Wieder Kritik an Standaktion von Scientology

Do, 01. Jul. 2021
Die Mitarbeiter von Scientology blieben nicht nur beim Stand, wie Anwohner dokumentierten. Foto: zVg

Nicht alle neuen Regeln wurden eingehalten

Nach der jüngsten Standaktion von Scientology in Rheinfelden gibt es erneut Reklamationen. Die Stadt geht den Hinweisen nach.

Valentin Zumsteg

Am vergangenen Samstag war Scientology wieder mit einem Infostand beim Rheinfelder Storchennestturm vertreten. Im Nachgang gibt es – wie in der Vergangenheit schon öfter – Reklamationen. Anwohner Michael Derrer kritisiert, dass sich die Scientologen nicht an die neuen Regeln halten, welche die Stadt kürzlich erlassen hat. Die gleiche Kritik äussern auch Beat Künzi und Yolanda Sandoval Künzi von den «Freien Anti-Scientology-Aktivisten».

«Flyer aufgedrängt»
Gemäss den neuen Auf lagen der Stadt dürfen die Scientology-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter den ihnen zugewiesenen Standplatz nicht verlassen und sie müssen ein Namensschild tragen. Am Samstag haben aber Scientologen auch auf der gegenüberliegenden Strassenseite Leute angesprochen – dafür gibt es mehrere Zeugen. «In bekannter Manier wurden den Passanten Informationsf lyer aufgedrängt und versucht, sie in ein Gespräch zu verwickeln», hält ein anderer Anwohner gegenüber der NFZ fest. «Sie begaben sich auch immer wieder über die Strasse auf das gegenüberliegende Trottoir, um an ihr Zielpublikum zu gelangen. Dabei achteten sie nur wenig auf den Verkehr und behinderten ihn wiederholt. Ich ärgere mich über den Stand und das Vorgehen», führt er aus. Der Anwohner hat der Stadt seine Beobachtungen und seinen Ärger in einer Mail schriftlich mitgeteilt.

Polizei kontrollierte
Gemäss Stadtschreiber Roger Erdin hat am Samstag eine Kontrolle stattgefunden: «Die Regionalpolizei hat die Standaktion am frühen Samstagnachmittag kontrolliert. Die Polizei musste die Personen ermahnen, die Namensschilder zu tragen. Im Übrigen konnten zu diesem Zeitpunkt keine Verstösse festgestellt werden.» Zu den Reklamationen erklärt er: «Wir haben am Montag von zwei Meldungen Kenntnis erhalten, wonach sich Personen über die Nichteinhaltung der Auflagen beschweren. Wir werden diesen Meldungen nachgehen.»

Bereits erteilte Bewilligungen gelten
Gemäss den neuen Regeln darf Scientology auch höchstens alle zwei Monate mit einem Stand in Rheinfelden werben. Die letzte Standaktion war am 22. Mai – das ist deutlich weniger lang als acht Wochen her. Dafür gibt es gemäss Erdin aber eine Erklärung: «Der Stadtrat hat Ende Mai die neuen Rahmenbedingungen für Standaktionen von Scientology und der Gegenbewegung, der Freien Anti-Scientology-Aktivsten, beschlossen. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits zwei Standaktionen von Scientology am 26. Juni und am 31. Juli 2021 bewilligt. Diese Bewilligungen konnten nicht nachträglich entzogen werden.» Am 31. Juli ist also erneut mit einer Standaktion zu rechnen.

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Kommentare

Die Aussage des neuen Mediensprecher von Scientology Basel in der Aargauer Zeitung: Scientology-Sprecher Dierk Clausen bezeichnet die Vorwürfe als teilweise unrichtig und verallgemeinernd. Nach der Rücksprache mit der Polizei am Montag «stellen wir fest, dass diese am Samstag selber vor Ort war und keine Korrekturen vorgenommen werden mussten». Clausen schiebt nach: «Unsere Standbetreiber haben die Möglichkeit, ein paar Meter vom Stand wegzugehen. Sie halten sich auch an die Vorgaben, dass sie ein ‹Nein› akzeptieren.» Dierk Clausen, die Beweislage eurer Verstösse sind wirklich gravierend! Und wir sind perfekt dokumentiert.

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