Gemeinde Kaiseraugst bewilligt umstrittene Coop-Schranke

Di, 08. Jun. 2021
Bald kann nicht mehr gratis parkiert werden: Coop muss die Parkplätze kostenpflichtig machen. Foto: Archiv NFZ

Die Parkplätze werden kostenpflichtig

Gegen die geplante Bezahlschranke beim Einkaufszentrum Kaiserhof in Kaiseraugst gab es grossen Widerstand der Anwohner. Jetzt bewilligt der Gemeinderat die Schranken-Anlage und ergreift gleichzeitig zahlreiche Massnahmen.

Valentin Zumsteg

Die Zeit des kostenlosen Parkierens beim Einkaufszentrum Kaiserhof in Kaiseraugst läuft ab. Coop muss gemäss Vereinbarung mit dem Verkehrsclub der Schweiz (VCS) die Anzahl der Parkplätze von heute 474 auf 364 reduzieren – gleichzeitig sollen die Parkplätze kostenpf lichtig werden. Der VCS konnte beides im Rahmen des Baugesuchsverfahrens für den neuen Coop-Megastore, der seit längerem in Betrieb ist, durchsetzen (die NFZ berichtete). Coop selber hat daran keine Freude.

«Wir können Baubewilligung erteilen»
Um die Kostenpflicht einzuführen, ist der Bau einer Schranken-Anlage geplant. Doch bei der Auflage des entsprechenden Baugesuch gab es grossen Widerstand aus der Bevölkerung. Insgesamt sind 137 Einwendungen eingegangen, wie die Gemeinde mitteilt. Die Anwohner fürchten negative Auswirkungen bezüglich Schleichverkehr und Fremdparkierens auf dem Privatareal am Junkholzweg. Um das Problem zu lösen, hat die Gemeinde die gesamte Verkehrssituation im Gebiet Junkholz analysiert und Massnahmen getroffen. «Jetzt können wir die Baubewilligung erteilen. Wir sind überzeugt, so funktioniert es», erklärt Gemeindepräsidentin Françoise Moser. Konkret ist vorgesehen, die heutigen Verkehrsbeziehungen zu belassen. Es wird also kein Einbahnregime eingeführt. Die Verkehrssicherheit der Fussgänger soll aber im Bereich Schwalbenweg, Junkholzweg und auf dem Coop-Areal verbessert werden. Weiter verspricht die Gemeinde eine klare Verkehrsführung für Fahrzeuge, die vom Kreisel Schwalbenweg zum Coop fahren. So soll die Junkholzstrasse entlastet werden. Auf dem Junkholzweg soll die Fussgängersicherheit durch die Anordnung von Pfosten auf dem Trottoir erhöht werden. «Zugleich ist dies eine Verkehrsberuhigung im Junkholzweg, weil die Pfosten ein Ausweichen auf das Trottoir verhindern. Der Schleichverkehr wird ebenfalls unattraktiver, da auf entgegenkommende Fahrzeuge gewartet werden muss und nicht mehr aufs Trottoir ausgewichen werden kann», so Moser. Zudem werden die blauen Parkplätze im Junkholzweg (ab Schwalbenweg bis zum Kreisel Liebrütistrasse) aufgehoben und durch Blumentröge und Rabatten ersetzt. Ein Fremdparkieren soll so unterbunden werden.

Gemeinde beobachtet Auswirkungen
«Der Betrieb der Schranken-Anlage wird zwangsweise Lücken im Verkehrsfluss in der Ausfahrt aus dem Coop-Areal Richtung Kreisel Liebrütistrasse generieren. Dadurch sollte die Ausfahrt aus dem Junkholzweg in Spitzenzeiten ohne zusätzliche Massnahmen verbessert werden», ist Moser überzeugt. Die Massnahmen des neuen Verkehrsregimes im Junkholzweg und Schwalbenweg werden durch die Gemeinde beobachtet: «Der Gemeinderat behält sich bei Verschlechterungen der Verkehrssituation vor, weitere Massnahmen auch im Coop-Areal umzusetzen», betont die Gemeindepräsidentin. Sie geht davon aus, dass Coop die Schranken-Anlage nach dem Erhalt der Bewilligung schnell realisieren wird.

Category: 

Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und automatisiertem Spam vorzubeugen.

Kommende Events

Stellen

Immobilien

Diverses