Die Kandidaten stellen sich den Fragen

Di, 18. Mai. 2021

Kurzinterviews zu den Rheinfelder Stadtratswahlen vom 13. Juni (Teil 1)

Acht Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich um die fünf Sitze im Rheinfelder Stadtrat. Hier beantworten sie aktuelle Fragen. (vzu)

Frage 1: Soll die Stadt auf das kommende Jahr den Steuerfuss senken?

Frage 2: Was ist das dringlichste Problem, dass der Stadtrat in den kommenden vier Jahren anpacken muss?

Frage 3: Was muss Rheinfelden künftig besser machen?

Frage 4: Welches ist Ihr Lieblingsort in Rheinfelden?

Walter Jucker (SVP, bisher) 66, Dr. sc. nat. Biochemiker

Ja. Wir können uns alles leisten, was wir brauchen. Im Finanzplan 2015- 2020 haben wir festgehalten, dass der Ausbau der Schulanlage Engerfeld aus dem Ersparten finanziert wird. Effektiv war die Selbstfinanzierung meist grösser als die Gesamtinvestitionen. Anstelle eines Vermögensabbaus um 30 Millionen Franken, resultierte ein Anstieg um 5 auf 70 Millionen Franken.

Wir sollten unserer hervorragenden Infrastruktur Sorge tragen und diese wo nötig gezielt weiter entwickeln. Bei der Revision der Bau- und Nutzungsordnung müssen wir die stark auseinander liegenden Erwartungen auf einen tragfähigen Kompromiss zusammenführen.

Ich will nicht selbstherrlich sein. Doch wer so gut dasteht wie Rheinfelden, hat Einiges richtig gemacht. Somit ist weiterhin ein umsichtiger Umgang mit den Ressourcen nötig. Unsere Investitionen sollen sich an der weiteren Steigerung der Lebensqualität in Rheinfelden ausrichten.

In Rheinfelden gibt es zahlreiche wunderschöne Orte, die Heimatgefühle in mir wecken. Ein Blick vom deutschen Rheinufer auf die Altstadtsilhouette erzeugt ein magisches Gefühl. Persönlich erhole ich mich am besten beim Joggen im Rheinfelder Forst.


Susanna Schlittler (FDP, bisher) 61, Erwachsenenbildnerin

Ist eine Steuersenkung möglich, wird das im Rahmen des Budgetprozesses geprüft. Ob der Vorschlag des Stadtrates genehmigt wird, entscheidet sich an der Gemeindeversammlung. Für mich gilt, dass die Stadt die Steuern benötigt, um ihre Ausgaben zu finanzieren. Nebst Verpflichtendem bestimmt auch der Bürger, wofür wir die Ausgaben tätigen. Steuern auf Vorrat benötigen wir nicht.

Neben der grossen Umgestaltung des Bahnhofs mit Einbezug der angrenzenden Areale steht in meinem Ressort die Umsetzung der neuen Führungsstrukturen im Schulbereich im Fokus. Daneben werden uns die Fertigstellung und die Inbetriebnahme der neuen Dreifachturnhalle und die Gesamtsanierung der Schulanlage Robersten beschäftigen.

Rheinfelden ist sich laufend am Entwickeln. In meinem Ressort wurde unter anderem die Infrastruktur im Schulbereich verbessert. Ein Ausbau des Angebots und die Erneuerung der Strukturen beim Mittagstisch sind erfolgreich umgesetzt. Wir haben ein vielfältiges Sportund Kulturangebot, dieses dürfte besser sichtbar sein. Daneben bin ich offen für den Dialog mit den Stimmbürgern, um weitere Verbesserungen zu diskutieren.

Ich bin gerne in der Natur und nutze den schönen Wald rund um Rheinfelden für ausgedehnte Spaziergänge. Besonders idyllisch ist das Plätzli am Rhein hinter der Johanniterkappelle. Für mich bedeutet unser Städtli und das nahe Umfeld im Gesamten «Heimat». Sehr gerne würde ich mich weiter als Stadträtin für das Wohlergehen von Rheinfelden einsetzen.


Claus Pfisterer (parteilos, neu) 41, Fotograf

Rheinfelden hat ein solides Finanzpolster. Meines Erachtens bedarf es in Rheinfelden an infrastrukturellen Aufholungen insbesondere in der Digitalisierung und in integrierenden Massnahmen für bestehende und neu erstellte Areale. Das spricht gegen eine Senkung der Steuern, aber auch nicht zwingend für eine Erhöhung.

Rheinfelden ist stark gewachsen. Im Stadtleben merkt man wenig davon, weil an der Gestaltung der Stadt kaum teilgenommen wird. Wir müssen etwas tun gegen die Isolation und für die Partizipation. Hier sehe ich grosse Chancen in der Digitalisierung, wie durch E-Government sowie im Ausbau des Glasfasernetzes und Public WLAN, um das Gewerbe zu stützen.

Rheinfelden muss vernetzter werden. Ein gemeinsamer digitaler Veranstaltungskalender gäbe auch Geschäften ausserhalb des Städtlis die nötige Plattform, um wahrgenommen zu werden. Kultur sollte nicht nur im Städtli stattfinden. Es braucht mehrere «Hot Spots» mit kulturellen Alternativen, das auch für junge Menschen oder Familien attraktiv ist.

Ich mag den Charme unseres Quartiers in der Wassergasse. Vorbei an einem wunderschönen Garten passiere ich die historische Statdtmauer durchs Fuchsloch und höre den Brunnen plätschern. Jetzt bin ich zuhause. Hier beginnt mein Quartier Latin von Rheinfelden. Hier wohne und arbeite ich.


Thomas «Tom» Steiner, (SP, neu) 56, Bauingenieur HTL und Hochschuldozent für Soziale Entwicklung

Studien zeigen, dass der Steuerfuss als Faktor im Standortwettbewerb überbewertet wird. Rheinfelden liegt unter der psychologisch wichtigen 100%-Marke. Spannender ist die Frage, welche Investitionen es braucht, damit Rheinfelden im Vergleich auch beim Angebot attraktiv bleibt. Erst wenn das geklärt ist, kann die Frage fundiert beantwortet werden.

Wohnen und Leben im Alter, also die Umsetzung des Alterskonzepts. Der Anteil an älteren Menschen steigt kontinuierlich. Schritte im Hinblick auf eine altersgerechte Stadt kommen allen Bevölkerungsgruppen zugute. Im Zentrum stehen für mich das Angebot an alternativen Alterswohn- und Betreuungsformen und Massnahmen gegen Alterseinsamkeit.

Ich beobachte ein weit verbreitetes Misstrauen gegenüber der Stadt, welches eigentlich unbegründet ist. Dies ist auf die wenig transparente Arbeitsund Kommunikationsweise der Stadt zurückzuführen. Menschen möchten heute in Fragen, die sie betreffen, mitreden und ihre Lebenswelt mitgestalten. Dies bedingt eine neue, partizipative Haltung der Stadt.

Der kleine Platz vor der Johanniterkapelle: Für mich die schönste Ecke der Altstadt. Hier sind die Vergangenheit und der Wandel gegenwärtig und der Rhein ist spürbar. Der angrenzende Hof der Kommanderie schafft Weite. Dies ist besonders mein Lieblingsort, weil ich da bald wohnen werde.

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