frauenabteilung in der Umgebung beziehungsweise im Fricktal haben», erklärte Stephan Menzinger, Verantwortlicher Frauenfussball beim FC Rheinfelden, vor rund einem Jahr in einem grösseren Interview mit der NFZ.

«Die Mädchen im Mittelpunkt»
Der Stellenwert, insbesondere auch bei den Juniorinnen, zeigt sich in Rheinfelden auch am Sonntag, 8. August, wieder. Dann geht auf dem Schiffacker das 3. Juniorinnenturnier über die Bühne. In zwei Kategorien, FF12 und FF15, messen sich die Mädchen der verschiedenen Mannschaften am Vormittag in den Gruppenspielen und danach in den Platzierungs- und Finalspielen. «Jedoch soll nicht der sportliche Ehrgeiz im Vordergrund stehen. Das OK um Evi Kunz, Patrick Probst und Urs Knoepfli möchte den Mädchen einen besonderen Tag nur für sie ermöglichen. Die Mädchen sollen im Mittelpunkt stehen und den Tag geniessen können», heisst es in einer Mitteilung beim FC Rheinfelden. Das Juniorinnenturnier werde im Jahr 2021 bewusst klein aber fein gehalten, so werde der aktuellen Pandemie-Situation Rechnung getragen. Teams aus fast der ganzen Deutschschweiz haben sich für dieses Turnier angemeldet.

Positive Wirkung aufs Vereinsleben
Auch der Präsident des FC Rheinfelden, Dominik Tanner, freut sich über den hohen Stellenwert, den der Frauen- und Mädchenfussball in Rheinfelden geniesst. «Für uns ist die Entwicklung des Frauenfussballs sehr wichtig», sagt er. «Das gibt unserem Verein eine sehr spezielle Dynamik. Viele der aktiven Frauen engagieren sich gleichzeitig auch als Schiedsrichterinnen oder als Trainerinnen. Diese Art Aufbruchstimmung wirkt sich positiv auf das gesamte Vereinsleben aus.» Tatsächlich spielt zum Beispiel Fabienne Pamukcu-Mock bei den FCR-Frauen in der dritten Liga – und war als Trainerin mit den kleinen Mädchen in Bern erfolgreich.

Dass der Frauenfussball in Rheinfelden nicht einfach ein Nebenschauplatz ist, kann Präsident Tanner auch anhand von Zahlen belegen. «Rund ein Viertel aller, die im FC Rheinfelden aktiv Fussball spielen, sind Mädchen und Frauen. Für die kommende Meisterschaft haben wir 28 Mannschaften gemeldet, davon sind deren acht reine Mädchen- oder Frauenteams.» Und wenn bereits die Kleinsten einen derart grossen Eindruck hinterlassen, auf dem Rasen und in der Hauptausgabe der Tagesschau, dann sind das für den Rheinfelder Frauenfussball rosige Aussichten.

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